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Heiliger Bimbam! Das sind Londons beste Steakrestaurants

Heiliger Bimbam! Das sind Londons beste Steakrestaurants

Die Hauptstadt bietet eine Steak-Szene, die mit erstklassigen Fleischstücken begeistert. Hier sind die besten, in die Sie Ihre Zähne schlagen können …

Selbst in diesem Zeitalter aufgeklärter Esskultur zieht es einen unweigerlich zu jenem ursprünglichsten aller Genüsse zurück: Steak. Ob Sie nun zum edlen Chateaubriand, zu T-Bone-Steaks, die einen Mann umhauen könnten, oder zu Fleisch von Wagyu-Rindern tendieren, die ein besseres Leben führten als Sie und ich – Londons Steakszene erfüllt jeden Wunsch und überzeugt auf ganzer Linie; sie ist ebenso vielfältig wie raffiniert. Kathedralen des Fleisches finden sich in allen Stadtbezirken der Hauptstadt, doch dies sind die besten Stücke.

Hawksmoor (verschiedene Standorte)

Zu Londons großem kulinarischem Erbe zählt das Hawksmoor, eine stets verlässliche Adresse für Steakgenuss – T-Bone-Steaks, so gewaltig, dass sie die Eingangstüren eines Fünf-Sterne-Hotels offen halten könnten, der kräftige Geschmack von Rumpsteak, die urwüchsige Begierde, die einen angesichts des Qualitätsmaßstabs der Chateaubriands überkommt (man muss sich einfach für die Chateaubriands entscheiden), allesamt großzügig mit einer dicken Kruste aus Maldon-Salz versehen und genau richtig zubereitet, scharf angebraten und ruhen gelassen.

Doch wer über das berühmte Aushängeschild hinausblickt, entdeckt hier auch eine Hochburg exzellenter Küche: gebratene Jakobsmuscheln, aromatisiert mit feinen Knoblauchscheiben und einem Schuss weißem Portwein; Bauchrippchen vom Gloucestershire-Schwein, von Fett durchzogen und durch die spritzige Säure eines Krautsalats mit Essig verfeinert; dreifach frittierte Pommes und in Rinderfett ausgebackene Fritten; sowie kleine Staub-Cocottes, randvoll mit raffiniertem Rahmspinat. Und ein Litschi-Martini ist der perfekte Abschluss für jeden Abend.

Blacklock (verschiedene Standorte)

Als ich das letzte Mal im Blacklock war, saß links von mir ein Gast allein und verputzte mit größtem Genuss ein 800-Gramm-Porterhouse-Steak. Der Kellner warnte ihn, dass die Bestellung vielleicht etwas zu viel sei und eigentlich für drei oder mehr Personen gedacht war. Er wischte die Einwände beiseite und bestellte es medium rare. Keine Beilagen, keine Garnitur. Nur Rindfleisch, Wein und Sauce.

Ich denke, das sagt eigentlich schon alles über die Menschen aus, die ins Blacklock kommen: Fleischliebhaber, die gutes Fleisch, eine gute Zeit und keinen Schnickschnack wollen. Puristen, wie Foodblogger sie vielleicht nennen würden. Seit nunmehr einem Jahrzehnt wird das kultige Chophouse dafür gefeiert, bei jedem Service Freitagabendstimmung aufkommen zu lassen, erschwingliche Fleischstücke anzubieten (Steaks gibt es ab 15 £) und seinen Gästen so lange weißen Schokoladen-Cheesecake aufzutischen, bis sie Stopp sagen. Doch vor allem das „All In“ dürfte Sie in Versuchung führen: eine gewaltige Mischung aus Schweine-, Rind- und Lammkoteletts, hoch aufgetürmt wie ein Korb voller Sonntagswäsche und über mit Holzkohle gegrillte Fladenbrote triefend. Als Anfänger würde gelten, wer dazu nicht auch einen Krug der hausgemachten Chop Sauce bestellt.

Aragawa

Sie haben zweifellos schon von dem Steak gehört, um das es hier geht, und von seinem Preis (die Stücke kosten ab etwa 190 £ pro 100 g) – doch über die Kosten zu sprechen, geht am Wesentlichen vorbei. Das Tajima-Fleisch – von vielen als das begehrteste auf dem Markt angesehen – stammt aus der Präfektur Hyogo, deren Hauptstadt Kobe das Zentrum des Rindfleischuniversums ist. Das Restaurant bezieht sein Fleisch im Laufe des Jahres von einigen kleinen Bauernhöfen. Die dort gezüchteten Kühe gehören wohl zu den am meisten umsorgten Tieren der Welt: Sie werden mit Heu und speziell zusammengestelltem Getreide gefüttert und erhalten Mineralwasser aus tief unter der Erde liegenden Quellen. Im Winter tragen sie eigens gestrickte Jacken. Ihre Abstammung ist lückenlos dokumentiert. Die Bauern, die sie aufziehen, lieben sie von Herzen. Kurz gesagt: Diese Färsen führen ein besseres Leben als Sie und ich.

Nach der Bestellung wird das Rindfleisch in Scheiben geschnitten (250 g sollten genügen), aufgespießt und großzügig mit Salz und gemahlenem Pfeffer bestreut. Das Stück kommt über glühende Holzkohle – die Binchotan-Stäbe, mit denen Küchenchef Kazuo Imayoshi arbeitet, sind so rein, dass sie keinerlei Rauch entwickeln – und die Ofentür wird geschlossen. Für das Steak stehen zehn Garstufen zur Wahl, und allein am Tempo, mit dem das Fett herabtropft, erkennt der Küchenchef, wann es fertig ist. Dann liegt es vor Ihnen: glänzendes Fleisch, umrahmt von einigen herrlichen Kartoffeln, saisonalem Gemüse und Trauben. Die Kruste gleicht goldener Rinde, während das Innere hellrosa ist und nur von den beinahe durchscheinenden Fettadern durchzogen wird. Seine außergewöhnliche Textur erinnert daran, feste Butter zu kauen. Und es schmeckt nach einem Tier, das von Herzen geliebt wurde.

Temper Soho

In einer Zeit des bewussten Essens und der Ersatzprodukte ist das Temper eines jener Restaurants, die einem die Vorzüge von richtig gutem Fleisch wieder ins Gedächtnis rufen. Ganze Hähnchen und makellose Rippchenstränge hängen an S-Haken in der zentralen Küche. Den Geschmack verleiht ihnen der Rauch aus der Feuerstelle. Dicke Fleischstücke werden von englischen Höfen bezogen, im Haus gereift und anschließend von den Köchen zerlegt. Einige Stücke – darunter Steaks mit und ohne Knochen – kommen weitgehend schnörkellos daher, andere werden in Maistortillas serviert (zur Variante mit in Alkohol eingelegtem Ziegenkäse gibt es einen Shot Tequila; die Burnt Ends versetzen einen gedanklich nach Texas). Alles, was in ein Paratha gewickelt wird, liegt irgendwo zwischen einem Bing und einem Fladenbrot. Und am besten reserviert man einen Platz am Tresen, um die ganze Hitze hautnah mitzuerleben. Nur die Desserts sollte man nicht verschlafen – der Deep-Dish-Cookie ist ideal, um dem Fleischkoma ein Ende zu setzen.

Cut at 45 Park Lane

Sie begeben sich zu diesem dunstigen, stets geschäftigen Ort an der Park Lane und gehen direkt ins Cut im Erdgeschoss, Wolfgang Puck’s Tempel für erlesenes Fleisch – vielleicht kommt London hier dem großen amerikanischen Steakhouse so nahe wie nie zuvor – und bringen Ihre Sinne mit einem Infinity Martini von der Bar im Obergeschoss zur Ruhe. Sie studieren die Speisekarte, die sich nur als eine Art Verzeichnis von Rindfleisch aus aller Welt beschreiben lässt – Sirloin aus Amerika, australische Ribeyes, japanische Cuts aus Kagoshima, trocken gereifte Perfektion aus Großbritannien – und sagen dem Service, wie der Küchenchef das Stück Ihrer Wahl zubereiten soll. Dazu gibt es Kartoffelpüree, Waldpilze und Rahmspinat, Foie-gras-Lappen und Knochenmark, das an den Enden hervorquillt. Zum Abschluss vielleicht ein Schokoladensoufflé oder ein baskischer Käsekuchen mit dunkler Kruste – oder beides. Danach schleppen Sie sich in Ihr Hotelzimmer, waschen die Sünden des Abends ab, lassen den Blick benommen über die Art-déco-Einrichtung schweifen und versinken in den sanften Wonnen der Vispring-Matratze und der Mühldorfer-Bettwaren.

Am Morgen wäre ein Besuch im Fitnessraum im Untergeschoss und im angrenzenden Pool, der mit seinen floralen Mosaiken ein wenig an William Morris erinnert, eine ziemlich gute Idee.

The Quality Chop House

Trotz seines an eine Metzgerei erinnernden Namens sind die wahren Helden im The Quality Chop House – einem kirchenähnlichen Ambiente mit zahlreichen Holzbänken – die confierten Kartoffeln: kleine, rechteckige Türmchen aus hauchdünn gehobelten Maris-Piper-Kartoffeln, die in Entenfett geschwenkt, gebacken und anschließend frittiert werden. Ihre knusprige Kruste erinnert an die perfekte Beilage zum Sonntagsbraten und passt hervorragend zum Highland-Roastbeef am Knochen. Außerdem gibt es Welsh Rarebit mit dem rauchigen Duft eines Grillabends im heimischen Garten, Mangalitza-Schweinefleisch und Ribeye-Steak. Knien Sie am Ende Ihrer Mahlzeit nieder, richten Sie den Blick gen Himmel und äußern Sie beim großen Mann dort oben einen Wunsch – vielleicht den nach einer baldigen Rückkehr.

The Connaught Grill

Das Connaught Hotel ist ein Ort, an dem man einen Großteil der Woche verbringen kann, ohne dass es einem an etwas fehlt. Große Namen wie Jean-Georges Vongerichten und Hélène Darroze verwöhnen hier schon seit geraumer Zeit das Fünf-Sterne-Publikum – Ersterer mit Gerichten, die britische und südostasiatische Einflüsse vereinen, Letztere mit ihren eleganten mehrgängigen Menüs. Und seit der Martini-Wagen der Connaught Bar zum ersten Mal vorgefahren wurde, ist sie aus den Bestenlisten der Welt kaum noch wegzudenken. Lassen Sie die Woche im unterirdischen Spa hinter sich und sich am Abend in einem der luxuriösen Zimmer in den oberen Etagen rundum verwöhnen. Im The Connaught Grill kommen ursprüngliche Instinkte voll auf ihre Kosten: Das edle Interieur – vom mit Palisander verkleideten Korridor bis zu den maßgefertigten Holzelementen von Mira Nakashima – bildet einen puristischen Kokon, der den eigentlichen Grund Ihres Besuchs hervorhebt: erstklassige Produkte, über Holzfeuer geröstet.

Für Stammgäste stehen stets Seezunge aus Dover, gegrillte Wildgarnelen und makelloses A5-Kobe-Rind auf der Karte. Sonntags gibt es Hereford-Rinderrippe und Schwarzfederhuhn. Je nach Saison bereitet die Küche mitunter gefüllten Kaninchenrücken mit Velouté von geräucherten Schwarzwurzeln und Brennnesselpüree zu. Wer auf bewährte Klassiker eines traditionellen Grillrestaurants setzt, wählt das 900 g schwere T-Bone-Steak vom Weiderind, das 30 Tage trocken gereift ist – ein gewaltiges Stück Fleisch, innen perfekt rosa. Bitten Sie um eine Sitznische am hinteren Ende des Raums: Die riesigen hohen Rückenlehnen verbergen diskret, wenn Sie sich ein oder zwei Stunden lang einem ausgiebigen Fleischgenuss hingeben.

Lutyens Grill

Wenn Sie je das Bedürfnis verspüren, sich von Essen bis zur völligen Kapitulation überwältigen zu lassen, dann buchen Sie am besten ein Sonntagsmittagessen im Lutyens Grill – dem privaten, holzgetäfelten Raum im Erdgeschoss des The Ned, einem jener altmodischen, gediegenen Clubs, die man in einer Folge von Mad Men erwarten würde. Unter der Woche lockt das Hotel vielleicht mit seinem hervorragenden Spa, den kalifornischen Gerichten der Malibu Kitchen oder der Livemusik – doch sonntags sollte man sich der unbegrenzten Portion Prime Rib vom 45 Tage gereiften Fleisch seltener Rinderrassen stellen: ein gewaltiger Brocken aus Fleisch und Fett, noch am Knochen und dick genug, um damit Padel zu spielen, der den ganzen Nachmittag über serviert wird, bis Sie um Gnade bitten. Betrachten Sie die Beilagen – Yorkshire-Pudding, Bratkartoffeln und Gemüse – einfach als Gaumenreiniger.

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