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Zwanzig Jahre Whispering Angel: Wie ein Rosé alles veränderte

Zwanzig Jahre Whispering Angel: Wie ein Rosé alles veränderte

Sacha Lichine hat nicht einfach nur einen großartigen Wein geschaffen. Er hat eine ganze Kategorie erfunden. Anlässlich des 20. Jahrgangs von Whispering Angel, der mit einer limitierten Sonderedition gefeiert wird, erheben wir das Glas auf den Rosé, der die Regeln neu geschrieben hat.

Rosé gab es schon vor Whispering Angel, aber nur so, wie es Cola schon vor Coke gab. Ja, Expats ließen in ihren Zweitwohnsitzen in der Provence und im Languedoc schon lange Gläser mit rosafarbenem Wein kreisen – oft im „Piscine“-Stil, in dem eine Handvoll zerstoßenes Eis klimperte. Und ja, Weinkenner hätten einem erklärt, dass etwa ein feiner Bandol mit seinen berauschenden Rosétönen es an Schönheit und Raffinesse mit vielen renommierteren Appellationen aufnehmen könne. Doch Sacha Lichines Geniestreich bestand vor inzwischen mehr als einem Vierteljahrhundert darin, zu erkennen, dass Rosé sozusagen einfach Rosé sein konnte. Ein Wein, so festlich und markenbewusst wie ein Champagner und so mineralisch und durstlöschend wie ein weißer Burgunder. Ein Wein, dessen hübsche Pfirsichtöne – lange als unentschiedenes Dazwischen zwischen den stattlichen Säulen von Rot und Weiß betrachtet – durchaus Teil seines sinnlichen Reizes sein konnten. Vor allem aber schien Lichine – ein echter Bonvivant, dessen Lebensart oft zu Recht als „falstaffesk“ beschrieben wird – schlicht zu gefallen, wofür er stand: ein Glas vom guten Leben, unprätentiös und festlich; jener „Becher des warmen Südens“, nach dem sich der gute alte Keats sehnte.

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