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IM BLICKPUNKT: 50 Jahre magnetische Anziehungskraft der (antimagnetischen) IWC Ingenieur

IM BLICKPUNKT: 50 Jahre magnetische Anziehungskraft der (antimagnetischen) IWC Ingenieur

IWC feiert fünf Jahrzehnte Gérald Gentas legendärer Sportuhr aus Edelstahl mit zwei limitierten Chronometer-Modellen, die den Stil der 1970er-Jahre mit ausgefeilter antimagnetischer Technik verbinden.

Vor fünfzig Jahren, im Jahr 1976, stellte IWC Schaffhausen die „Ingenieur SL“, Ref. 1832, vor. Der längst überfällige Nachfolger der „Ingenieur“ aus den 1950er-Jahren wurde von keinem Geringeren als Gérald Genta mit einem Federstrich vom „Ingenieur“ zum „Boulevardier“ verwandelt.

Ein demokratisiertes Instrument fürs Handgelenk, so kosmopolitisch und industrietauglich wie eh und je, wird nun mit zwei ebenso zweckmäßigen, antimagnetischen und chronometrisch präzisen limitierten Editionen aus Edelstahl in 35 beziehungsweise 40 mm gewürdigt.

An original advertisement for Gérald Genta’s Ingenieur SL, the steel sports watch introduced in 1976.

Den Lesern des Gentleman’s Journal dürfte Monsieur Genta kaum vorgestellt werden müssen. Der in Genf ansässige Künstler und Uhrendesigner entwarf dieses kühne Modell auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft in den 1970er-Jahren – einem Jahrzehnt, in dem seine Idee einer „luxuriösen“ Sportuhr aus Stahl mit fließend integriertem Armband eine völlig neue Kategorie innerhalb der Schweizer Uhrmacherkunst begründete. Gentas außerordentlich einflussreiches Portfolio begann natürlich mit der achteckigen, selbstbewusst auftretenden „Royal Oak“ von 1972 für Audemars Piguet – einem Eilauftrag für den stets eleganten italienischen Markt, der sich der damaligen Entwertung der Uhrmacherkunst durch fernöstliche Quarztechnologie widersetzte.

Seit ihrer Neuauflage im Jahr 2023 ist Gentas Neuinterpretation der Ingenieur von 1976, die sämtliche seiner charakteristischen Designmerkmale bewahrt, zu einer umfassenden Kollektion mit verschiedenen Größen, Materialien und Komplikationen herangewachsen. Nun feiert IWC fünf Jahrzehnte der „Ingenieur SL“ mit zwei limitierten Editionen. Beide zeichnen sich durch ihre edlen, gebürsteten und versilberten Zifferblätter aus, die von einer seltenen Variante der Ingenieur SL inspiriert sind und erstmals ein „50“-Logo auf den gebürsteten Stahlzifferblättern tragen.

The Ingenieur Automatic 40 50th Anniversary pairs a brushed silver-plated dial with a commemorative ‘50’ signature.

Trotz ihrer zukunftsweisenden Designsprache war die Ingenieur SL bei ihrer Markteinführung kein kommerzieller Erfolg. Selbst nach Aussage der Marke dauerte es Jahrzehnte, bis Sammler die Uhr wiederentdeckten – von der zwischen 1976 und 1983 lediglich 598 Exemplare gefertigt wurden. Heute zählt sie zu den begehrtesten Modellen in der Geschichte von IWC.

„Fünfzig Jahre sind vergangen, seit mein Vater die Ingenieur SL entworfen hat“, sagt Alexia Genta, Tochter von Gérald Genta und Mitbegründerin der Gérald Genta Heritage Association. „Es erstaunt mich immer wieder, wie sein Werk auch Jahrzehnte später noch so viele Menschen inspiriert.“

Selbst angesichts der viel gepriesenen Royal Oak und des darauffolgenden, achteckigen Entwurfs für Patek Philippe, der Nautilus, spricht es Bände für die anhaltende Anziehungskraft der Ingenieur SL, dass sie betont: „Es ist mir eine Ehre zu sehen, wie IWC sein künstlerisches Vermächtnis bewahrt und auf seinem ikonischen Design aufbaut.“

Ob Ingenieur, Pilot’s, Portofino oder Portugieser – von Anfang an setzte der amerikanische Industrielle Florentine Ariosto Jones auf den deutschsprachigen Standort Schaffhausen, wo er 1868 seine Hightech-Manufaktur gründete und sie „International Watch Company“ nannte. Dabei verband er auf kluge Weise das Können Schweizer Fachkräfte mit der Effizienz importierter amerikanischer Präzisionsmaschinen und der gewaltigen Wasserkraft des nahe gelegenen Rheins, um Präzisionszeitmesser zu fertigen, deren Form ganz von ihrer Funktion bestimmt war.

Und tatsächlich wurde seit der Übernahme durch die Richemont Group im Jahr 2000 ein traditionsbewusstes Sortiment aus antimagnetischen Fliegeruhren, innovativen Taucheruhren, modernen Interpretationen von Komplikationen der Haute Horlogerie und vielem mehr mit zunehmender Eigenständigkeit weiterentwickelt.

Ingenieur, dann Ingenieur SL und schließlich die diesjährige Ingenieur zum 50. Jubiläum – mehr braucht es vielleicht gar nicht, wenn es um die so oft bemühte „DNA“ geht …

Die Geschichte der Ingenieur begann wohl im Jahr 1944, als zwölf Schweizer Uhrenhersteller den Auftrag erhielten, hochwertige Armbanduhren für die alliierten Infanteristen zu fertigen – gemäß der strengen Spezifikation „Watch. Wrist. Waterproof.“ des britischen Verteidigungsministeriums, die robuste Bauweise, gute Ablesbarkeit und … Antimagnetismus verlangte, angesichts der immer größeren Fülle an Elektrik in den Cockpits.

Für Sammler ist es der Heilige Gral, alle Modelle des „Dirty Dozen“ zusammenzutragen. Für IWC war die W.W.W. lediglich der Prototyp für die legendäre Mark 11 von 1948, die bis 1981 bei Piloten der RAF im Einsatz blieb.

Nach dem Krieg erlebten Wissenschaft und Technik einen Aufschwung – und so brachte IWC 1954 ein schnörkelloses Instrument fürs Handgelenk auf den Markt, wie geschaffen für Pfeife rauchende Wissenschaftler. Der Bedarf an einer Armbanduhr für den Einsatz in Laboren, in denen sich starke Magnetfelder oft nicht vermeiden ließen, war immer größer geworden. IWC gehörte zu den ersten Unternehmen, die eine zivile Ausführung ihrer antimagnetischen Armbanduhr auf den Markt brachten.

The Ingenieur Automatic 35 50th Anniversary offers the same anniversary dial in a smaller case, complemented by polished bracelet centre links.

Diese neue, 1955 lancierte und Ingenieur genannte Uhr wurde dank einer Gehäusekonstruktion mit einem Innenkern aus „Weicheisen“ so konzipiert, dass sie Magnetfeldern von bis zu 1.000 Gauß standhält (Gauß ist eine Maßeinheit für die magnetische Flussdichte im „A“-Feld – 10.000 Gauß entsprechen 1 Tesla, und nein, damit ist kein Elektroauto gemeint. Und fangen wir gar nicht erst mit dem „H“-Feld an, dessen magnetische Feldstärke in Ampere pro Meter gemessen wird …)

Kurz nach der Einführung der Ingenieur brachte Rolex mit der Milgauss eine eigene, speziell gegen Magnetfelder geschützte Uhr auf den Markt. Wie bei der Ingenieur umgab auch bei der Milgauss ein „Käfig“ aus Weicheisen das Uhrwerk, um die Uhr vor Magnetismus zu schützen. Auch für dieses Modell wurde eine Magnetfeldresistenz von bis zu 1.000 Gauß garantiert.

So viel zur Wissenschaft. Dann kam Genta ins Spiel. Und nun folgt die moderne Interpretation, angetrieben von der grundsoliden Automatikmechanik der Richemont-Manufaktur ValFleurier. Zukunftsweisender denn je – dank der heutigen (wahrscheinlich nicht Pfeife rauchenden) Tüftler.

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Weitere Informationen finden Sie unter iwc.com.

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