
Wer wird den nächsten James-Bond-Bösewicht spielen?
Wird 007s nächster Erzfeind ein muskelbepackter Handlanger sein? Ein wortgewandter Strippenzieher? Oder etwas, das völlig mit der Tradition bricht? Wir nehmen die Schauspieler unter die Lupe, die zum neuen Gesicht des Bösen in der Filmreihe werden könnten.
- Text von: Josh Lee
Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass Eon Productions die kreative Kontrolle über das James-Bond-Franchise an Amazon MGM Studios abgegeben hat. Dadurch eröffnen sich in vielerlei Hinsicht neue Möglichkeiten dafür, wie der nächste Teil rund um den Superspion aussehen könnte, da neue Verantwortliche wahrscheinlich viele der stilistischen Merkmale und Vorstellungen der vergangenen Jahrzehnte hinter sich lassen werden. Wir haben bereits darüber gesprochen, wer die Hauptrolle übernehmen könnte – eine Debatte, der der Gesprächsstoff nie auszugehen scheint – und wir befassen uns außerdem damit, wer auf dem Regiestuhl Platz nehmen beziehungsweise den nächsten Titelsong singen könnte: hier und hier.
Am meisten Spaß dürfte jedoch die Wahl des Bösewichts (oder der Bösewichte) machen, schließlich bietet diese Rolle besonders viel kreativen Spielraum. Werden sich die Produzenten für einen präzise agierenden Strategen entscheiden, wie Mads Mikkelsens Darstellung von Le Chiffre? Oder vielleicht für ein muskelbepacktes Kraftpaket wie Oddjob oder Dave Bautistas Mr. Hinx? Für einen klügeren, besonneneren Kopf (man denke natürlich an Ernst Stavro Blofeld in seinen zahlreichen Inkarnationen)? Oder vielleicht für etwas völlig Neues und Unerwartetes? Diese Kandidaten haben wir in die engere Wahl genommen …
Daniel Kaluuya
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Der Hauptdarsteller aus „Get Out“ und „Nope“, Daniel Kaluuya, zeigt häufig eine regungslose Miene, die ihm als eiskaltem Bond-Gegenspieler zugutekommen könnte. Er hat die kräftige Statur für den Nahkampf, und seine Darstellung von Fred Hampton in „Judas and the Black Messiah“ zeigt, dass er Rollen übernehmen kann, die eine gewisse Autorität ausstrahlen müssen.
Colin Farrell
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Mit seiner Verwandlung für eine Rolle in The Penguin hat Colin Farrell die Grenzen dessen, was ein Fernsehbösewicht sein kann, in neue Gefilde verschoben, und seine Interpretation gilt inzwischen weithin als eine der großartigsten Rollen, die je auf dem kleinen Bildschirm zu sehen waren. Aus seinen Auftritten in Saving Mr. Banks und Fantastic Beasts and Where to Find Them wissen wir außerdem, dass er bei der Darstellung von Figuren mit düsterer Hintergrundgeschichte über eine enorme Bandbreite verfügt. Für uns ist er der klare Favorit – doch sein Engagement in Gothams Unterwelt könnte seiner Verfügbarkeit im Wege stehen.
Joseph Quinn
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Als Kaiser Geta, einer der beiden römischen Herrscher in „Gladiator II“, ist er einfach nur abscheulich, und mit dieser blutrünstigen, völlig durchgeknallten („DIE GÖTTER HABEN GESPROOOOOCHEN!!!!“), leicht reizbaren Darstellung wäre er der perfekte Gegenspieler für den MI6. (Dasselbe ließe sich über Fred Hechinger sagen, der Kaiser Caracalla spielte.)
Cillian Murphy
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Sollte Christopher Nolan Regie führen, was viele für so gut wie sicher halten, stehen die Chancen gut, dass auch Cillian Murphy, seit Langem einer von Nolans Lieblingsschauspielern, in irgendeiner Form mitwirkt. Als weiterer Darsteller aus dem Batman-Universum hat er Scarecrow gespielt und ist auch in „Inception“ ziemlich unsympathisch, doch vor allem seine Rolle als J. Robert Oppenheimer lässt vermuten, dass er einen Strippenzieher von großem Format verkörpern kann. Vielleicht würde der Bösewicht damit eher in Richtung Christoph Waltz gehen.
Willem Dafoe
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In vielen seiner Rollen gelingt es Willem Dafoe, dem vielleicht dienstältesten Vertreter auf dieser Liste, das Unheimliche und Schräge überzeugend zu verkörpern: den Grünen Kobold; Jopling, den Vollstrecker in The Grand Budapest Hotel; ja, in letzter Zeit hat er sich sogar recht häufig in Horror-, Gothic- und verwandte Genres vorgewagt, etwa in Poor Things und Nosferatu. Der intensive Blick und das spitz gezahnte Lächeln verleihen dem Ganzen den letzten mörderischen Schliff.
Donald Glover
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In Der Marsianer spielt er den unkonventionellen Astrodynamiker Rich Purnell – eine Figur, die in mancher Hinsicht mit Boris Grishenko aus GoldenEye vergleichbar ist. Sein geschmeidiger Tonfall als junger Lando Calrissian könnte ebenso elegant wirken wie der von Javier Bardem in seiner Rolle als Raoul Silva. Als modernes Multitalent verfügt er zweifellos über die vielseitigen Fähigkeiten, um katzenstreichelnden Bösewichten einen zeitgemäßen Anstrich zu verleihen. Angesichts all dessen wäre es keineswegs überraschend, wenn der Atlanta-Star zum neuen Gesicht des Bösen im Franchise würde.
Oscar Isaac
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Obwohl Oscar Isaac für sympathische Rollen wie Poe Dameron in Star Wars und Dunes Herzog Leto Atreides bekannt ist – also im Grunde für die Guten –, kann er dennoch ausgesprochen unheimliche und bedrohliche Darbietungen abliefern. Besonders in Erinnerung bleibt seine Rolle als manipulativer Multimilliardär und Wissenschaftler Nathan in Ex Machina, dicht gefolgt von Standard Gabriel in Drive; obwohl Letzteres nur ein kurzer Gastauftritt war, hatte man stets das Gefühl, er könnte jeden Moment explodieren (und gewissermaßen tat er das auch).
Barry Keoghan
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Barry Keoghan versetzte das Internet in Aufruhr, als er gegen Ende von „The Batman“ einen kurzen Auftritt als Joker hatte. Schon daran erkennt man, dass er die für einen fiktiven Erzfeind nötigen Eigenheiten und Ticks überzeugend darstellen kann. Und selbst in Filmen wie „The Banshees of Inisherin“ weiß man nie so recht, was in seinem Kopf vorgeht – eine Eigenschaft, die für ein kriminelles Genie vielleicht unerlässlich ist.
Tom Hardy
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Könnte dies eine der größten Kehrtwenden der Filmgeschichte sein? Jahrelang galt der Venom-Darsteller als heißer Kandidat für die Rolle des 007, doch in letzter Zeit sind solche Spekulationen aufgrund seines Alters abgeflaut. Für Bösewichte in der Bond-Reihe gibt es jedoch keine wirkliche Altersgrenze – warum also sollte Hardy nicht vom potenziellen Helden zum potenziellen Schurken werden? Hinzu kommt erneut die Verbindung zu Nolan, und wir hätten wirklich nichts dagegen, wenn er hier den Handlanger alter Schule gäbe (schließlich war er Bane). Sollte sich die Gelegenheit bieten, sollte Hardy darüber nachdenken – der Bösewicht hat schließlich immer den meisten Spaß.
Cate Blanchett
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Bevor Sie Einspruch erheben, nehmen Sie sich einen Abend Zeit, um Cate Blanchetts Auftritt in der Titelrolle von Tár anzusehen – eine verstörende, nuancierte Darstellung davon, wie Macht für Missbrauch eingesetzt werden kann. Danach können wir das Gespräch fortsetzen.
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