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Das sind alle Zigarren, die James Bond je geraucht hat

Das sind alle Zigarren, die James Bond je geraucht hat

Er mag zwar kein Aficionado gewesen sein, doch Bond – von Moore bis Brosnan – hat sich auf der Leinwand trotzdem mehrmals eine Zigarre angezündet.

Es gibt eine Szene in Stirb an einem anderen Tag, bei der sich Bond-Fans vermutlich die Haare gerauft haben. Wir schreiben das Jahr 2002, und Pierce Brosnans elegante Verkörperung des Superspions hat gerade zugesehen, wie Halle Berry – ganz im Stil von Ursula Andress – aus dem Meer steigt, bevor er ihr einen Schluck von seinem Drink anbietet. Doch bei diesem Drink handelt es sich nicht um seinen klassischen Martini. Es ist weder der Scotch mit Soda noch der Old Fashioned, den 007 in den Büchern bevorzugt. Es ist nicht einmal ein Heineken aus der Craig-Ära. Nein. Es ist – halten Sie sich fest – ein Mojito.

Aber wir können verstehen, warum. Vor Craig war Brosnans Bond die einzige Inkarnation, die einen Fuß nach Kuba setzte, und das gleich zweimal (sowohl in „Stirb an einem anderen Tag“ als auch in „GoldenEye“). Der sonnige Cocktail auf Rumbasis ist also verzeihlich, auch wenn er in Flemings Romanen kaum eine Rolle spielt. Was Bond jedoch in der anderen Hand hält, dürfte die Puristen wirklich auf die Palme bringen: eine dicke kubanische Zigarre.

Pierce Brosnan als Bond
Pierce Brosnan als Bond

Denn treue Leser von Flemings Büchern wissen, dass 007 in allen zwölf Romanen und zwei Kurzgeschichtensammlungen des Autors, in denen der Spion vorkommt, kein einziges Mal eine Zigarre anzündet. Tatsächlich scheint Fleming eine persönliche Abneigung gegen Zigarren zu hegen. In seinem gesamten Werk verwendet er den Geruch von Zigarrenrauch als Sinnbild für Schäbigkeit oder Tristesse – und lässt sogar den Bösewicht aus Thunderball, Emilio Largo, eine Zigarre der Marke Corona als Folterinstrument einsetzen.

Das ist übles Zeug. Und der Bond aus den Büchern war, wie es in „Casino Royale“ heißt, ein Zigarettenraucher. Er rauchte etwa 70 Stück am Tag, und zwar „eine eigens für ihn von Morlands in der Grosvenor Street hergestellte Mischung aus Balkan- und türkischem Tabak“. Besonders wählerisch war er allerdings nicht. Auf den Bahamas raucht Bond Chesterfields, auf Jamaika Royal Blends, in Istanbul Diplomates und in Japan Shinseis. Aber niemals, wirklich niemals Zigarren.

Und doch hat Eons bis heute fortgeführte Filmreihe nie einen Bogen um Zigarren gemacht. Brosnan war überall mit ihnen zu sehen, von der kubanischen Küste bis zu den Ufern von Bilbao. Selbst Connery zündete sich einmal eine an – wenn auch im inoffiziellen Thunderball-Remake Never Say Never Again. Und Roger Moore machte Zigarren in seinen sieben Filmen beinahe zum Synonym für Bond. Genau dort wollen wir also beginnen …

Die Montecristo Especial No. 1 Zigarre

James-Bond-Zigarre

Als Roger Moore 1973 die legendäre Rolle übernahm – in „Leben und sterben lassen“ –, ließ er sich eine der wohl extravagantesten Vertragsklauseln der Filmgeschichte zusichern. Während seiner insgesamt sieben Filme umfassenden Zeit als Mann vom MI6 verlangte er einen unbegrenzten Vorrat an erlesenen Zigarren. Doch damit nicht genug: Sein Bond sollte auch der erste sein, der auf Zigaretten verzichtete und stattdessen zur Zigarre griff.

James Bond mit Zigarre in Leben und sterben lassen

Seine bevorzugte Marke? Montecristo. Während seiner Zeit als Bond rauchte er mehrere davon vor laufender Kamera. Die wohl bekannteste war jedoch die Especial No. 1, die ihr feuriges Debüt in Leben und sterben lassen feiert: Moore alias Bond entzündet damit einen Sprühstoß aus einer Aftershave-Dose, um eine Schlange zu töten. Sekunden später versengt er mit derselben Zigarre das Handgelenk der abtrünnigen CIA-Agentin Rosie Carver. Eine unvergessliche Szene – und dank der markentypischen erdigen Noten und Aromen von feuchtem Holz auch ein unvergessliches Raucherlebnis.

Die Montecristo No. 3 Zigarre

James Bond – Der Mann mit dem goldenen Colt – Zigarre

Natürlich war unter den Fans der literarischen Vorlage ein leises Murren zu vernehmen. Ob die Produzenten nun deren Bedenken gehört hatten oder einfach nicht wollten, dass Bonds Zigarren allzu karikaturhaft wirkten – als Moore in Der Mann mit dem goldenen Colt zurückkehrte, waren seine Zigarren kleiner geworden. Sie waren zwar immer noch nicht so klein wie die Montecristo Media Coronas, die der Schauspieler im wirklichen Leben bevorzugte – doch die handlicheren No. 3-Zigarren ermöglichten ein realistisches Rauchen auf der großen Leinwand.

James Bond – Der Mann mit dem goldenen Colt und Zigarre
James Bond, der Mann mit dem goldenen Colt, mit Zigarre
James Bond, der Mann mit dem goldenen Colt, mit Zigarre

Im Film ist zu sehen, wie Bond vor dem berüchtigten Bottoms Up Club in Hongkong eine No.3 anzündet und wegwirft, kurz bevor er Scaramangas Handlanger begegnet, Nick Nack. Außerdem sehen wir Bond eine No.3 genießen, als er in Beirut eine libanesische Bauchtänzerin geschickt bestiehlt, sowie beim Eindringen in Hai Fats Anwesen in Bangkok zusammen mit Lieutenant Hip.

Die Romeo y Julieta Churchill

In dem Film Feuerball aus dem Jahr 1965 bietet Q Bond eine Romeo y Julieta an. Zu rauchen gibt es allerdings nichts, denn das Aluminiumetui dient lediglich als Tarnung für ein Unterwasser-Atemgerät. Doch auch wenn Connery auf der Leinwand vielleicht nie eine Romeo y Julieta angezündet hat, ist die Marke nach wie vor eng mit der Filmreihe verbunden.

Im Roman „Man lebt nur zweimal“ speist M im Blade’s Club. Und obwohl der Geheimdienstchef als Pfeifenraucher bekannt ist, lässt sich sein Tischnachbar Sir James Molony vom Oberkellner Porterfield für eine Romeo y Julieta begeistern. „Die besten jamaikanischen Zigarren können es heutzutage durchaus mit den Havannas aufnehmen“, sagt Porterfield. „Endlich haben sie das Deckblatt richtig hinbekommen.“

Pierce Brosnan mit Zigarre in „Die Welt ist nicht genug“

Auf der Leinwand ist Bond in der Pre-Title-Sequenz von Die Welt ist nicht genug gerade im Begriff, in einer Bank in Bilbao eine Romeo y Julieta Churchill zu genießen. Doch bevor er sie anzünden kann, muss 007 mit dem Vermögen des britischen Ölmagnaten Sir Robert King fliehen. Erst in Stirb an einem anderen Tag zündet sich Bond schließlich eine Churchill zu jenem Mojito an, den wir oben erwähnt haben.

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