Vor Kurzem schickte mir ein Freund eine Nachricht. Sie war kurz, sie war pointiert, und sie warf mir vor, meine nordenglischen Wurzeln (auf die ich stolz bin) zu verraten. Warum? Weil ich bei einem kürzlichen Kneipenbesuch die Dreistigkeit — und unverkennbare Südengländer-Manier — besessen hatte, ein Pint Radler mit Lagerbier zu bestellen.
Das, so wurde mir gesagt, sei schlichtweg inakzeptabel. Aber davon will ich nichts hören. Ob man nun aus Stockton-on-Tees oder Staines-upon-Thames kommt: Es ist wirklich nie verkehrt, ein Radler zu bestellen – besonders im Sommer. Es ist lässiger als ein Lager, erfrischender als ein Aperol Spritz und schmeckt besser als fast jedes Bier pur (so, jetzt ist es raus).
Und wir sagen es noch einmal. Denn Radler ist eine herrlich spritzige Sache. Es ist das prickelnde Aufeinandertreffen von Jugend und Erwachsensein; Limonade und Lagerbier vereinen sich zu einem Fest für alles Alkoholische und Süße. Es ist dein Freund mit weniger Umdrehungen für den Morgen danach. Es ist ein Pint – aber eines, das eher mit Brunch als mit Prügeleien in Verbindung gebracht wird. Es ist Tagestrinken in seiner spritzigsten Form.
Außerdem nähert sich das Getränk seinem hundertjährigen Jubiläum. Das erste echte Radler aus Limonade und Lagerbier wurde 1922 gemischt, als der bayerische Gastwirt Franz Xaver Kugler eine ganze Schar durstiger Radfahrer versorgte, indem er sein Bier mit Limonade verdünnte. Er nannte diese Erfindung „Radler“ – nach dem deutschen Wort für Fahrradfahrer. Der Begriff „Shandy“ selbst leitet sich von „Shandy gaff“ ab, einer viktorianischen Mischung aus Bier und Ginger Ale.

Aber ich bleibe bei Limonade, vielen Dank. Und ich habe schon so einige probiert. Denn im Laufe der Jahre habe ich Lagerbier, Limonade und viel Zeit in die Perfektionierung dieses spritzigen Getränks gesteckt (natürlich fernab der missbilligenden Blicke aus dem Norden). Und der perfekte Shandy hat etwas von Alchemie. Im Grunde braucht man als Basis ein helles Lagerbier – entweder ein Pilsner oder ein Helles –, das mit Limonade oder Zitronen-Limetten-Brause gemischt wird. Aber mit ein paar gezielten Kniffen lässt sich das Ganze noch verfeinern.
Zunächst einmal zum Bier. Als Faustregel gilt: Der Alkoholgehalt sollte zwischen 4 % und 5 % liegen. Und wenn du dich an das einfache, traditionelle Rezept hältst, gibt es nichts Besseres als Camden Hells. Es ist leicht erhältlich und trotz seines Namens tatsächlich eine gelungene Mischung aus Hellem und Pils. Es erfüllt alle Voraussetzungen für ein herrlich spritziges Ergebnis.
„Es ist ein prickelndes Aufeinandertreffen deiner Jugend und deines Erwachsenenlebens …“
Weitere empfehlenswerte Alternativen – jede mit ihren eigenen fruchtigen, malzigen Vorzügen – sind das fast kräuterartige Lost Lager von BrewDog, das Pils von Five Points und das Helles von Lost & Grounded.
Aber es muss nicht unbedingt Lagerbier sein. Auch Pale Ales eignen sich hervorragend für Radler. Sie sind etwas aromatischer und stecken voller Hopfen — dadurch kommen die so wichtigen Zitrusnoten schon zur Geltung, bevor überhaupt Limonade hinzugefügt wird. Fragen Sie in Ihrem örtlichen Taproom oder Ihrer Mikrobrauerei nach dem hopfenreichsten Ale — es lohnt sich. Und wenn Sie nicht das Glück haben, in einer Hochburg des Craft-Brauens zu leben, besorgen Sie sich ein paar Flaschen Meantime London Pale Ale, Sierra Nevada American Pale Ale oder Kernel „Foeder Beer“ — eine Variante des belgischen Pale Ale, die ebenso trüb wie zitrusfruchtig ist.
Womit wir bei der Limonade wären. Säuerlich und spritzig macht sie die Hälfte Ihres Radlers aus (immer im Verhältnis 50:50 mischen) – daher lohnt es sich, die beste auszuwählen. Ich würde immer dazu raten, von allzu billigen Produkten sowie von Limonaden mit künstlichen Farbstoffen oder Zuckerersatzstoffen die Finger zu lassen. Kohlensäure muss sie ebenfalls haben, aber das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Sie brauchen eine Limonade mit ordentlich Wumms und einer leichten Trübung – denn das bedeutet, dass darin echte Zitronenschale herumschwirrt, die Ihrem Bier einen zusätzlichen fruchtig-herben Kick verleiht.
Hier gibt es mehrere hervorragende Optionen. Fentiman’s Victorian Lemonade, Fever-Tree’s Sicilian Lemonade und Belvoir’s Freshly Squeezed Lemonade sind allesamt eine ausgezeichnete Wahl. San Pellegrinos folienversiegelte Dosen „Limonata“ mögen zwar schön sommerlich aussehen, stecken aber voller Zucker und Süßstoffe, die den Biergeschmack überdecken. Greifen Sie statt zu Dosen oder Plastikflaschen immer zu Glasflaschen – das gilt auch für Ihr Bier.
Wenn du diese Regeln befolgst, gelingt dir jedes Mal das perfekte Radler. Also leg los und experimentiere selbst ein wenig – denn der Radler-Sommer ist da. (Ja, auch wenn du aus Nordengland kommst.)
Lust auf weitere Drinks zum Mixen in diesem Sommer? Wie wäre es mit einem White Port Negroni …
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