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Daniel Fletcher steht bei der London Fashion Week im Mittelpunkt

Daniel Fletcher steht bei der London Fashion Week im Mittelpunkt

Der neu ernannte Kreativdirektor des chinesischen Labels Mithridate, Daniel Fletcher, spricht vor der Präsentation seiner Debütkollektion mit Gentleman's Journal

Made in China, but so very British, is how we'd describe Daniel Fletcher's debut collection as creative director for Mithridate, the Shanghai-based luxury label that he just made his debut at during London Fashion Week. "I'm a British designer, and the team at Mithridate loved that," Fletcher told Gentleman's Journal at this studio on the eve of his show, his team that has worked with him throughout his career getting things underway around him. "There's a massive appetite for that in China and the founder Tina loves London and British design, so she was happy to give me the reigns to set the direction for the brand."

Mithridate was founded in 2019 by Tina Jiang, and after her creative director Demon Zhang left in 2024, she looked to Britain to find his replacement. "London is such a centre of creativity, and British designers are also running some of the biggest houses in Paris, so it made sense,” Jiang told Vogue Business earlier this year, days after Fletcher's surprise appointment at the Chinese brand, which saw him enlist British darling Alexa Chung to front his announcement campaign.

Das Label präsentiert seit acht Saisons seine Kollektionen in London, doch diesmal sah alles ein wenig anders aus: hochglänzende Roben, himmlisch anmutende Röcke und Anzüge aus hauchzart drapierten Stoffen. Fletcher, der seine gleichnamige Marke 2015 gründete, bereits für JW Anderson, Louis Vuitton und Fiorucci tätig war und heute als Kreativdirektor von Ascot fungiert, präsentierte eine Kollektion, die tief in der Geschichte der britischen Konfektionsmode verwurzelt ist. „Die Vorgaben waren sehr offen“, erklärt Fletcher. „Der Schwerpunkt liegt stärker auf Damenmode, wie es bei der Marke schon immer der Fall war, aber es gibt auch einen beachtlichen Anteil an Herrenmode.“

Fletchers Moodboard für seine Herrenkollektion setzte sich aus einer Reihe von Bildern zusammen, darunter Aufnahmen von Mick Jagger in den 1960er-Jahren, von Schauspieler Rupert Everett in weitem Hemd und mit Krawatte in dem schwulen Liebesdrama von 1984 Another Country sowie von Nicole Kidman in einem schmal geschnittenen Anzug im Jahr 1999. „Bridget Jones, Vier Hochzeiten und ein Todesfall und all diese Richard-Curtis-Filme waren auf dem ersten Moodboard“, sagt er.

Die Kollektion spiegelt gekonnt britische Exzentrik wider: Weite Hosen fallen auf spitze Brogues und werden mit nicht in den Bund gesteckten Oxford-Hemden kombiniert, während säuregrün gefärbte Pullover und Zopfmuster-Strickwaren nach Art eines Harrow-Internatsschülers über den Schultern getragen werden. Andernorts werden Schals, die zu einem Markenzeichen von Fletchers eigenen Kollektionen geworden sind, ordentlich im Nacken gebunden, sodass sie elegant über übergroße zweireihige Anzüge fallen. Kamelfarbenes Leder trifft auf Cordblazer, die wiederum einen Kontrast zur lässigen Art der Harrington-Jacken bilden. Matrosenartige Jacken sind mit einer Einfassung im Langettenstich versehen. „Ich wollte die Ideen von Kleidungsstücken, die wir bereits kennen – ob Bomberjacke, Hemd oder Rock – auf den Kopf stellen“, erklärt Fletcher. Hosen mit College-Streifen greifen die Idee des Internatsschülers weiter auf, während die Farbpalette insgesamt Marineblau, Creme und Schokoladenbraun umfasst, aber auch kränklich süße, von den Achtziger- und Nullerjahren inspirierte Bad-Taste-Töne wie Senf, Gelb, Rosa und Grün aufeinanderprallen. „Es ist sehr britisch – es geht in dieselbe Richtung wie Saltburn, wo diese zusammengewürfelte Exzentrik herrscht.“

Für Fletcher eröffnete die neue Position unzählige Möglichkeiten für sein kreatives Schaffen. „Diese Marke blickt nicht auf eine lange Tradition zurück“, erklärte er und erzählte mir, dass er dank der finanziellen Unterstützung der Marke viel mehr umsetzen könne als mit seinem eigenen Label (Mithridate betreibt derzeit sieben Geschäfte in China und plant weitere Eröffnungen in der westlichen Welt). „Dafür bietet sie hervorragende Fertigungsmöglichkeiten. So haben wir beispielsweise für Jacken eine traditionelle chinesische Handsticktechnik verwendet, deren Ausführung 14 Stunden dauert.“

Fletcher möchte Mithridate zu einer international anerkannten Marke machen. „Ich möchte Menschen in New York und London sehen, die die Marke tragen.“ Dafür ist eine unverwechselbare Markenidentität das A und O. Das neue Logo ist von den Ladenschildern der Jermyn Street aus dem frühen 20. Jahrhundert sowie von Apothekerflaschen inspiriert. „Die Marke ist nach einem halbmythischen Elixier benannt, das vom römischen Kaiser Mithridates entwickelt worden sein soll und als Heilmittel gegen alle Krankheiten galt. Wir haben uns jahrhundertealte Flaschen davon angesehen.“

Er möchte auch mit den gängigen Assoziationen aufräumen, die mit dem Label Made in China verbunden sind. Oft denken wir dabei an Fast Fashion, doch in seiner Rolle bei Mithridate möchte Fletcher authentische Handwerkskunst sichtbar machen.

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