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Universelle Anziehungskraft

Universelle Anziehungskraft

Genfs Dornröschen erwacht dank des mächtigen Uhrenherstellers Breitling zu neuem Kultstatus

Am 10. Mai 2025 wurde bei Phillips in Zusammenarbeit mit Bacs & Russo eine einzigartige Polerouter aus Weißgold mit dem Logo der Fluggesellschaft SAS für bemerkenswerte 71.120 CHF verkauft. Damit bestätigte sich auf einen Schlag die Weitsicht der Schweizer Uhrenlegende Breitling bei der viel beachteten Übernahme von Universal Genève – einer Marke, die in jüngster Zeit geradezu zum Inbegriff des „Wer es weiß, weiß es“-Coolnessfaktors unter Uhrensammlern geworden ist.

Im selben Jahr erzielten gut erhaltene Polerouter De Luxe weltweit regelmäßig Preise von rund 10.369 US-Dollar. Die Investment- und Akquisitionsteams von Breitling hatten den Trend jedoch offenbar schon lange zuvor erkannt. Und auch wenn dieses aus Leidenschaft entstandene Revival-Projekt vorerst noch andernorts verwirklicht wird, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis jene beleuchteten Lettern, die noch immer die Dächer der Rue du Rhône zieren und flankiert von Namen wie Patek Philippe und Rolex auf den Genfersee hinabstrahlen, einen der Lieblingssöhne Genfs wieder willkommen heißen – in situ.

Dieser einzigartige Zeitmesser würdigte das 70-jährige Jubiläum zweier Premieren: des bahnbrechenden SAS-Transpolarflugs von Kopenhagen nach Los Angeles im Jahr 1954 und des Debüts der Polerouter an den Handgelenken der Piloten, die diesen Flug ermöglichten. Darüber hinaus wurde sie von dem damals 23-jährigen Gérald Genta entworfen, der – und damit erzählen wir Ihnen zweifellos nichts Neues – weniger als 20 Jahre später nichts Geringeres als die ikonischen achteckigen Linien der Royal von Audemars Piguet zeichnen sollte.

Seit Mittwochmittag, dem 8. Mai 2026, liegt jedoch die gesamte ruhmreiche Vergangenheit von Universal Genève offen zutage – mit einer Offenheit, wie man sie bei einem so mächtigen (und, wenn wir das so sagen dürfen, ausgesprochen konzerngeprägten) Schweizer Hüter wie Breitling nur selten erlebt. Ganz zu schweigen davon, wie überraschend dies angesichts der historischen Rivalität der beiden Marken bei dem Unterfangen ist, die technisch anspruchsvolle Stoppuhr ans Handgelenk zu bringen.

Each brand claims responsibility for the two-push piece, start/stop/reset ‘chronograph’ functionality, nitro-fuelled by the advent of WWII pilots’ needs. But, instead of stepping on its own toes, Breitling has forged UG v2.0 as an entirely different beast to its own. It couldn’t not revive Universal’s iconic ‘Compax’ chronograph line – the multi-subdial models of which are the nippiest of catnip for collectors, with ‘Nina Rindt’ and ‘Eric Clapton’ monikers informally ascribed to certain iterations a la Rolex fandom – but they boast finer-finished, micro-rotor-driven mechanics entirely standalone to the in-house ‘B01’ calibres ticking inside the Navitimer (ca£14,700 vs £7,900 respectively). Developed, to Breitling’s credit, in-house at the brand’s ‘Chronometrie’ facility in La Chaux-de-Fonds, high in the Jura mountains.

Darüber hinaus setzt Breitling – auf die Gefahr hin, jene Tricompax/Bicompax/Compur/Aero-Compax-#watchnerds zu verprellen, die Universal Genève zu einem so bedeutenden, wenn auch lange schlummernden Giganten der Mitte des 20. Jahrhunderts gemacht haben – ganz bewusst eigene Akzente, indem die Marke mit Nachdruck ihr unerwartet reiches, von Frauen geprägtes Erbe wiederaufleben lässt.

Da wäre zum Beispiel die juwelenbesetzte, einer Grace Jones würdige Linie „Disco“, dazu die ausgesprochen schicke „Cabriolet“, deren „Formwerk“ (also ein rechteckiges Uhrwerk) sich wunderbar in ein wendbares Cocktailgehäuse im Art-déco-Stil einfügt, gefertigt von Le Temps Manufacture – sowohl von Hand als auch mithilfe einer ganzen Reihe hochmoderner 5-Achs-CNC-Maschinen. LTM ist ein Spitzenunternehmen, das, wie erwähnt werden sollte, auch für die Dreizeigermechanik der Polerouter verantwortlich zeichnet. Dabei ist der Aufzugsrotor in die Ebene des Uhrwerks eingelassen, um die Bauhöhe gering zu halten – ganz so, wie UG es bereits 1958 beim spektakulären Mikrorotor-Kaliber 215 so raffiniert umgesetzt hatte.

„Für Universal Genève war ‚Le Couturier de la Montre‘ nie nur ein Slogan“, erklärt Georges Kern, CEO von Breitling und auch von Universal Genève (wo Gregory Bruttin die operativen Führungsaufgaben übernimmt). „Er prägte das Wesen der Maison und brachte ihren kreativen Geist und ihr einzigartiges handwerkliches Können zum Ausdruck.“

Die geballte Präsentation so vieler hochkarätiger Neuheiten, die das gesamte Vermächtnis eines lange ruhenden Uhrenherstellers abdecken, ist selbst für den gelegentlichen Uhrenbeobachter überwältigend. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass Breitling Universal Genève mit einer Sorgfalt wiederbelebt hat, die den wegweisenden Uhrwerken der Vergangenheit in nichts nachsteht – und zugleich auf noch mehr Kommendes hindeutet.

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