Yacht der Woche: Galileo G
Picchiottis 55 Meter lange Explorer-Yacht wurde dafür gebaut, Ozeane zu überqueren, statt nur in Häfen zu liegen, und zählt nach wie vor zu den faszinierendsten Abenteuer-Yachten auf dem Wasser.
- Text von: Harry Jarman
Es gibt Superyachten, die für die Gewässer vor Saint-Tropez konzipiert sind, und dann gibt es Superyachten, die dafür gebaut wurden, vollständig hinter dem Horizont zu verschwinden. Galileo G gehört ganz eindeutig zur letzteren Kategorie.
Die 55,7 Meter lange Exploreryacht wurde von der traditionsreichen italienischen Werft Picchiotti gebaut und 2012 vom Stapel gelassen. Sie war von Anfang an als echte Langstreckenyacht konzipiert, die ihre Eigner weit über die vertrauten Reviere des Mittelmeers und der Karibik hinausbringen kann. Und auch mehr als ein Jahrzehnt nach ihrem Stapellauf strahlt sie noch immer eine erfrischende Zielstrebigkeit aus.

Die Schiffskonstruktion stammt von Philippe Briand, das Design von seinem Studio Vitruvius. Im Mittelpunkt des Auftrags standen Qualität, Leistung und Entdeckergeist. Das Ergebnis ist eine Yacht, die die von einer echten italienischen Superyacht erwartete Eleganz mit der technischen Ausstattung verbindet, die für Reisen in einige ausgesprochen unwirtliche Regionen der Welt erforderlich ist.

Diese Fähigkeit ist weit mehr als nur Kosmetik. Galileo G verfügt über einen Stahlrumpf, der gemäß den Standards der Eisklasse 1B gebaut wurde, während ihr Antrieb und ihre Bordsysteme für den Einsatz unter extremen klimatischen Bedingungen verstärkt und geschützt wurden. Am beeindruckendsten ist jedoch ihre Reichweite: Bei einer Reisegeschwindigkeit von 11 Knoten kann sie ohne Auftanken rund 9.000 Seemeilen zurücklegen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 16 Knoten.


Mit anderen Worten: Diese Yacht wurde eher mit Blick auf die Nordwestpassage als auf Portofino gebaut. Und ihr Werdegang beweist das. Laut Vitruvius ist die Galileo G seit ihrem Stapellauf ununterbrochen unterwegs und hat bereits zwei Weltumrundungen absolviert – genau das Leben, für das eine Expeditionsyacht konzipiert sein sollte.

Doch ihre beeindruckende Leistungsfähigkeit geht keineswegs zulasten des Komforts. Die von Perini Navi gemeinsam mit Studio Genta gestalteten Innenräume bestechen durch ihren ansprechenden, traditionellen Charakter. Teak und Mahagoni prägen das gesamte Interieur, ergänzt durch Kunstwerke und Objekte, die aus aller Welt zusammengetragen wurden.

In sechs Kabinen finden 12 Gäste Platz, zudem gibt es Unterkünfte für eine zwölfköpfige Crew. Mit einer Breite von 10,37 Metern bietet die Yacht auch an Bord großzügige Platzverhältnisse. Ihr langes, vergleichsweise zurückhaltendes Profil vermeidet jedoch die optische Wucht, die viele moderne Expeditionsyachten auszeichnet.

Und vielleicht ist es genau das, was die Galileo G so reizvoll macht. In einer Welt, in der größer zunehmend mit besser gleichgesetzt wird, ist dies eine Yacht mit einer ganz klaren Bestimmung. Sie ist nicht einfach nur ein privates Resort, das zwischen angesagten Ankerplätzen verkehrt, sondern ein Schiff, das für Entdeckungsreisen konzipiert wurde. Denn der größte Luxus einer eigenen Yacht besteht gewiss nicht darin, alles Erdenkliche an Bord zu haben. Er besteht in der Freiheit, nahezu jeden Ort der Welt erreichen zu können.
Und nicht zuletzt ist ihre Linienführung wahrhaft zeitlos. Sie ist heute noch genauso schön wie an dem Tag, an dem sie die Werft verließ.
Galileo G – Details
- Länge
- 55,7 Meter
- Bauträger
- Picchiotti
- Schiffbau
- Philippe Briand
- Design
- Vitruvius Ltd.
- Gäste
- 12
- Kabinen
- 6
- Höchstgeschwindigkeit
- Ca. 16 Knoten
- Sortiment
- 9.000 Seemeilen bei 11 Knoten



