
Die Gentleman’s Journal Drinks Awards 2026
Von englischen Schaumweinen bis hin zu edelsten Whiskys, Rums und Gins – diese Abfüllungen haben sich in diesem Jahr von der Masse abgehoben …
- Text von: Jonathan Wells
- Fotografie: Benjamin Swanson
- Aufgenommen bei: The Capston at Embassy Gardens
Die Gläser sind poliert, die Korkenzieher liegen bereit und das Eis ist natürlich kristallklar. Wir präsentieren die Gentleman’s Journal Drinks Awards 2026 – unsere jährliche Würdigung der edlen Tropfen, die einen Platz in Ihrer Hausbar, Ihrem Weinkeller und natürlich in Ihrer Hand verdienen. Die Fotos zu den diesjährigen Awards entstanden im The Capston at Embassy Gardens, das den ausgewählten Spitzengetränken einen gebührend stilvollen Rahmen bot.
Von Champagner voller klassischer Eleganz bis hin zu englischen Schaumweinen, die den Franzosen ernsthaft Konkurrenz machen: Wir haben die besten Schaumweine des Jahres verkostet, im Glas geschwenkt und genau unter die Lupe genommen.
Weine zu bewerten ist das eine – bei Hochprozentigem wird es noch anspruchsvoller. Wir haben Single Malts mit zwölf Jahren Weisheit, amerikanische Whiskeys mit so manchem Ass im Ärmel und Agavenspirituosen, die jeden einzelnen Peso wert sind. Dazu kommen frische Lagerbiere, federleichte Wodkas und Rums, die weit über ihre Gewichtsklasse hinaus beeindrucken. Das ergibt eine Hausbar, die sich sehen lassen kann. Also: Glas hoch – und weiterlesen …
Bester Champagner

Lassen wir die Korken knallen und beginnen mit dem König der Drinks Awards: Champagner. Dieses Jahr wetteifern drei große Häuser um den Titel – mit prickelnden Kreationen, die unter anderem mit Anis- und Bergamottennoten begeistern.
1. Platz: Billecart-Salmon Champagne Le Sous Bois
Unser Sieger-Champagner wurde vollständig in Eichenfässern vinifiziert und besitzt einen malzigen, holzigen Kern, der fast wie aus einer anderen Epoche wirkt. Denken Sie an geschmolzene Butter und Milchbrötchen, feine Perlage und frisches Brot mit einem Hauch Bergamotte. Ein Champagner alter Schule, den man am besten im Smoking genießt.
2. Platz: Louis Roederer Brut Vintage
Während der Billecart-Salmon an einen Brotkasten erinnert, weckt unser Zweitplatzierter eher Assoziationen an eine Keksdose. Wunderbar ausgewogen, mit Noten von Nüssen, dezenten Gewürzen und reifen Birnen, dazu ein Hauch von Blütenhonig und das cremigste, schaumigste Mundgefühl in dieser Kategorie.
3. Platz: Moët & Chandon Grand Vintage 2016
Dieser zehn Jahre alte Champagner, das Ergebnis meisterhafter Weinbereitung und sechsjähriger Kellerreife, entwickelt sich zu einer erhabenen Größe. Das Wetter mag 2016 launisch gewesen sein, doch auf die Noten von Haselnuss, Lebkuchen und einem Hauch von Anis ist bei diesem Extra Brut stets Verlass.
Bester englischer Schaumwein

Mit jedem Jahr sprudeln die Britischen Inseln mehr vor Weinbau-Know-how – das beweisen die besten englischen Schaumweinmarken, die allesamt in den Grafschaften rund um London ihr Handwerk perfektionieren und sich als überzeugende Alternativen zu Champagner etablieren.
1. Platz: Nyetimber Blanc de Blancs 2018
Nyetimber führt seit jeher die Riege der englischen Schaumweine an – und baut mit seinem neuesten Jahrgang den Vorsprung weiter aus. Es zeigen sich mehr Zitrusnoten als erwartet, darunter Orange und rosa Grapefruit. Diese frisch-säuerlichen Nuancen werden jedoch von warmem Gebäck, Vanille und vollmundigem Nougat abgerundet. Diese Vielschichtigkeit gibt für uns den Ausschlag.
2. Platz: Gusbourne Blanc de Blancs 2020
An diesem Weingut in Kent gibt es viel zu lieben. Der mineralische, fast salzige Abgang seines Blanc de Blancs ist erfrischend, und die Flasche ist vielleicht die schönste in dieser Kategorie. Doch in unsere Top Drei schafft es dieser Wein, weil er die englische Landschaft so treffend einfängt: mit Noten von grünem Apfel, Birnen und einer nussigen, an Feuerstein erinnernden Nuance.
3. Platz: Harrow & Hope Blanc de Blancs 2020
Der Harrow & Hope Blanc de Blancs aus Buckinghamshire macht genau das Gegenteil: Mit seiner Fülle an Noten von Clementinen und Nektarinen, Mirabellen und saftigen Jaffa-Orangen präsentiert er sich lebhaft und anhaltend fruchtig im Glas und lässt mit jedem Schluck mediterrane Momente aufperlen. Für zusätzliche Spannung sorgt eine dezente Ingwernote.
Bester Roséwein

Für unsere letzte Weinkategorie des Jahres geht es wieder über den Ärmelkanal: Rosé. 2026 setzen wir auf Komplexität und suchen nach Roséweinen mit überraschenden Aromen und einem ausgesprochen trockenen Charakter, die wie geschaffen als Begleiter zum Abendessen sind.
1. Platz: Domaines Ott Clos Mireille Rosé 2025
Manchmal ist mehr einfach mehr. Das ist vermutlich der Grund, warum uns die Komplexität dieses mittelkräftigen Rosés Sommer für Sommer aufs Neue in ihren Bann zieht. Grenache, Cinsault und Rolle vereinen sich zu sonnenverwöhnten, aber durchaus überraschenden Noten von zerstoßener Kreide, Kardamom und grüner Ananas.
2. Platz: Château d’Esclans Garrus Rosé 2024
Gibt es zwei Worte, die appetitanregender oder verlockender klingen als „Gourmet-Rosé“? Dieser Wein von Château d’Esclans ist der ideale Begleiter für ausgedehnte sommerliche Mittagessen – seine dichten, konzentrierten Aromen von Feigen, Muskatnuss und würzigen Kräutern harmonieren perfekt mit allem von Schweinefleisch in Petersilienkruste bis hin zu Seezunge Müllerin Art.
3. Platz: Quatre Vin QV Rosé
Unser Sieger und der Zweitplatzierte mögen in der Welt der Roséweine mit einigen Überraschungen jenseits der Sommersaison aufwarten, doch Quatre Vin trifft mitten ins Herz des Sommers. Für unter 20 £ pro Flasche bietet er alles, was man sich von einem Rosé wünschen kann: frische, fast parfümierte Blütennoten, süßlich-reifes Steinobst und Beeren in Hülle und Fülle im Glas. Ein Klassiker.
Bester Gin

Zurück nach Großbritannien: Wir widmen uns nun den Spirituosen, und als Erstes kommt Gin ins Glas. Dieses Jahr haben wir zwei Klassiker im Angebot, die einen brillanten, mit viel Einfallsreichtum destillierten Newcomer in ihre Mitte nehmen – wie ein Sandwich, am besten natürlich mit Gurke.
1. Platz: Sipsmith London Dry Gin
Die Marke aus Chiswick versteht sich zwar auf Innovationen (wie wäre es mit einem Banana Bread Gin?), doch ihr ursprünglicher London Dry bleibt unübertroffen. Er setzt Maßstäbe in seiner Kategorie und ist für einen so vielseitigen Gin erstaunlich aromatisch. Dabei gibt er weniger die große Arie als vielmehr eine sanfte Melodie zum Besten: Seine feinen Noten von Apfel, Kiefer und Pfefferminze fügen sich harmonisch und verführerisch in Cocktails vom Bramble bis zum Bee’s Knees ein – und in alles dazwischen.
2. Platz: Aureus Vita Fibonacci Dry Gin
Dass er hinter Sipsmith auf dem zweiten Platz landet, mag unfair erscheinen, wenn man bedenkt, wie weit die Destillateure von Aureus Vita die Grenzen des Üblichen ausreizen: Sie stellen ihre Spirituose in der weltweit einzigen zum Patent angemeldeten Fibonacci-Brennblase her. Doch dieser kraftvolle Gin mit 61,8 % vol. ist dennoch eine bemerkenswerte Leistung. Er entsteht in Cornwall und vereint Botanicals wie Koriander, Kaffee und schwarze Johannisbeerblätter zu einem der seidigsten Gins, die wir das ganze Jahr über verkostet haben.
3. Platz: No.3 Organic London Dry Gin
Der Gin der Wahl von Maestro Alessandro Palazzi für seine traumhaften Martinis im Duke’s. Muss man noch mehr sagen? Die mit einem Schlüssel verzierte Flasche macht sich an einer hinterleuchteten Bar natürlich ausgesprochen gut. Doch unsere Liebe zum preisgekrönten Gin von Berry Bros. & Rudd hält vor allem wegen seines langen Nachklangs an: Angelikawurzel, holzige Noten und eine pfeffrige Würze, die länger am Gaumen verweilen als bei jedem anderen Gin.
Bester Tequila

In jeder Kategorie ist es schwierig, eine Top Drei zu küren, doch bei Tequila fällt die Entscheidung besonders schwer. Wir haben uns für die Luxusklasse entschieden und ein Trio von Agavenspirituosen zusammengestellt, die mit wohliger Wärme, Süße und einem samtigen Mundgefühl begeistern – und für Geld (und noch mehr Geld) zu haben sind.
1. Platz: Don Julio 1942 Tequila
Natürlich hat er einen stolzen Preis, doch Don Julios Premium-Abfüllung gilt nicht ohne Grund als Maßstab. Und so gehoben der Preis, so üppig auch der Geschmack: Noten von Karamell, Zimt, Butterkaramell und dunkler Schokolade treffen auf ausgeprägte Röst- und Toastaromen, die er seiner mehr als zweijährigen Reifung in amerikanischer Eiche verdankt. Ein Hochgenuss – als hätte sich Agave als erstklassiger Scotch verkleidet.
2. Platz: Patrón Añejo
Die Ultra-Premium-Abfüllung von Patrón reift etwas kürzer (12 bis 15 Monate), ist aber ebenso intensiv. Hier ist vielleicht etwas mehr Frucht im Spiel: Rosinen, Zitronen und Orangen lassen die dezenten Honig- und Mandelnoten in den Hintergrund treten. Doch auch sie begeistert uns mit einem dieser langen, anhaltenden Abgänge – diesmal mit einer rauchig-süßen Note und der Schärfe von schwarzem Pfeffer zum Schluss.
3. Platz: Casamigos Tequila Añejo
Die Flasche, die dem Fluch der Promi-Spirituosen trotzte: Casamigos hat sich enorm weiterentwickelt, seit Clooney seine Anteile verkauft hat. Doch sein bester Tequila, dieser süße Añejo, behauptet sich nach wie vor völlig zu Recht auf unserem Tequila-Siegertreppchen. Die dunkle Schokolade ist so präsent, dass man förmlich das Knacken einer Tafel hören kann, und die üppige Süße von Toffeebonbons macht diesen Tequila mit seinen Tabaknoten zum Dessert im ‚Caballito‘.
Bester Wodka

Klar und frisch. Mehr verlangen wir gar nicht. Und jenseits der alkoholischen Schärfe überzeugten unsere drei Wodka-Finalisten mit wunderbar reinen, kristallklaren Geschmackserlebnissen. Großbritannien hat mit zwei Podestplätzen einmal mehr Grund zum Feiern – und glänzt mit Noten von Rosen, Zitronenzeste, schwarzem Pfeffer und Kokosnuss.
1. Platz: Belvedere 10
Die wunderschöne, kantige Flasche lässt vielleicht einen Wodka erwarten, der klarer und schärfer ist als ein Eisberg. Doch Belvedere 10 erobert den Spitzenplatz in unserer Wodka-Kategorie aus zwei sehr guten Gründen – die beide seinen Namen erklären. Erstens orientiert er sich an den Verfahren aus dem Jahr 1910, als die Destillerie gegründet wurde. Zweitens ruht er genau zehn Monate lang, damit Noten von Kakao, Kokosnuss und Vanille zu diesem samtigen Mundgefühl verschmelzen. Ein Genuss.
2. Platz: Sapling Vodka
Der in Großbritannien verwurzelte Sapling hätte sich seinen zweiten Platz allein schon durch seine vorbildliche kl positive Klimabilanz verdient. Zum Glück ist er auch ein hervorragender Wodka – mit einem seidigen Mundgefühl dank Bio-Winterweizen, einer kräuterigen Note mit einem Hauch Zitronenschale und einem fast sahnig-buttrigen Abgang. Und zum reinen Gewissen gesellt sich ein klarer Kopf: Bei diesem Wodka bleibt der Kater aus.
3. Platz: Ramsbury Single Estate Vodka
Mit diesem dritten Platz haben wir erstmals eine britische Mehrheit in der Kategorie Wodka. Doch Ramsburys Vorzeige-Spirituose hat sich Bronze mehr als verdient. Hergestellt mit Wasser aus der Umgebung der Brennerei in Wiltshire, das auf natürliche Weise durch Kreidegestein gefiltert wird, zeigt sie eine mineralische Note, abgerundet von cremigem Karamell und dunkler Schokolade. Und im Abgang? Eine angenehm kräftige Pfeffernote.
Bester Mixer

Ach ja, die stillen Helden der Cocktailbar. Ob Soda, Cola oder Tonic – Mixer sorgen nicht nur für mehr Volumen im Glas, sondern bringen auch die Aromen jeder Spirituose zur Geltung, mit der man sie kombiniert. Manche setzen auf Schlichtheit, andere gehen mit ihren Botanicals genauso mutig und experimentierfreudig um wie die oben vorgestellten Gins. Das sind unsere Favoriten.
1. Platz: Three Cents Pink Grapefruit Soda
Bei Three Cents wird nach Herzenslust experimentiert – und jedes noch so kleine Fläschchen ist eine Kostprobe wert. Soda mit Gewürzgurkengeschmack? Mit Feigenblatt? Mit Mandarine und Bergamotte? Allesamt hervorragend. Doch die herbe Säure dieser Pink-Grapefruit-Soda, bei der sich einem die Wangen zusammenziehen, ist schlicht bemerkenswert. Sie macht sich natürlich großartig in einer Paloma, doch ihre Bitternote ist so angenehm pikant, dass wir sie inzwischen am liebsten direkt aus der Flasche trinken.
2. Platz: Fever-Tree Mexican Lime Soda
Auf die spritzig-frischen Spuren von Three Cents begibt sich die Mexican Lime Soda von Fever-Tree. Obwohl sie bei der Säure noch eine Schippe drauflegt, lässt sie sich erstaunlich angenehm trinken – selbst mit ihrer kräftig prickelnden Kohlensäure. Ideal, um deinem Wodka Soda etwas Schwung zu verleihen. Unserer Erfahrung nach harmoniert sie aber am besten mit Tequila, dessen intensive Agavennoten sie wunderbar ausbalanciert.
3. Platz: Schweppes Dry Ginger Ale
Manche Marken sind nicht ohne Grund allseits bekannt. Handwerklich hergestellte Mixer aus kleinen Chargen haben zweifellos ihre Berechtigung, doch Schweppes ist eine feste Größe, weil die Marke ihre Rezepturen für Tonic Water und Ginger Ale nahezu perfektioniert hat. Letzteres schafft es bei uns aufs Treppchen – ganz einfach wegen seines weniger sirupartigen, weniger aufdringlich süßen Geschmacks, seiner spritzigen Kohlensäure und seiner dezenten Ingwerschärfe. Ein Klassiker.
Bester 12-jähriger Whisky

Und damit kommen wir zu den Whiskys – dem pulsierenden Single-Malt-Herzstück der jährlichen Drinks Awards des Gentleman’s Journal. Jedes Jahr unterteilen wir unsere Auszeichnungen in Kategorien nach Altersangabe und beginnen mit dieser: edle Tropfen, ein Dutzend Jahre jung.
1. Platz: Glenmorangie The Original 12 Years Old
Vier Jahre ist es her, dass Glenmorangie seinem Kernsortiment einen neuen Look verpasst hat, und noch immer lächeln wir jedes Mal, wenn wir in unserer Hausbar zu dieser Flasche greifen. Es passt einfach alles. Dieses Orange fängt jede Note und jede Nuance ein – von der intensiven Fruchtigkeit eingelegter Pfirsiche bis zur Süße von Ahornsirup. Dazu kommen Mandeln, Mandarinen und Zimt. Er ist wirklich der perfekte Zwölfjährige.
2. Platz: The GlenDronach 12 Year Old
Als Gentleman’s Journal The GlenDronach besuchte – das ist schon einige Jahre her –, entdeckten wir das sherrysüße Geheimnis hinter der Alchemie dieses Whiskys: die „Saxofonform“ der kupfernen Brennblasen, deren „Bauch“ dazu beiträgt, den Charakter des Destillats zu entwickeln und Beeren- und Fruchtaromen hervorzulocken – Noten, die sich auch in den Sherryfässern finden, in denen dieser zwölfjährige Whisky reift.
3. Platz: Glen Scotia 12 Year Old Single Malt
Zum Abschluss dieses triumphalen „Glen“-Trios geht es von den Highlands nach Campbeltown. Und so, wie der Orangeton der Glenmorangie-Abfüllung ihre Wärme erahnen lässt, gibt das kräftige Blau des auf der Halbinsel Kintyre destillierten Glen Scotia einen Hinweis auf seine von Küste und Wind geprägte Salzigkeit. Ein belebender Strandspaziergang in der Flasche: Meeresluft, Olivenlake und eine ölige Textur, die den ganzen Mund auskleidet.
Bester 15-jähriger Whisky

Jetzt ein paar Jahre älter. Die Kategorie der 15-Jährigen liegt zwar zwischen den cocktailtauglichen 12-Jährigen und den 18-Jährigen für den langsamen Genuss. Doch gerade deshalb ist es umso beeindruckender, wenn Brennereien beide Seiten des Single Malts in Einklang bringen. Dieses Jahr hat Speyside die Nase vorn.
1. Platz: The Macallan Double Cask 15 Years Old
In europäischen und amerikanischen Eichenfässern gereift, die zuvor jeweils mit Sherry belegt waren, ist The Macallan so harmonisch, wie es dieses ausgewogene Zusammenspiel der Fässer vermuten lässt. Mit seinen Noten von herbstlichen Gewürzen und Trockenfrüchten sowie einem Hauch von gebräunten Äpfeln erinnert er uns immer an frisch Gebackenes. Wer nach dem Essen einen Whisky pur genießen möchte, findet kaum eine bessere Wahl.
2. Platz: The Glenrothes 15 Year Old
Dieser Whisky hätte es fast auf den ersten Platz geschafft. Doch die Komplexität seiner bernsteinfarbenen Tiefen hat einen Hauch mehr Ecken und Kanten – da braucht es etwas mehr geistige Anstrengung, um die Aromen mit den Geschmacksknospen zu erfassen. Das ist allerdings nicht unbedingt etwas Schlechtes. Und wer sich die Zeit nimmt, The Glenrothes 15 in Ruhe zu erkunden – die Noten von rissigem Leder von der Ingwermarmelade und das Praliné von den Kakis zu unterscheiden –, wird dafür reich belohnt.
3. Platz: The Singleton 15 Year Old Single Malt
Wie bereits erwähnt, räumen die Speyside-Whiskys dieses Jahr in unserer Kategorie der 15-Jährigen ab – aber wie könnten wir The Singleton aus unseren Top drei ausschließen? Er hat jene reife, herbstliche Fruchtsüße, die The Macallan an die Spitze gebracht hat, wartet aber auch mit einigen überraschenden, eher untypischen Noten à la The Glenrothes auf. Hier gilt es, Kastanie, Leinöl und weitere unerwartete Getreidenoten zu entdecken. Eine Schatzsuche für die Geschmacksknospen.
Bester 18-jähriger Whisky

Dieses Jahr hat uns nicht allein die geschmackliche Tiefe besonders beeindruckt, sondern auch, wie präzise die Brennereien bestimmte Duftnoten und Geschmacksprofile einfangen. Oft fragen wir uns, wie die Marketingteams auf Noten wie „braune Papierhandtücher“ oder „Dachteer“ kommen, doch diese hochwertigen Abfüllungen treffen jede Nuance auf den Punkt.
1. Platz: The Dalmore Cigar Malt Signature Reserve
Was macht einen „Cigar Malt“ aus? Eine gesetzliche Definition gibt es nicht, aber im Großen und Ganzen ist es ein Whisky mit genügend Charakter, um sich neben einer Zigarre zu behaupten. Dieser Whisky von The Dalmore erfüllt das zweifellos. In seiner Tiefe, die jedem Zigarrenrauch standhält, verschmelzen getrocknete Feigen und klebrig-süße Datteln, aber auch Noten, die direkt der Glut zu entsteigen scheinen, wie rauchiges Oud. Ein wahrer Genuss.
2. Platz: Loch Lomond 18 Year Old Single Malt
Es ist gewagt, die Verkostungsnotizen so prominent zu platzieren, doch auf der Verpackung des Loch Lomond 18 prangen selbstbewusst die Worte „Karamellisierter Apfel und Holzrauch“. Glücklicherweise hält auch der Whisky in der Flasche dieses Versprechen. Die Beschreibung trifft fast schon unheimlich genau zu – köstlich ist er allemal. Außerdem ist er ein echter Genuss für jede Jahreszeit: Zu seinem sommerlichen Herz aus Apfel und Stachelbeere gesellen sich frühlingshafte Geißblatt- und winterliche Toffeenoten.
3. Platz: Highland Park 18 Jahre Single Malt
Vielleicht der schottischste aller Whiskys, die es dieses Jahr auf unsere Liste geschafft haben. Und das nicht nur, weil er seine Herkunftsregion auf der Flasche trägt oder im Abgang reichlich salzige Meeresgischt von den Orkney-Inseln mitbringt, sondern auch wegen einiger seiner prägnanten Aromen. Von Heidehonig über wilden Himbeerkonfitüre bis hin zu Adlerfarn und Salzlake – ein wahrhaft schottischer Whisky und ein Aushängeschild seiner Heimat.
Bester amerikanischer Whiskey

Obwohl Gentleman’s Journal in Großbritannien ansässig ist, hatten wir schon immer eine Schwäche für amerikanischen Whiskey, ob Bourbon oder Rye. Beide sind in den diesjährigen Top Drei vertreten, und alle Flaschen stammen aus dem Herzen des Bourbon-Landes: Kentucky.
1. Platz: Maker’s Mark 46 French Oaked Bourbon
Übung macht den Meister. Und obwohl die Zahl 46 auf dem Etikett steht, hat das Brennerei-Team tatsächlich mehr als 120 Versuche mit zusätzlichen Fassdauben durchgeführt, um diesen außergewöhnlichen Bourbon zu perfektionieren. Die Dauben aus französischer Eiche, die in einen bereits erstklassigen Bourbon eingetaucht werden, heben diesen Whiskey auf ein neues Niveau und verleihen ihm zusätzliche Noten von Gewürznelken, hellem Karamell und gerösteten Macadamianüssen. Ein Muss.
2. Platz: Sazerac Straight Rye Whiskey
Hergestellt am Hauptsitz der Bourbon-Größen von Buffalo Trace – da ist es kein Wunder, dass dieser Rye zu den Gewinnern zählt. Seine Getreidemischung vereint einen überwiegenden Roggenanteil mit einer ordentlichen Portion Mais und einem Hauch gemälzter Gerste. Den Spitzenplatz verpasst er nur deshalb, weil er in Cocktails am besten zur Geltung kommt. Doch mit Noten von schwarzem Tee, Lakritz, Sternanis und einer würzigen Note, die (ja, wirklich!) an Dr Pepper und Root Beer erinnert, spielt er in jedem Cocktail, den ihr mixen möchtet, die Hauptrolle.
3. Platz: Elijah Craig Toasted Barrel
Der Mann, dessen Name auf der Flasche steht, war als „Vater des Bourbons“ bekannt. Für diesen Whiskey erhält der Small Batch Bourbon der Marke in einem getoasteten Eichenfass ein zweites Leben – womit er in Craigs Familie vielleicht so etwas wie der eigenwillige, über zwei Ecken verschwägerte Schwager wäre. Aber alle Achtung, schmeckt der gut! Freuen Sie sich auf Noten von Zedernholz, Jasmin und braunem Zucker, dazu eine pikante Pfirsichnote. Sein Geld absolut wert.
Bester Rum

Die diesjährige Rum-Shortlist zeigt ein wunderbares Zusammenspiel verschiedener Getränkekategorien: Von Wein und Sherry bis hin zu Bourbon prägen sie unsere Top Drei. Mit hervorragenden Geschmacksprofilen und großartig gestalteten Flaschen könnte dies das spannendste Siegertreppchen des Jahres sein.
1. Platz: Brugal 1888
Wir schätzen Spirituosen, die sich auch von anderen Kategorien inspirieren lassen. So wie unser Spitzenreiter unter den Rums: Er wird in der Dominikanischen Republik destilliert und reift in zwei Etappen in Fässern, in denen zuvor renommierte Bourbons und Sherrys lagerten. Dieses Zusammenspiel bringt Aromen von braunem Zucker, würziger Eiche und sogar einen Hauch von Nelke an den Gaumen. Ein Rum, den man pur und mit Muße genießt.
2. Platz: Don Papa Single Island Rum
Wir lieben fast alle Rums von Don Papa, vom ungefilterten „Rare Cask“ bis zur tropisch angehauchten „Baroko“-Abfüllung. Doch den besten Rum Old Fashioned haben wir bisher mit dem Original der Marke getrunken: einem Rum, der in ehemaligen Rioja-Fässern gereift ist und mit üppigen Noten von reifem Obst und Vanillecreme begeistert. Eine echte Offenbarung.
3. Platz: Eminente Gran Reserva
Man soll einen Rum nicht nach seiner Flasche beurteilen, heißt es vielleicht (eigentlich sagt das niemand). Aber wir sind froh, dass wir uns von diesem Design in Krokodilleder-Optik haben ködern lassen. Wer hätte gedacht, dass sich darin Aromen von Dulce de Leche, gerösteten Mandeln und Tabak verbergen, die nur darauf warten, unsere Geschmacksknospen zu überraschen? Ja, hier haben wir uns von unseren Augen leiten lassen. Doch unter die Top Drei von GJ kommt man nur, wenn der Geschmack hält, was die Flasche verspricht.
Bestes Bier

Wie viele unserer Kategorien ist auch „Bier“ ein weites Feld. Deshalb haben wir uns auf leichtere Lagerbiere konzentriert statt auf Bitter- oder Bockbiere. Und selbst dann ist die Auswahl noch schier überwältigend. Unsere Jury hat sich aber wie immer mit vollem Einsatz durchprobiert und die Auswahl eingegrenzt – irgendjemand muss es schließlich tun.
1. Platz: Monte Carlo Beer Bière Spéciale Lager
Wie die Rosés weiter oben versetzt auch dieses Bier einen Schluck für Schluck in Urlaubsstimmung. Frisch wie die Riviera schimmert es blassgolden wie die Sommersonne und ist schon beim ersten Schluck so spritzig und erfrischend, wie man es sich nur wünschen kann. Französischer Triskel-Hopfen verleiht ihm eine fruchtige Tiefe, ohne die zarten blumigen Noten zu überlagern. Passt am besten zu Badeshorts und einem Blick aufs ruhige Meer.
2. Platz: Côte Citron Lager
Neben Monte Carlo macht es sich auch Côte Citron in der Strandkabine gemütlich: ein Bier nach Radler-Art mit echten Zitronen von der Côte d’Azur. Mit 3,4 % lässt es sich spielend leicht wegzischen (und die knallblau-gelben Dosen sind danach ebenso leicht zerdrückt). Dabei vereint es die spritzige Frische mediterraner Zitronenschalen mit einem leichten Lager nach kontinentaler Art – mit all der Präzision und dem Schwung eines Frottee-Strandtuchs. Oder sollte es statt Schwung lieber Panaché heißen?
3. Platz: NOAM Lager
Manchen mag dieses Lager etwas zu spritzig sein, doch die Mischung aus Hallertauer Tradition und Smaragd-Hopfen bringt genug malzige Süße und kräuterige, zitrusbetonte Noten mit, damit die lebhafte Kohlensäure nicht zu aufdringlich wird. In den edlen, geriffelten Flaschen schwingt sogar ein Hauch von Kamille mit. Ein luxuriöses Lifestyle-Bier also – ein bayerisches Statement zum genüsslichen Nippen.
Lust auf mehr Wissenswertes rund um Drinks? Hier ist das Cocktail-ABC von Gentleman’s Journal…
Werden Sie Mitglied bei Gentleman’s Journal. Hier erfahren Sie, wie.



