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The Maison François White Port Negroni

Less colourful; more fashionable

Während die Negroni-Renaissance einen weiteren Sommer lang immer größere Wellen schlägt, fragt man sich unweigerlich, wie viel von seinem jüngsten Erfolg auf seine Farbe zurückzuführen ist. Dieses dunkle Rot – zum Beispiel nur ein oder zwei Pantone-Nuancen dunkler als ein Aperol Spritz und ebenso lässig verführerisch wie eine rosafarbene Magnumflasche des schimmernden Whispering Angel – ist auf eine Weise fotogen und ein echter Blickfang, wie es andere Drinks schlicht nicht sind.

Sein starker Kontrast zu den Blautönen von Positano und Santorin – oder vielleicht zum Stoff eines neapolitanischen Sommeranzugs – macht ihn zum idealen Motiv für eine neue Generation weltgewandter Instagrammer und deren Follower. Damit will ich natürlich nicht sagen, dass der Drink out ist. Doch es scheint, als nähere er sich inzwischen gefährlich dem „Premium Basic“-Territorium – einer Ästhetik, zu der unter anderem Folgendes gehört: Matisse-Scherenschnitte; New Yorker-Stofftaschen; Austern um der Austern willen; und der Glaube, es sei interessant, Fleabag zu mögen.

All das soll heißen, dass es sich lohnt, bei diesem edlen Getränk auch andere Farbkombinationen und Geschmacksprofile zu erkunden. Der White-Port-Negroni im Maison François in St James’s ist dafür ein hervorragender Ausgangspunkt. Gründer Frank O’Neill und sein Team hatten schon immer ein untrügliches Auge für Details, Farben, Anspielungen, Bezüge und Andeutungen.

Die kathedralenhohen Decken des Maison François – abgemildert durch drapierte weiße Vorhänge, Terrakottabögen und sattbraunes Holz – erinnern an den 1973 erfolgten Umbau der Fabrik La Fabrica durch den Architekten Ricardo Bofill. Die Kellner tragen allesamt lässige, von französischer Arbeitskleidung inspirierte marineblaue Anzüge von Drake’s; als Gesichtsmasken dienen ihnen blau-weiße Bandanas. Die Speisekarte ist natürlich immer hervorragend – bodenständig und herzhaft, aber zugleich angenehm überraschend.

Da liegt es nur nahe, dass auch der Negroni des Hauses mit denselben Konventionen spielt. Subtiler, frischer, leichter, sanfter, heller und zugänglicher als sein tiefroter großer Bruder, setzt er weniger auf Attitüde und mehr auf Eleganz. Miguel, der Barchef, bringt es so auf den Punkt: „Er ist eine wunderbare Frühlingsvariante – ein unkomplizierter Einstieg in die Welt der bitteren Cocktails. Er ist sehr frisch, etwas leichter zu trinken – und einfach wunderbar.“

So mixt du den White Port Negroni von Maison François

Zutaten

  • 35 ml No 5 weißer Portwein
  • 25 ml Beefeater London Dry Gin
  • 25 ml Italicus

Zubereitung

  1. Alle Zutaten auf Eis verrühren
  2. In ein mit Eis gefülltes Glas abseihen
  3. Mit Zitronenzeste garnieren

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