
Auto der Woche: Porsche Macan Turbo
Trotz des Umstiegs auf Batterien scheint Porsche erneut ins Schwarze getroffen zu haben
- Text von: Rory FH Smith
Die Rezeptur des meistverkauften Produkts zu ändern, ist ein mutiger Schritt – ganz gleich, ob es um Kosmetik oder Autos geht. Seit seiner Markteinführung im Jahr 2014 ist der Porsche Macan für die meisten Menschen das Einstiegsmodell in die Porsche-Welt. Dabei erwies sich das mittelgroße SUV von Anfang an als Erfolg. Es war praktischer und höhergelegt als ein 911, aber kleiner als der Cayenne und zudem mit einer Auswahl leistungsstarker Benzin- und Dieselmotoren erhältlich. Was will man mehr?
Als das neue Modell Anfang 2024 enthüllt wurde, war es daher etwas überraschend, dass Porsche den neuen Macan ausschließlich als vollelektrisches Fahrzeug anbieten würde. Doch keine Sorge: Auch wenn sich das Konzept geändert hat, ist der neue Macan nach wie vor ein beeindruckendes Mittelklasse-SUV.

Die Energie liefert nun eine stattliche 100-kWh-Batterie, von der 95 kWh nutzbar sind. Damit leistet das Spitzenmodell in der Turbo-Ausstattung bis zu 630 PS und schafft offiziell 367 Meilen Reichweite – unter realen Bedingungen sind es eher knapp 300 Meilen, was den meisten genügen dürfte. Was die reine Geschwindigkeit angeht, ist der Macan Turbo auf der Fahrt über die Cairngorms’ spektakuläre Old Military Road noch immer so schnell, dass man sich am Lenkrad festklammert. Seine Beschleunigung ist jedoch weniger brutal als die des elektrischen Taycan Turbo GT, der in aberwitzigen 1,9 Sekunden von 0 auf 62 mph sprintet. Dennoch erreicht der Macan Turbo aus dem Stand in nur 3,3 Sekunden nahezu 62 mph – und ist damit genauso schnell wie ein 911 GT3, um das einmal ins Verhältnis zu setzen.
Im Innenraum gibt es genug Bildschirme, um selbst einen Börsenhändler zufriedenzustellen. Neben dem digitalen Kombiinstrument und dem zentralen Display mit Apple CarPlay und Android Auto ist optional ein dritter Bildschirm vor dem Beifahrer erhältlich. Wie von Porsche gewohnt, sind Gestaltung und Qualität des Innenraums unübertroffen. Die Bedienung erfolgt über eine Mischung aus Touchflächen und einigen erfreulich klassischen Bedienelementen am Lenkrad.

Doch was kostet eine derart verlockende Kombination aus Leistung und Alltagstauglichkeit? Die Preise für den Macan Turbo beginnen bei 95.000 £, während der etwas weniger leistungsorientierte Macan 4 ab 67.000 £ erhältlich ist. Da seine wichtigsten Konkurrenten – der Lotus Eletre und das Mercedes EQE SUV – teurer sind als der Turbo, führt bei einem leistungsstarken Elektro-SUV für die Familie kaum ein Weg am Porsche vorbei. Trotz des Umstiegs auf Batterien scheint Porsche erneut ins Schwarze getroffen zu haben.


