
Sani beweist, dass es für den Familienurlaub noch Hoffnung gibt
Sani, ein 400 Hektar großes Anwesen auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki, schafft es irgendwie, Erwachsene und Kinder gleichermaßen zufriedenzustellen
- Text von: Rory FH Smith
Irgendwann, meist in den Monaten nach der Geburt des ersten Kindes, sieht Urlaub plötzlich ein wenig anders aus. Vorbei sind die Zeiten, in denen man sorgfältig eine Reiseroute voller kultureller Aktivitäten, ausgedehnter Mittagessen und Expeditionen zusammenstellte, um jenen geheimen Strandabschnitt zu finden, über den sich die Einheimischen, wie man sich fast hundertprozentig sicher ist, neulich bei Cocktails unterhalten haben. Mit einem kleinen Kind im Schlepptau wird Urlaub auf wunderbare Weise unvorhersehbar. Daher reist man am besten an einen Ort, an dem keine unliebsamen Überraschungen warten: das Familienresort.
Ich gebe als Erster zu, dass die Vorstellung, ein paar Wochen in einer abgeschlossenen Ferienanlage zu verbringen, auf meiner Urlaubswunschliste nicht gerade weit oben stand. Beim Reisen war ich schon immer der Typ für vollgepackte, ungewisse Abenteuer mitten im Nirgendwo – und das lässt sich wenig überraschend nicht besonders gut mit einer vierköpfigen Familie vereinbaren. Vielleicht war es an der Zeit, dem Resortleben eine Chance zu geben: Schließlich lässt The White Lotus es immer ziemlich aufregend aussehen.
Which is how we found ourselves pulling up to the Sani Resort, a 400-hectare estate in Halkidiki, Greece. The Sani story starts back in the 1960s, when founder Anastasios Andreadis discovered the bay by boat. Back then, there was no road from Thessaloniki – home to the nearest airport, which is an hour’s drive – and all that stood on the site was a ruined castle overlooking blonde beached coves and turquoise waters. Purchasing the land from a sect of monks from Mount Athos, Andreadis got to work developing the foundations of what would become an empire of family-focused hotels, restaurants and activities. By 2015, financial investors came in but the business is still run by the Andreadis family to this day.
Zugegeben, das Sani-Imperium ist bei der ersten Ankunft nicht ganz leicht zu durchschauen – das Resort besteht im Wesentlichen aus fünf Hotels: Sani Beach, Sani Asterias, Porto Sani, Sani Dunes und Sani Club. Sie verteilen sich entlang eines Sandstrands, umgeben von dichten Kiefernwäldern und Feuchtgebieten an der nordwestlichen Ägäis. Sani Beach ist das älteste und traditionsreichste Hotel und hebt sich mit seinem markanten Hochhausturm vom Rest des Resorts ab. Von außen versprüht es ein wenig 70er-Jahre-Charme, innen ist es jedoch großzügig und luftig, mit schier endlosen Böden aus poliertem Marmor – der perfekten Oberfläche, um zwei müde Kleinkinder, zwei Kinderwagen und drei Koffer vor sich herzuschieben. Ganz allein. Nur mal so nebenbei.

Obwohl ich noch nicht ganz davon überzeugt war, dass mich das Resortleben innerhalb der ersten 24 Stunden nach meiner Ankunft für sich gewinnen könnte, wurde schnell klar, dass Sani sich ein wenig von anderen Familienresorts unterscheidet – man denke etwa an Mark Warner oder Club Med. Zwar ist es zweifellos auf Familien ausgerichtet, bewahrt sich dabei aber einen exklusiven Charakter und bietet Eltern nahezu unendlich viele Aktivitäten nur für Erwachsene, während die Kinder in der Krippe am Strand unterhalten werden oder wohlbehütet unter den wachsamen Augen eines der hervorragenden Babysitter von Sani schlafen.
Dazu gehören Degustationsmenüs im Rahmen des Sani-Gourmet-Programms von Köchen wie Paco Morales, Livemusik inmitten der Burgruine, ein von Rafa Nadal empfohlener Tennisclub, Mountainbike-Strecken, Personal Trainer, Tauchen und die Möglichkeit, an Bord von Sanis eigener historischer Jacht eine Fahrt bei Sonnenuntergang zu unternehmen. Natürlich ist das nicht ganz so aufregend, wie sich die Entdeckung der „eigenen“, mühsam aufgespürten historischen Schätze im Schweiße seines Angesichts zu verdienen – nach einem Tag als Streitschlichter im flachen Bereich des Kleinkinderbeckens ist es jedoch mehr als willkommen.
Auch kulinarisch lässt die Auswahl keine Wünsche offen: 25 Restaurants reichen von traditionellen griechischen Tavernen über Pizzerien und mediterrane Grillrestaurants bis hin zu einem japanischen Restaurant, das von einem ehemaligen Sushi-Meister des Nobu geleitet wird. Ganz gleich, wo Sie reservieren: Essen und Service sind im Sani durchweg gut. Für jeden Anlass gibt es das passende Lokal – ob für zwei Erwachsene, die eine romantische Auszeit ohne Kinder suchen, oder für eine vierköpfige Familie, die am Pool speisen möchte.
Bei der Unterkunft entschieden wir uns für eine geräumige Junior Suite mit einem kleinen Garten, von dem Stufen zu einem schmalen Strandstreifen und zur Ägäis hinunterführen – perfekt, um morgens zu nachtschlafender Zeit Sandburgen zu bauen oder zum Abschluss des Tages bei Sonnenuntergang noch einmal ins Meer zu springen. Die Suite selbst ist in zwei Bereiche unterteilt: ein „Erwachsenenzimmer“ mit direktem Zugang zum eigenen Bad und einem großzügigen Doppelbett sowie einen Wohnbereich, der zugleich als Reich der Kinder dient und mit Kühlschrank, Babybett und kleinem Einzelbett ausgestattet ist. Die Zimmer versprühen zwar nicht gerade viel Charakter, sind aber angenehm kühl, sauber und komfortabel.
Im Sommer ist Sani fest in britischer Hand: Im Juli und August kommen sie hierher, um Sonne zu tanken. Unter sie mischen sich schick gekleidete Bulgaren und Albaner, die für einen schnellen Abstecher an die Ägäis über die Grenze kommen.
Nachdem ich davon ausgegangen war, dass ich schon nach wenigen Stunden Resortleben ungeduldig darauf warten würde, mich an der Security vorbeizuschleichen und das Weite zu suchen, verging unser Aufenthalt in Sani wie im Flug. Es ist schwierig, einen Urlaub zu finden, der zwei Gruppen mit so unterschiedlichen Ansprüchen gerecht wird, doch Sani schafft es irgendwie, Erwachsene und Kinder gleichermaßen zufriedenzustellen – nicht zuletzt dank der vielen freundlichen und zuvorkommenden Mitarbeiter, die jederzeit nur allzu gern weiterhelfen.

Hätte man mich vor einem Aufenthalt im Sani gefragt, wie mein idealer Familienurlaub aussieht, hätte ich wohl von einem gemütlichen Roadtrip durch Südeuropa oder eine andere warme Region geschwärmt, bei dem wir unterwegs all die Sehenswürdigkeiten, Klänge und kulinarischen Genüsse auskosten. Auch wenn meine Familie in den kommenden Jahren mit ziemlicher Sicherheit noch weitere solcher kulturellen Kreuzzüge über sich ergehen lassen muss, stehen die Chancen gut, dass wir uns dazwischen immer wieder ganz ohne schlechtes Gewissen luxuriöse Aufenthalte im Sani gönnen.
Für noch mehr Reiseinspiration entdecken Sie die besten Kunsthotels weltweit ...


