
Zegna Herbst/Winter 2026
In einer durchdachten, vom Archiv inspirierten Präsentation setzte sich Zegnas Herbst-/Winterkollektion 2026 mit Erbe, Langlebigkeit und der stillen Kraft von Kleidung auseinander, die dafür geschaffen ist, getragen, gelebt und über Generationen weitergegeben zu werden.
- Text von: Harry Jarman
Die diesjährige Zegna-Show für Herbst/Winter 2026 trug den Titel „Ein Familienschrank“ und drehte sich um die Weitergabe lieb gewonnener Stücke an die nächste Generation. Für die Marke war dies besonders relevant, da Ermenegildo „Gildo“ Zegna, Vorsitzender und CEO der Gruppe, erst im November die Position des geschäftsführenden Vorsitzenden übernahm, während Edoardo und Angelo Zegna, Mitglieder der vierten Generation der Familie Zegna, als Nachfolger von Gildo Zegna zu Co-CEOs der Marke Zegna ernannt wurden.
Die Show selbst fand rund um einen riesigen imaginären Kleiderschrank statt. Das Bühnenbild war mit einigen unglaublichen Archivstücken aus der traditionsreichen Geschichte der Marke bestückt. Besonders beeindruckend war eine museal anmutende Glasvitrine, in der „ABITO N.1“ aufbewahrt wurde: der als erster Anzug bekannte Entwurf, der in den 1930er-Jahren Su Misura für Graf Ermenegildo Zegna aus 100 % australischer Wolle maßgefertigt wurde. Weitere Stücke stammten aus den persönlichen Kleiderschränken von Gildo Zegna und Paolo Zegna, die beide der dritten Generation der Familie Zegna angehören.
Dieses Thema des Weitergebens war nicht nur wörtlich gemeint, sondern bezog sich auch darauf, die eigene Garderobe im Laufe der Zeit um Stücke zu erweitern, die bereits ein Leben hinter sich haben und eines Tages weitervererbt werden können.
Die Show von Zegnas Artistic Director Alessandro Sartori bekräftigte die Stellung der Marke als eines der führenden Luxushäuser für Herrenmode. Die Inszenierung wirkte in der Vergangenheit verwurzelt und ließ zugleich jeden Look absolut zeitgemäß erscheinen. Lange, lockere Silhouetten verliehen der Schneiderkunst eine markante Haltung. Besonders die Mäntel begeisterten: groß und lang, mit eindrucksvollen, kantigen Schultern und teils eleganten Schlitzen in der hinteren Mitte – ebenso funktional wie ästhetisch.
Wie bei allem von Zegna standen auch hier die Stoffe im Mittelpunkt. Zu den edlen, luxuriösen Textilien gehörten Fantasia-Tweed aus Wolle und Papier oder Wolle und Alpaka, bedruckter Flanell aus Trofeo-Wolle, gewaschener Panno aus doppeltem Kaschmir, Fantasia-Grisaglia aus Trofeo-Wolle sowie gewaschener Oxfordstoff aus Baumwolle und Wolle. Ich könnte die Liste endlos fortsetzen, aber Sie verstehen, worauf ich hinauswill. Auch die Farbpalette beeindruckte mit Tönen, die durchweg tragbar, aber alles andere als langweilig waren.
Alessandro Sartori hat eine Kollektion geschaffen, die erprobt und eingetragen wirkt. Jedes Kleidungsstück scheint auf die eine oder andere Weise verfeinert oder bearbeitet worden zu sein. Es gibt so viele Stücke, in die man sich verlieben kann. Wenn Sie im nächsten Herbst jedoch nur eine Sache tun, dann investieren Sie in einen Mantel von Zegna und pflegen Sie ihn für die nächste Generation.
Für einen genaueren Einblick in die Turin-Übernahme von ZEGNA und Mytheresa siehe The Diary: The Torino Experience.


