Skip to content
Aston Martin DBX S: Supersportwagen-Performance für den Alltag

Aston Martin DBX S: Supersportwagen-Performance für den Alltag

In einer Welt, in der der Besitz eines Supersportwagens ebenso unpraktisch wie verlockend sein kann, bietet der DBX S einen reizvollen Mittelweg

Alltagstaugliche Supersportwagen erfreuen sich rasant wachsender Beliebtheit – und es ist leicht zu verstehen, warum. Puristen werden wohl immer darauf beharren, dass man sich einen echten Supersportwagen kaufen sollte, wenn man einen haben möchte, und keinen Kompromiss. Doch es gibt einen beträchtlichen Markt potenzieller Supersportwagenkäufer, den die Hersteller besser nicht außer Acht lassen sollten: Menschen, für die es schlicht nicht zu rechtfertigen ist, einen flachen Zweisitzer zu besitzen, der kaum genutzt wird. Zu oft steht der Alltag im Weg – Kinder, Hunde, Wetter, Gepäck, enge Straßen und Schlaglöcher, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Faszination lässt etwas nach, wenn wieder die jährliche Inspektion ansteht und der Kilometerzähler gerade einmal ein paar Hundert Kilometer mehr anzeigt.

Hier kommt die neue Generation der „Super-SUVs“ ins Spiel – und nur wenige erfüllen dieses Anforderungsprofil so gut wie Aston Martin.

Am vergangenen Wochenende nahm ich den DBX S mit zur Jagd. Er schluckte nicht nur mühelos meine gesamte Ausrüstung – Gewehre, Patronen, Stiefeltasche, Smoking, einfach alles –, sondern bot sogar noch genügend Platz für ein Hundebett in Spanielgröße. In einer Auffahrt voller Range Rover fiel der Aston ein wenig auf. Er sah anders aus, ja, aber nicht deplatziert. Wäre jemand in einem Supersportwagen vorgefahren (wie unser Chefredakteur), hätte er vermutlich den Drang verspürt, ihn außer Sichtweite zu parken – und das zu Recht. Vielleicht half dem DBX S seine britische Herkunft dabei, sich harmonisch einzufügen, denn in ihm kam eine solche Unsicherheit gar nicht erst auf. Ob er Viehgitter überquert oder vor dem Claridge's vorfährt: Dieses Auto macht auf dem Land eine ebenso gute Figur wie in der Stadt.

Doch die erste Frage, die viele stellen, dreht sich weder um den Kofferraum noch um seinen Charakter – meist geht es um den Komfort. Und die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Nein, der DBX S ist nicht so komfortabel wie ein typisches SUV. In die flachen Schalensitze sinkt man nicht ein, und von der Außenwelt schirmt er einen ganz sicher nicht so ab wie ein Rolls-Royce Cullinan. Aber ja, er ist deutlich geräumiger und komfortabler als typische Supersportwagen, mit deren Fahrleistungen er es aufnehmen kann. Für ein Fahrzeug mit 717 PS ist er bemerkenswert kultiviert, und ein Schlagloch im Asphalt verursacht nicht gleich ein Schleudertrauma.

Die entscheidende Frage ist natürlich: Wofür kaufen Sie dieses Auto? Wenn Sie auf langen Strecken Komfort wie im Sessel suchen, ist dies wahrscheinlich nicht das richtige Modell für Sie. Im zähfließenden Verkehr kann die hochgezüchtete, fein abgestimmte Mechanik gelegentlich für ein etwas ruckeliges Fahrverhalten sorgen. Wenn Sie jedoch ein Auto suchen, in dem Ihre Kinder oder Freunde samt Wochenendgepäck Platz finden und das Ihnen trotzdem ein atemberaubendes Fahrerlebnis bietet, dann könnte dies genau das Richtige für Sie sein. Der DBX S gibt nicht vor, ein SUV zu sein – er ist ein Performance-Fahrzeug, das zufällig über fünf Sitze und einen Kofferraum verfügt, sowie über einen optimierten 4,0-Liter-V8-Biturbo mit Technologie aus dem kommenden Valhalla-Supersportwagen – was vieles erklärt.

Aston Martin produziert seit mittlerweile zwei Jahrzehnten „S“-Varianten seiner Straßenfahrzeuge – seit der Vanquish S 2004 auf dem Pariser Autosalon debütierte. Mit einem S-Modell dreht Aston den Regler gewissermaßen bis zum Anschlag auf: eine fein abgestimmte Übertreibung für alle, die den ultimativen Wow-Effekt suchen. Schon der DBX707 bot eine Leistung, die einem die Gesichtszüge entgleisen ließ, und für die meisten wird er weiterhin die bevorzugte, etwas zugänglichere Option bleiben.

Doch der DBX S geht noch einen Schritt weiter. Eine Gewichtsreduzierung um 47 kg mag zunächst nicht nach viel klingen, macht aber einen erheblichen Unterschied – insbesondere, weil sie Bauteile im oberen Fahrzeugbereich wie das Dach betrifft. Der niedrigere Schwerpunkt verbessert das Handling, das Bremsverhalten und die Reaktion beim Anfahren. Es ist genau die Art von marginaler Verbesserung, die man auf dem Datenblatt kaum wahrnimmt, am Steuer aber deutlich spürt.

Letztlich ist genau das der Sinn des DBX S. Er ist nicht für Puristen gebaut. Auch nicht für Menschen, die Komfort und Ruhe oder die üblichen SUV-Klischees suchen. Er ist für all jene gedacht, die weiterhin das Erlebnis eines Supersportwagens genießen möchten, deren Alltag aber etwas Flexibleres als ein zweisitziges Geschoss erfordert. Kurz gesagt: Er ist der moderne Kompromiss – nur dass er sich kaum wie einer anfühlt.

Motor: 4,0-Liter-V8-Biturbo | Höchstgeschwindigkeit: 193 mph | 0–60 mph: 3,1 Sekunden | Leistung: 717 PS | Getriebe: Neungang-Automatik | Antrieb: Allradantrieb | Ab: 210.000 £

Weitere Informationen zum DBX S finden Sie auf der Website.

Entdecken Sie, welche Autos wir diesen Winter für die Überquerung der Alpen empfehlen.

Weitere Artikel