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Wie man stilvoll eine Party crasht

Wie man stilvoll eine Party crasht

Because every true gentleman should know how to crash an incredible party... and get away with it

Partys sind für manche Menschen eine Frage von Leben und Tod. In Evelyn Waughs Roman Vile Bodies beschließt der auf die schwarze Liste gesetzte Simon Balcairn, dass er genauso gut „jetzt allem ein Ende setzen“ könne, sollte ihm der Zutritt zu Margot Metrolands legendärem Empfang verwehrt bleiben. In einem kühnen Akt der Selbsterhaltung kombiniert der junge Gesellschaftskolumnist also einen falschen Bart mit einigen zeremoniellen Orden und wagt sich erneut ins Getümmel. Es ist zugleich sein erster und letzter Auftritt als ungeladener Partygast. Einige Seiten später entlarvt ihn der gewiefte Pater Rothschild, indem er ihm den Bart abnimmt, und fordert ihn unverzüglich auf, die Party zu verlassen. Balcairn hält Wort, steckt kurzerhand den Kopf in den Aga-Herd und gesellt sich zu jenen seiner Vorfahren, die bei Akkon und Azincourt gefallen waren.

Waughs Roman wird dieses Jahr 95, doch angesichts dieser kleinen Szene würde man das kaum vermuten. Der leise Hauch von Verzweiflung, das maßlos übertriebene Outfit, die Alles-oder-nichts-Haltung: Diese Symptome sind auf den Bürgersteigen von NoHo und am Berkeley Square noch immer anzutreffen. Und wer darunter leidet, bleibt nicht unbehandelt.

The Wedding Crashers

Eine kurze Google-Suche hat mir gerade mehrere Dutzend Artikel mit Titeln beschert, die „x Tipps zum Einschleichen auf eine Party“ versprechen. Die darin enthaltenen Ratschläge reichen vom schmerzlich Offensichtlichen (geben Sie sich nicht als Madonna aus, denn „ihr Gesicht ist wahrscheinlich zu bekannt“) bis zum völlig Abwegigen („Frühstücken Sie am Tag der Party im Restaurant und bleiben Sie dort, bis es losgeht“). Alles dazwischen taugt derweil als guter – wenn auch altbekannter – Rat für jede Art von gesellschaftlichem Anlass: Kleiden Sie sich angemessen, treten Sie selbstbewusst auf und übertreiben Sie es nicht.

Dieser Liste ließe sich noch ein viertes Gebot hinzufügen: Seien Sie charmant. Zumindest vertritt diesen Standpunkt ein irakischer Text aus dem 11. Jahrhundert, der erst vor wenigen Jahren erstmals entdeckt wurde. Das alte Buch mit dem durchaus treffenden Titel Die Kunst, sich auf Partys einzuschleichen stellt Humor und Charme über Täuschung und Dreistigkeit. Werden ungebetene Gäste beispielsweise von einem Türsteher nach ihrem Namen gefragt, sollen sie freundlich lächeln und schlicht sagen: „Ich bin der Mann, der Ihnen die Mühe erspart hat, eine Einladung zu schreiben.“ Danach ist einem der Einlass offenbar sicher.

Breakfast at Tiffany's

Die andere Möglichkeit ist, richtig aufzutrumpfen – oder es gleich bleiben zu lassen. Das könnte durchaus das Motto der vergnügten uneingeladenen Gäste in F. Scott Fitzgeralds Der große Gatsby gewesen sein. „Die Leute waren nicht eingeladen – sie gingen einfach hin“, staunt Erzähler Nick Carraway über die ausgelassenen Partys im größten Haus auf Long Island. „Manchmal kamen und gingen sie, ohne Gatsby überhaupt begegnet zu sein; sie kamen zur Party mit einer Arglosigkeit, die ihnen als Eintrittskarte genügte.“

You've made it into the party, now master the handshake...

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