
Welche Matratzen verwenden Luxushotels tatsächlich?
Luxushotels wählen ihre Matratzen sorgfältiger aus, als den meisten Gästen bewusst ist. Jede Schicht, jede Naht und jede Feder wird mit Bedacht ausgewählt, um ein Schlaferlebnis zu schaffen, das ebenso durchdacht wie luxuriös ist.
- Text von: Rupert Taylor
Es gibt eine ganz besondere Art von Verrat, die sich gegen drei Uhr morgens in einem sehr guten Hotel ereignet. Man dreht sich um, stellt fest, dass man seit Mitternacht kein einziges Mal aufgewacht ist, und erkennt mit niederschmetternder Klarheit, dass man den besten Schlaf seit Jahren in einem Luxusbett findet, das einem nicht gehört.
Sie nehmen sich gedanklich vor, „herauszufinden, um welches Bett es sich handelt“, und vergessen es dann natürlich wieder. Bis Sie nach Hause kommen, sich auf Ihr eigenes, klumpiges Kompromissbett legen und feststellen, dass Sie plötzlich hoch motiviert sind.
Welche Matratzen verwenden Luxushotels also? Und warum fühlen sie sich an, als hätte jemand heimlich eine Fokusgruppe zu Ihrer Wirbelsäule durchgeführt?
Warum Hotelbetten verdächtig viel bequemer sind
Part of the answer, of course, is theatre. Hotels dress the bed like a minor head of state. Crisp white sheets, voluptuous duvets, six pillows, bolsters of uncertain purpose. Your eyes register abundance before your back has weighed in.
But under the laundry, there is method. High-end hotels are not in the business of taking chances with sleep. A bad night turns into a bad review. A good night becomes free marketing. So they invest in mattresses that are built for two things: survival and consensus.
Langlebigkeit ist selbstverständlich. Eine Hotelmatratze wird jede Nacht genutzt – von Hochzeitsreisenden bis hin zu Kleinkindern mit Jetlag. Sie muss unsanfte Behandlung, hohes Gewicht, verschüttete Getränke, übereifrigen Zimmerservice und gelegentliche Vergehen gegen die Zimmerreinigung verkraften.
Beim Komfort einen gemeinsamen Nenner zu finden, ist schwieriger. Das Bett muss sich für Paare ebenso richtig anfühlen wie für Alleinreisende, für Menschen, die wie ein Pharao auf dem Rücken schlafen, und für solche, die sich diagonal darin einrollen. Es darf weder zu hart noch zu weich, weder zu hoch noch zu dünn sein. Es muss die Schweiz unter den Matratzen sein.
Deshalb setzt die überwiegende Mehrheit der Luxushotels auf eine ähnliche Kombination: einen mittelfesten Taschenfederkern mit einer weichen, anschmiegsamen Auflage. Darunter solide Stützkraft. Darüber ein Hauch von Wolke. Demokratie, aber mit Geschmack.
Im Inneren der Matratze | Worauf Sie tatsächlich schlafen
Nimmt man die glamouröse Bettwäsche ab, kommt meist eine Hybridmatratze zum Vorschein. In der unteren Hälfte zählt vor allem die Funktion: Hunderte, oft sogar Tausende einzeln ummantelte Federn bewegen sich unabhängig voneinander. Das stützt die Wirbelsäule optimal und verhindert, dass Sie jedes Mal mitwippen, wenn die Person auf der anderen Bettseite auch nur daran denkt, sich umzudrehen.
Darüber sorgt das Hotel für einen sanften Ausgleich. Schichten aus Schaumstoffen, Gel-Einlagen, vielleicht etwas Latex und manchmal eine üppige, mit weichen Fasern gesteppte Pillow-Top-Auflage. Dadurch fühlt sich das Bett eher „luxuriös“ als „orthopädisch“ an. Ihre Gelenke spüren zuerst die weiche Polsterung und entdecken dann allmählich die stützende Struktur darunter.
Fast jede hochwertige Hotelmatratze verfügt außerdem über verstärkte Kanten. Das klingt zunächst langweilig – bis man bedenkt, wie oft man auf der Bettkante sitzt, um Schuhe anzuziehen, E-Mails zu beantworten oder seine Lebensentscheidungen zu hinterfragen. Eine stabile Kante verhindert, dass man dabei einsinkt, und bietet mehr nutzbare Liegefläche, auf der man sich ausbreiten kann.
Der Härtegrad ist in der Regel mittelfest. Nicht die klösterliche Härte, mit der manche prahlen, und auch nicht die Marshmallow-Weichheit, die andere insgeheim bevorzugen. Sondern etwas dazwischen, an dem sich kaum jemand stört.
Die globalen Schwergewichte | Markenbetten in Hotels
In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben große Hotelgruppen erkannt, dass „das Bett“ ein wertvolles Markenzeichen und nicht nur ein Einrichtungsgegenstand ist. Das Ergebnis war ein stilles Wettrüsten bei Matratzen, die sogar eigene Namen erhielten.
Four Seasons bietet die Four Seasons Signature Mattress an. Dabei handelt es sich um eine Hybridmatratze mit Taschenfederkern, die in den Ausführungen fest, Signature und weich erhältlich ist und in der Regel über einen abnehmbaren Topper mit Reißverschluss verfügt, der je nach Vorliebe ausgetauscht werden kann. Kaufen kann man sie zu einem Preis, bei dem man meinen könnte, sie würde von Butlern geliefert.
Das Ritz-Carlton bietet das Ritz-Carlton Bed, ein 114 Zoll breites Meisterwerk aus unzähligen Federn und Komfortschichten. Auch hier handelt es sich um ein Hybridmodell: einzeln ummantelte Federn, zwei Schaumstoffschichten und eine Oberfläche, die sich weich anfühlt und zugleich angenehm stützend bleibt.
Westin läutete mit dem Ende der Neunzigerjahre eingeführten und seither unzählige Male kopierten Heavenly Bed mehr oder weniger die öffentliche Phase dieses Krieges ein. Es wird von Simmons für Westin hergestellt, verfügt über einen echten Federkern und eine gesteppte Pillow-Top-Auflage und ist ausdrücklich darauf ausgelegt, Sie denken zu lassen: „So eines sollte ich mir wirklich für zu Hause zulegen.“ Westin verkauft Ihnen nur allzu gern eines. Marriott, Sofitel, St Regis und andere machen es inzwischen genauso und vertreiben ihre Betten über eigene Shops.
Hinter den Kulissen übernimmt eine kleine Zahl von Herstellern den Großteil der Arbeit. Simmons, Sealy, Serta und einige wenige europäische Spezialisten fertigen Bettenserien nach Hotelspezifikationen, die anschließend für jede Kette angepasst und unter deren eigener Marke angeboten werden. Wenn Sie sich in New York in ein Bett verlieben und später in Hongkong erneut, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass beide aus derselben Fabrik stammen.
Wie sieht es mit dem Vereinigten Königreich aus?
Hier nimmt die Geschichte eine etwas andere Wendung, denn in Großbritannien haben wir nach wie vor eine Vorliebe für heimische Bettenhersteller.
Viele Hilton-Hotels weltweit verwenden das Hilton Serenity Bed von Serta. In Großbritannien hingegen sind Hilton-Hotels häufig mit Sealy Posturepedic-Hotelmatratzen ausgestattet, die nach demselben Muster mit mittelfestem Härtegrad, Taschenfederkern und Komfortauflage gefertigt werden, jedoch aus heimischer Produktion stammen.
Premier Inn ist zwar keine Luxushotelkette, verdient aber dennoch Erwähnung, denn Millionen von Menschen haben inzwischen in ihren Betten geschlafen und sich gefragt, um welche Matratzen es sich handelt. Die aktuelle, von Silentnight hergestellte Matratze ist ein mittelfestes Taschenfederkernmodell mit einer Geltex-Komfortschicht und wird direkt an Privatkunden verkauft. Sie ist zwar nicht glamourös, aber ein sehr solides Beispiel für eine moderne Hybridmatratze für Hotels – und der Beweis dafür, dass man keinen Kronleuchter braucht, um gut zu schlafen.
Im gehobenen Segment machen britische Marken wie Hypnos und Naturalmat gute Geschäfte mit Boutique-Hotels und Landhotels. Die Betten von Hypnos sind allesamt mit Taschenfedern ausgestattet und häufig mit Wolle und Kaschmir gepolstert. Man findet sie in eleganten Landhaushotels und gehobenen Häusern in London. Naturalmat liefert handgefertigte Matratzen aus Naturfasern an stilvolle Hotelgruppen wie The Hoxton sowie an Wellness-Refugien wie Six Senses.
Daneben gibt es Manufakturen, die maßgeschneiderte Matratzen für bestimmte Häuser fertigen: mit Taschenfederkern und dicken Schichten aus Baumwolle, Seide oder Lammwolle, von Hand vernäht und geheftet. Wenn Sie in einem kleinen, geradezu unverschämt geschmackvollen Hotel in den Cotswolds übernachten und sich fragen, warum sich die Matratze wie maßgeschneidert anfühlt, steckt meist eine dieser Firmen dahinter.
Und in Dubai
Hotels in Dubai setzen auf überzeugend opulenten Luxus – und die Betten bilden da keine Ausnahme.
Die meisten internationalen Hotelketten in Dubai übernehmen ihre bewährten Konzepte. Das Four Seasons im DIFC verwendet dieselbe Four Seasons Signature Mattress wie das Hotel an der Park Lane. Das Ritz-Carlton am JBR setzt auf das Ritz-Carlton Bed, das Westin Mina Seyahi auf das Heavenly Bed. Die Überlegung dahinter ist einfach: Wenn es in Boston und Barcelona funktioniert, warum sollte man es für die Golfregion neu erfinden?
Neben den weltweit bekannten Namen sind auch lokale Spezialisten vertreten. Marken wie Colunex, Isbir und Millbrook Beds sind in gehobenen Hotels in Dubai präsent und passen Taschenfederkern-Hybridmatratzen mit weicher Komfortauflage an das Klima und die Kundschaft an. Regionale Anbieter arbeiten mit Simmons zusammen, um auf Basis bewährter Federkerne „Fünf-Sterne“-Matratzen zu fertigen. Anschließend optimieren sie die oberen Schichten mit kühlenden Stoffen und atmungsaktiven Schäumen, damit die Matratzen sowohl der Wüstenhitze als auch der starken Klimatisierung standhalten.
Das Ergebnis ist überraschend einheitlich – ganz gleich, ob Sie in Mayfair oder auf der Palm aufwachen: eine hohe, solide Matratze, die sich oben ein wenig wie eine Wolke anfühlt und darunter genügend Halt bietet, damit sich Ihr Rücken nicht schon nach einer Nacht beschwert.
Die stille Antwort
Welche Matratzen werden also in Luxushotels verwendet? Meist sind es mittelfeste Taschenfederkern- oder Hybridmatratzen, die von einer Handvoll großer Hersteller und einigen wenigen Manufakturen gefertigt, üppig in weiße Baumwolle gehüllt und mit einer sorgsam dosierten Wolkenschicht gekrönt werden.
Im Vereinigten Königreich bedeutet das häufig Sealy Posturepedic für Hilton, Silentnight für Premier Inn sowie Hypnos und Naturalmat für herrschaftliche und stilvolle Häuser. Weltweit liefern Simmons und Sealy charakteristische Betten für Four Seasons, Ritz-Carlton, Westin, Marriott und vergleichbare Hotelketten. In Dubai kommen neben all diesen Marken noch einige regionale Spezialisten hinzu, die ihre ganz eigene Note einbringen.
Die gute Nachricht ist: Mit ein wenig Recherche und einer ehrlichen Einschätzung dessen, was Ihnen wirklich gefällt, können Sie sich das Hotelgefühl erstaunlich gut nach Hause holen. Noch besser: Dafür brauchen Sie weder goldene Wasserhähne noch Hotelpagen. Eine hochwertige Hybridmatratze, gute Bettwäsche und der Vorsatz, jeden Morgen das Bett ordentlich zu machen, tragen mehr zu Ihrer Lebensqualität bei als jedes Treueprogramm.
Vielleicht schlafen Sie im Urlaub trotzdem am besten. Das gehört schließlich dazu. Aber zumindest muss sich Ihre eigene Matratze nicht wie eine Strafe dafür anfühlen, dass Sie wieder nach Hause gekommen sind.






