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Uhr der Woche: Chopard L.U.C Grand Strike

Uhr der Woche: Chopard L.U.C Grand Strike

Dreißig Jahre, in denen die Grenzen der modernen „Haute Horlogerie“ immer wieder neu ausgelotet wurden, verlangen nach nichts Geringerem als dem virtuosesten Geburtstagsgeschenk, das sich ein Uhrennerd nur wünschen kann.

Es gibt Haute Horlogerie, und dann gibt es Haute Horlogerie – Letztere ist das Metier von Chopards Denkfabrik und Innovationsschmiede „L.U.C“. Umso beeindruckender angesichts ihres noch jungen Alters.

Andererseits hätte sich Co-Präsident Karl Friedrich Scheufele bei seinem Herzensprojekt Mitte der Neunzigerjahre niemals mit weniger zufriedengegeben, als er den Unternehmergeist des Namensgebers und Gründervaters von L.U.C aus dem 19. Jahrhundert, Louis-Ulysse Chopard, wiederaufleben ließ.

Eine Reise, die nun in einer Kreation gipfelt, die in der Schweiz kaum jemand übertreffen dürfte – ganz gleich, auf wie viele Jahrhunderte Tradition man dort auch zurückblicken kann.

Die bereits im November vorgestellte L.U.C „Grand Strike“ ist unbestreitbar ein Meisterwerk der Mechanik, das vollständig in den Werkstätten jenes Juweliers und Uhrenherstellers entwickelt wurde, der bei den Stammgästen auf dem roten Teppich besonders beliebt ist – und das gerade rechtzeitig zum 30-jährigen Jubiläum von Chopards exklusiver Uhrenlinie.

Dieser charmante, klangvolle Zeitmesser verfügt über drei musikalische Modi: eine „Grande Sonnerie“ (die Viertelstunden und Stunden werden automatisch geschlagen), eine „Petite Sonnerie“ (die Stunden werden automatisch geschlagen) und eine „Minutenrepetition“ (Stunden, Viertelstunden und anschließend die verbleibenden Minuten werden auf Knopfdruck geschlagen). Jede dieser Klangfolgen wird von einem Miniaturorchester dargeboten, das durch die zifferblattlose Gestaltung gebührend ins Rampenlicht rückt: Ein Schlagwerk aus zwei Hämmern und zwei kreisförmigen Tonfedern spielt links oben auf der Bühne – also zwischen 9 und 11 Uhr.

„Es war schon immer unser Ziel, bei Chopard eine ‚Grande Sonnerie‘ zu entwickeln“, erklärt Monsieur Scheufele voller Begeisterung. „Der L.U.C Grand Strike verkörpert die geballte Innovationskraft aus 30 Jahren in der Haute Horlogerie – ganz zu schweigen vom Ergebnis von über 11.000 Stunden gezielter Forschung und Entwicklung.“

In der exklusiven Welt der Schweizer Uhren können nur eine Handvoll Namen eine zu 100 % integrierte Fertigung – eine sogenannte „Manufaktur“ – für sich beanspruchen. In den Werkstätten an den üppig grünen Hängen des Val-de-Travers im Juragebirge sowie weiter unten, nahe dem Ufer des Genfersees, entwickeln, fertigen, dekorieren und montieren die passionierten Kunsthandwerker der Chopard Manufacture unter den eigenen Dächern jede einzelne Komponente, die eine „L.U.C“ antreibt – ohne dabei auf die traditionsreiche Heimindustrie externer Ateliers in der Region zurückzugreifen.

Unerschrockene Besucher des verschlafenen Dorfes Fleurier können im L.U.C-Hauptquartier eine chronologisch angeordnete Reihe von Exponaten bewundern: angefangen bei der allerersten Gelbgolduhr mit dem Kaliber 96.01, die vom Magazin Montres Passion zur „Uhr des Jahres 1997“ gekürt wurde, bis hin zur schnörkellosen „Engine One“ von 2010, die anlässlich des 150-jährigen Jubiläums von Chopard entstand und von Karl-Friedrich Scheufeles Leidenschaft für leistungsstarke Automobile inspiriert war. (Ein moderner Klassiker für Kenner, der nun als zweite streng geheime Enthüllung dieser Woche neu interpretiert wird: das gemeinsam mit dem legendären italienischen Karosseriebauer Zagato entwickelte Konzept „Lab One“. Rohrrahmen inklusive.)

Als buchstäbliche Einstimmung auf den diesjährigen epischen „Grand Strike“ sei an das Jahr 2017 erinnert, als Monsieur Scheufele und sein Team bei den „Oscars der Schweizer Uhrmacherkunst“, dem Grand Prix d'Horlogerie de Genève, mit der „Goldenen Hand“, der „Aiguille d’Or“, ausgezeichnet wurden – für den Zeitmesser „Full Strike“ der L.U.C-Sparte.

Die Full Strike wurde von der Fachwelt nicht nur als „Best in Show“ ausgezeichnet und war zugleich Chopards erste Minutenrepetition, sondern ist dank eines genialen Kunstgriffs, der auch bei der diesjährigen Grand Strike zum Einsatz kommt, nach wie vor eine höchst innovative Schlagwerkuhr: Sie lässt eine melodische Abfolge aus zwei Tönen erklingen – Cis für die Stunden, Cis und F für die Viertelstunden und anschließend F für jede verbleibende Minute. Allerdings nicht auf zwei traditionell mit dem Uhrwerk verschraubten Tonfedern aus Metalldraht, sondern auf zwei Saphirglas-Tonfedern, die zusammen mit dem das Zifferblatt überspannenden Glasdom „aus einem Stück“ gefertigt werden.

Indem die Schwingungen der Tonfedern direkt über das Deckglas nach außen geleitet und verstärkt werden, anstatt auf einen metallischen, luftvermittelten Resonanzraum zu setzen, entsteht ein zugleich klangvolles, kraftvolles und gestochen scharfes Hörerlebnis.

Diese außergewöhnliche Monoblock-Konstruktion aus Saphirglas ist Gegenstand eines von zahlreichen Patenten, die Chopard während der 15.000 Stunden Entwicklungszeit für das L.U.C-08.01-L-Uhrwerk der Full Strike anmeldete. Dank ihrer Transparenz lässt sich zudem bei jedem Druck auf den Drücker in der Krone das rhythmische Spiel der winzigen Hämmerchen bewundern.

Indem die drei Komponenten des Schlagwerks zu einem einzigen Saphirteil verschmolzen wurden, hat die Chopard Manufacture sozusagen die gläserne Decke durchbrochen und sich zum führenden Schweizer Wegbereiter auf dem Gebiet der Mineralkristalle entwickelt. Und in passenderweise „transparenter“ Manier legt Chopard mit Stolz die enge Zusammenarbeit mit einigen virtuosen externen Experten offen.

Die Brüder Renaud und Gautier Capuçon, Violin- und Cellosolisten, haben jedes einzelne der Zeitmessinstrumente von Chopard mit Saphirschlagwerk klanglich feinabgestimmt und so eine harmonische „Übertragungskette“ geschaffen, die in jeder neuen Konstruktion nachhallt. Anschließend überprüft Professor Romain Boulandet – Leiter des Labors für angewandte Akustik an der Genfer Ingenieurhochschule HEPIA – deren akustische Ausgewogenheit in seiner „reflexionsarmen Kammer“.

„Wenn Sie der Klang berührt, dann deshalb, weil unsere Art, Uhren zu fertigen, bei Ihnen Anklang findet“, erklärt Karl-Friedrich Scheufele metaphorisch, aber treffend, denn keine Grand Strike klingt genau wie die andere.

Bei 6 Uhr vollführt die Mikromechanik einen weiteren Tanz: Der Tourbillonkäfig des Kalibers L.U.C 08.03-L der Grand Strike dreht sich einmal pro Minute um die eigene Achse. Ursprünglich wurde das Tourbillon vor über zwei Jahrhunderten von Abraham-Louis Breguet entwickelt, um die Reibung an der im Inneren schwingenden Unruh auszugleichen. Doch seien wir ehrlich: Wie bei den Hämmern und Tonfedern geht es auch hier vor allem um das Schauspiel – umso eindrucksvoller inszeniert, da das wirbelnde Tourbillon unter einer transparenten Saphirbrücke zu schweben scheint.

Das faszinierende Zusammenspiel der Mikromechanik der Grand Strike mag wie ein aufwendiges, störungsanfälliges Unterfangen erscheinen – und Schlagwerke sind bekanntlich äußerst empfindlich. Doch ganz im Sinne des hochmodernen Ansatzes von L.U.C, die „komplizierte“ Uhrmacherkunst weiterzuentwickeln, lag der Schwerpunkt bei der Grand Strike auf praktischer Alltagstauglichkeit. Nicht weniger als fünf neue Patente wurden erteilt, die genau dies gewährleisten.

Darüber hinaus wird das Gewirr der Mikromechanik des L.U.C Full Strike Tourbillon von Hand poliert, um die zwölf Perfektionskriterien des Gütesiegels „Poinçon de Genève“ zu erfüllen. Das glänzende Sahnehäubchen auf einer rundum gelungenen Geburtstagstorte.

Auf die nächsten 30 Jahre, Chopard L.U.C.

 L.U.C Grand Strike

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