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Was Sie bei den Herrenschauen dieser Fashion Week erwartet

Was Sie bei den Herrenschauen dieser Fashion Week erwartet

Die Herbst-/Winter-Schauen 2025 starten diesen Januar mit einem Paukenschlag auf der Pitti Uomo, gefolgt von den Modenschauen in Mailand und Paris.

Und schon geht es wieder los mit einer Reihe prall gefüllter Fashion Weeks, die von Moderedakteuren, Stylisten und dem einen oder anderen Prominenten besucht werden (Markenbotschafter Callum Turner sitzt bei Louis Vuitton in der ersten Reihe). Ab morgen präsentieren alle großen Marken während der Fashion Week – oder treffender gesagt: des Fashion Month – ihre Herbst-/Winterkollektionen 2025.

Der große Modezirkus beginnt mit der Pitti Uomo, die in Florenz stattfindet. Dort präsentieren unter anderem Brunello Cucinelli und Kiton ihre neuesten Kollektionen, bevor sie nach Mailand weiterziehen, um sie dort erneut der Modewelt vorzuführen. MM6 Margiela übernimmt den begehrten Platz als Ehrengast.

Als Nächstes geht es zur Mailänder Modewoche. Hier präsentieren sich die meisten großen italienischen Marken: Ralph Lauren Purple Label, Dolce & Gabbana, Emporio und Giorgio Armani, Tod’s und Brioni zeigen ihre Kollektionen. Der Sonntag ist im Kalender der Mailänder Modewoche traditionell der Prada-Tag. Mrs Prada und der bereits erwähnte Raf Simons präsentieren ihre Herbst-/Winterkollektion 2025 in der Fondazione Prada, während die britische Marke Dunhill den vorletzten Tag der Modewoche beschließen wird.

Wie immer bildet Zegna am Montag mit einer Show um 15 Uhr den Abschluss, bevor Journalisten, Stylisten und Fotografen ihre Sachen packen und nach Paris weiterreisen. Auffallend abwesend von der Mailänder Herrenmodewoche sind Gucci und Fendi, die beide im Februar während der Damenmodewoche gemeinsam mit Marken wie Bottega Veneta geschlechterübergreifende Kollektionen präsentieren.

Prada Spring/Summer 2025

Weitere Marken, die ihre Kollektionen während der Mailänder Modewoche präsentieren, sind Corneliani, Church's, Ten C, die britisch-italienische Marke Jordanluca, Woolrich Black Label (entworfen von Todd Snyder), CP Company und Altea.

In Paris steht eine ganze Woche voller großer Momente auf und abseits der Laufstege bevor. Das von Pharrell geleitete Louis Vuitton ist das große Modehaus, das am ersten Tag (21. Januar) seine Kollektion zeigt; zuvor präsentieren sich die vielversprechenden, deutlich jüngeren Marken Auralee und Ernest W. Baker. Am zweiten Tag werden Berluti (mit einer Präsentation am Vormittag), Paul Smith, Lemaire, Isabel Marant und Acne Studios ihre Kollektionen vorstellen. Aufstrebende Labels wie Bianca Saunders, das von Harry Styles unterstützte SS Daley und Egonlab werden Laufstegshows veranstalten. Der Donnerstag, 23. Januar, gehört den dunklen Fürsten der Mode Rick Owens und Yohji Yamamoto, während Amiri den Termin um 20 Uhr übernimmt. Celine wiederum wird seine AW'25-Kollektion im Rahmen von Einzelterminen präsentieren. Sie wurde vom hauseigenen Studio für die Übergangszeit zwischen dem ehemaligen Designer Hedi Slimane und dem neuen Kreativchef Michael Rider, zuvor bei Ralph Lauren, entworfen.

SS Daley Autumn/Winter 2023

Dior Homme veranstaltet seine Laufstegshow am Freitag, während Comme des Garçons Homme Plus und Kenzo den Tag vor dem Wochenende beschließen. Hermès, Charles Jeffrey Loverboy und Hed Mayner zählen zu den Höhepunkten am Samstag. Am Sonntag, dem letzten Tag der Paris Fashion Week, präsentieren Sacai, Wooyoungmi und Jacquemus – erstmals im Rahmen der Herrenmode – ihre Kollektionen. Den Abschluss der Paris Fashion Week bildet Lanvin, wo der ehemalige Oscar-de-la-Renta-Designer Peter Copping sein Debüt für das traditionsreiche Pariser Modehaus geben wird.

Loewe, bei dem Gerüchte über einen möglichen Abschied von Jonathan Anderson kursieren, zeigt nicht in Paris. Auch das gleichnamige Label des Designers, das üblicherweise in Mailand präsentiert, ist nicht dabei.

Kurz gesagt, es zeichnet sich eine großartige Saison für Herrenmode ab. Mit dem Lanvin-Debüt des britischen Designers Copping und Jacquemus als spannenden Neuzugängen werden die Herbst-/Winterkollektionen 2025 mit noch größerer Spannung erwartet.

Was erwarten wir? Bei den Kollektionen rechnen wir mit einer Hinwendung zur Eleganz, wie sie bereits bei den Frühjahr/Sommer-Schauen 2025 zu sehen war (Schneiderkunst, perfekt gearbeitete Mäntel usw.), und einer Abkehr von Streetwear. „Wir wissen bereits, dass lässige Silhouetten langsam, aber sicher verschwunden sind, und insgesamt fühlt es sich so an, als würden wir reifer und zu raffinierteren Looks zurückkehren“, sagt Tora Northman, freiberufliche Moderedakteurin, Beraterin und ehemalige Mitarbeiterin von Highsnobiety. „Ich gehe davon aus, dass wir deutlich mehr Tailoring in Kombination mit lässigen, vintage-inspirierten Stücken sehen werden, ebenso wie Silhouetten, die verspielt und zugleich erwachsen wirken. Nichts allzu Ernstes – schließlich müssen wir auch noch ein wenig Spaß haben –, wobei viele Farben und Texturen dominieren werden.“ Luke Day, Stylist und Fashion Director von Man About Town , stimmt dem zu. „Ich würde mir eine Rückkehr zur Eleganz und etwas Glamour wünschen“, sagte er Gentleman's Journal vor dem offiziellen Auftakt der Herrenschauen. „Ich wünsche mir auch etwas Sexappeal.“

Alexandre Marain, Redakteur für Männermode bei Vogue France, vermutet, dass die 2010er-Jahre zurückkehren könnten und damit die Dominanz der Y2K-Ästhetik ablösen, die wir in den vergangenen Jahren erlebt haben. „Die männliche Version von Indie Sleaze“, sagte er uns. „Ich kann mir schon jetzt die Rückkehr von Skinny Jeans, schmalen Schals und Offiziersjacken vorstellen – charakteristische Stücke, die nicht zuletzt dank Musikern wie Pete Doherty und Alex Turner die Glanzzeit der 2010er-Jahre prägten.“ Kurz gesagt also jene schmalen Schals und körpernahen Silhouetten, mit denen wir bereits Timothée Chalamet beim Verkörpern von Bob Dylan gesehen haben. „Ich hoffe, dass sich der Colour-Blocking-Trend, den wir bei der letzten Prada-Show gesehen haben, auch in der neuen Saison fortsetzt und einer Modewelt, die bislang von gedeckteren, ‚ruhigen‘ Tönen dominiert wurde, einen dringend benötigten Schub an Fröhlichkeit und Lebendigkeit verleiht.“

Sie können außerdem davon ausgehen, dass die Kollektionen die turbulenten Zeiten widerspiegeln werden, in denen wir leben – seien es die anhaltenden Kriege weltweit, die US-Präsidentschaft oder der Aufstieg der KI.

Während sich große Namen wie Gucci, Fendi und Loewe in dieser Saison zurückhalten oder ihre Kollektionen andernorts im Modewochenkalender präsentieren, rücken neue Talente und kleinere Marken ins Rampenlicht. „Ich habe das Gefühl, dass sich die nächste große Menswear-Marke bald zeigen wird“, sagt Chris Morency, ehemaliger Redaktionsleiter bei Highsnobiety und Business Of Fashion sowie Stratege und Journalist. „Es gibt bereits viele großartige Designer, aber es fehlt eindeutig eine führende Kraft. Ich habe das Gefühl, da braut sich etwas zusammen.“

Was die Frage angeht, wer in der ersten Reihe sitzen wird, hat Morency ebenfalls einige Ideen. „Ich glaube auch, dass sich die Marken viel stärker auf ihren eigenen Kreis konzentrieren werden. Weniger dieselben Influencer und Redakteure bei all denselben Shows und dafür mehr Freunde und Familie im Stil von Rick Owens – zumindest hoffe ich das.“

Insgesamt hofft jedoch Vogue France-Redakteurin Marain, dass die Kollektionen und Laufstegshows etwas Positives ausstrahlen. „Hoffentlich sind die Designer bereit, sich einer Welle des Optimismus hinzugeben und die Monotonie mit einem Fest der Farben und der Freude zu durchbrechen.“

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