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Der unaufhaltsame Aufstieg von INEOS Automotive

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Der unaufhaltsame Aufstieg von INEOS Automotive

Wie eine Skizze auf einem Fünf-Pfund-Schein zum neuen Maßstab für Nutzfahrzeuge wurde

Alles begann bei einem Bier – wie so oft bei den besten Dingen. Im Jahr 2016 saß Sir Jim Ratcliffe – Milliardär, Unternehmer und Gründer des Petrochemiegiganten INEOS – mit einigen Kollegen im The Grenadier, einem traditionsreichen Pub im Londoner Stadtteil Belgravia. Das Gespräch kam auf das Ende des Land Rover Defender, dieses großartigen britischen Arbeitstiers, und auf die Lücke, die er hinterlassen hatte. Doch statt die Einstellung der Produktion zu beklagen, brachte Ratcliffe eine Idee ins Spiel: Warum nicht einen eigenen bauen? Einen geradlinigen, kompromisslos robusten Geländewagen mit Komfort und Ergonomie auf dem Niveau des 21. Jahrhunderts – ein unverwechselbares analoges Produkt in einer digitalen Welt. Der Pub gab dem Konzept seinen Namen. Der Grenadier war geboren.

INEOS Automotive founder Sir Jim Ratcliffe, outside The Grenadier in Belgravia.

Was darauf folgte, war alles andere als die Schwärmerei eines Hobbyisten. Bis 2017 war INEOS Automotive als eigenständiger Geschäftsbereich innerhalb der größeren INEOS Group gegründet und das Team „Projekt Grenadier“ zusammengestellt worden, um die Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Eine auf eine 5-Pfund-Note gekritzelte Skizze des Autos hängt noch heute in ebenjenem Pub. Ratcliffe holte die Besten ins Boot: Magna Steyr, das österreichische Engineering-Schwergewicht hinter der Mercedes G-Klasse, und BMW, dessen laufruhige Reihensechszylinder-Benzin- und -Dieselmotoren das neue Fahrzeug antreiben sollten. Kein schlechter Anfang.

A sketch of the INEOS Grenadier's interior.

Die Tests waren umfassend. Die Prototypen legten mehr als eine Million Meilen unter allen nur denkbaren Bedingungen zurück: auf den felsigen Wegen des österreichischen Schöckl, im Wandersand des Nahen Ostens und in der sengenden Hitze des Death Valley. Die Vorgabe war klar. Designchef Toby Ecuyer brachte es so auf den Punkt: „Unser Ziel war es, ein modernes, funktionales und äußerst leistungsfähiges 4x4-Fahrzeug zu entwickeln, bei dem der Nutzwert im Mittelpunkt steht … Es bietet alles, was man braucht, und nichts, was man nicht braucht. Nichts ist bloße Show.“

INEOS Grenadier at the Goodwood Festival of Speed 2024 Prototype Hill Climb.

Die unternehmerischen Grundlagen waren ebenso ambitioniert. 2021 übernahm INEOS ein hochmodernes Produktionswerk im französischen Hambach – eine zuvor Mercedes-Benz gehörende Anlage mit mehr als 1.000 erfahrenen Beschäftigten. Nachdem der Standort gesichert war, konnte die Serienproduktion anlaufen. Im Juli 2021 feierte der Grenadier beim legendären Bergrennen des Goodwood Festival of Speed seine erste dynamische Premiere. Noch im selben Jahr konnten Reservierungen vorgenommen werden, und die Nachfrage war sofort groß. Rund 75.000 potenzielle Käufer bekundeten ihr Interesse und bestätigten damit Ratcliffes Einschätzung: Weltweit bestand nach wie vor Bedarf an einem echten Geländewagen.

Die Dynamik nahm weiter zu. 2022 lief die Produktion richtig an, und bereits 2023 wurden Grenadier in mehr als 50 Märkten in Europa, Afrika, dem Nahen Osten, Australien und – besonders wichtig – den Vereinigten Staaten an Kunden ausgeliefert. Die USA sind inzwischen der größte Markt der Marke und stehen für 60 % des Gesamtabsatzes.

INEOS Grenadier Kavango 6-Seat Prototype.

INEOS Grenadier Detour by Arcane Works.

Im Laufe der Zeit wurde die Grenadier-Modellpalette erweitert. Der Quartermaster Pick-up mit Doppelkabine feierte beim Goodwood Festival of Speed 2023 seine Weltpremiere. 2024 folgte die Markteinführung des Grenadier Commercial, einer maßgeschneiderten Zweisitzer-Version des Geländewagens. Hinzu kamen Markenkooperationen für limitierte Sondermodelle (unter anderem mit der britischen Outdoor-Bekleidungsmarke Belstaff), die Präsentation mehrerer Prototypvarianten sowie die Übernahme des in Botswana ansässigen Unternehmens Kavango Engineering, eines der renommiertesten und etabliertesten Spezialisten für Fahrzeugumbauten im südlichen Afrika. Außerdem wurde Arcane Works ins Leben gerufen – ein einzigartiger Service, mit dem Kunden limitierte Grenadier-Sondermodelle individuell gestalten können. Anfang dieses Jahres wurden die Bestellbücher für den bislang extremsten Grenadier geöffnet: ein neues Portalachsenmodell, das vom renommierten deutschen Offroad-Spezialisten LETECH entwickelt wurde – der INEOS Grenadier Trialmaster X LETECH. Er ist die ultimative Offroad-Maschine und ein weiterer Beweis dafür, dass sich INEOS Automotive nicht auf seinen Lorbeeren ausruht.

INEOS Grenadier Trialmaster X LETECH

In weniger als zehn Jahren hat sich INEOS Automotive in einer Branche etabliert, in der es bekanntermaßen schwierig ist, Fuß zu fassen. Das Unternehmen hat globale Lieferkettenprobleme, Komponentenengpässe, sich wandelnde Null-Emissions-Ziele und die Skepsis gemeistert, die jedem Branchenneuling entgegenschlägt. Dabei hat das Team nie seinen messerscharfen Fokus darauf verloren, Sir Jims ursprünglicher Vision treu zu bleiben. Der Grenadier ist keine nostalgische Reminiszenz, sondern ein eigenständiges Kraftpaket – eine Maschine mit britischem Geist und deutscher Präzision, entstanden aus einer einzigen Idee, die in einem Londoner Pub auf Papier gekritzelt und mit Überzeugung verwirklicht wurde.

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