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Die einflussreichsten Menschen der Welt

Die einflussreichsten Menschen der Welt

In einer Zeit fragmentierter Wahrheiten, algorithmischer Macht und kultureller Reizüberflutung verläuft Einfluss nicht mehr geradlinig von oben nach unten. Dies ist der maßgebliche Leitfaden zu den Persönlichkeiten, die Politik, Technologie, Kultur und Überzeugungen prägen – und zu der Frage, was Einfluss heute wirklich bedeutet.

Die Frage nach dem „Einfluss“ könnte das zentrale Leitmotiv unserer Zeit sein. Wie werden wir von der Technologie beeinflusst, die wir nutzen? Wer nimmt wirklich Einfluss auf das Weltgeschehen? Wie können wir sicher sein, dass die Informationen, die uns beeinflussen, korrekt, authentisch und von Menschen gemacht sind? Unter wessen Einfluss handeln die Politiker und Strippenzieher unserer Zeit tatsächlich? Und was wird mir dieser Influencer als Nächstes verkaufen? Während des weitaus größten Teils der Menschheitsgeschichte verlief Einfluss linear, kohärent und nahezu geradlinig: in einer Machtstruktur (im Guten wie im Schlechten) von oben nach unten, von den Führenden zu den Geführten. Eine solche Einfachheit wirkt heute geradezu luxuriös – in einem digitalen, spätkapitalistischen Zeitalter, in dem Kulturen und Gesellschaften zersplittert und aufgebracht sind und Informationen durch ihre schiere Menge überwältigen, qualitativ jedoch enttäuschen. Die folgende Liste versucht, die einflussreichsten Menschen der heutigen Welt zusammenzutragen – von Akteuren der Soft Power bis hin zu Beinahe-Diktatoren. Zugleich versucht sie jedoch, das Wesen des Einflusses in der Gegenwart selbst zu hinterfragen – und einige entscheidende Hinweise darauf zu geben, wohin die Entwicklung als Nächstes führen könnte.

Donald Trump — Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Welche Wellen setzte Barack Obama mit jenem harmlosen Scherz beim Dinner der Korrespondenten des Weißen Hauses in Gang, das so viele Jahre und Skandale zurückliegt? Nun, in seiner zweiten Amtszeit nach einer nur allzu unvermeidlich erscheinenden Rückkehr, macht Donald Trump – seine unverwechselbare Frisur so trotzig wie eh und je – die vergleichsweise gemäßigte Politik seiner ersten Amtszeit wett: Er agiert mit ungezügelter Straflosigkeit und betreibt eine brachiale Politik, die von wirtschaftsschädigenden Zöllen bis hin zur beinahe vollzogenen Invasion souveräner Staaten reicht. Und während die NATO zerbrechen und Grönland annektiert werden könnte, wird Trumps bleibendes Vermächtnis vielleicht darin bestehen, wie sich seine Präsidentschaft auf den Begriff der Wahrheit ausgewirkt hat: Einst war sie ein recht eindeutiges Ideal, doch in Verbindung mit den Halluzinationen der KI ist sie nun zu etwas schwer Fassbarem, Fließendem und völlig Veränderlichem geworden. Nach wie vor herrscht die Vorstellung, dass sich die Dinge wieder „normalisieren“ werden, sobald Trump bei der nächsten Wahl abgewählt wird – sofern es dazu kommt. Doch MAGA war weniger eine Schöpfung Donald Trumps als vielmehr etwas, dem er Ausdruck verlieh – vielleicht die unvermeidliche Konsequenz eines Landes, das nie wirklich mit sich selbst im Reinen war und dessen arbeitende Bevölkerung mit wachsender Ungleichheit, tief gespaltenen Wertvorstellungen und der schleichenden Kommerzialisierung von Gesundheit und Glück konfrontiert ist.

Xi Jinping — Präsident Chinas

Xi Jinping hat seine Macht und seinen Einfluss durch langsame Akkumulation erlangt, nicht durch rohe Gewalt. Seit über einem Jahrzehnt an der Macht und nach Abschaffung der Amtszeitbegrenzung kontrolliert er de facto nahezu jeden Bereich des chinesischen Lebens – und angesichts der rasanten, beinahe exponentiellen Industrialisierung des Landes auch fast alles andere. China allein steht inzwischen für rund ein Drittel der weltweiten Industrieproduktion, während seine Präsenz rund um Taiwan und im Südchinesischen Meer die Welt an seinen latenten militärischen Einfluss erinnert. So entfaltet sich Xis Macht ähnlich wie seine Infrastruktur: stetig und zugleich rasant, als fortlaufende Anhäufung statt als spektakuläres Feuerwerk – ein vielsagender Kontrast zu jenem Staatschef, den er am deutlichsten bedroht.

Wladimir Putin — Präsident Russlands

Für Putin ist Krieg zur Politik geworden. Drei Jahre nach Beginn der Invasion der Ukraine hat Russland seine Wirtschaft auf Durchhaltefähigkeit umgestellt und internationale Sanktionen sowie breite Verurteilung zu einem Hintergrundrauschen werden lassen – in seinen Augen schlicht der Preis dafür, Russland wieder zu seinem rechtmäßigen historischen Imperium und Ansehen zu verhelfen. Während der postsowjetische Herrscher nun Mitte siebzig ist, übt er nahezu uneingeschränkte Macht über Russland aus (was ihn nach Einschätzung des Journalisten Bill Browder faktisch zum reichsten Mann der Welt macht) – und damit ist auch seine Fähigkeit, in Europa und weltweit Wellen zu schlagen, nach wie vor enorm und oft beängstigend.

Narendra Modi — Präsident Indiens

Indien hat 1,4 Milliarden Einwohner und ist mit deutlichem Abstand die am schnellsten wachsende große Volkswirtschaft der Welt – ein subkontinentales Gegengewicht zu Chinas industrieller Stärke, die auf seiner faktischen Kontrolle der globalen Lieferkette beruht. Modi steht dem Land als wendiger und beständiger Staatschef vor und hält mit verblüffendem Geschick und dem Selbstbewusstsein, das ihm das schiere demografische Gewicht seines Landes verleiht, die Beziehungen zu Washington, Moskau und Peking im Gleichgewicht. Könnte das 21. Jahrhundert am Ende doch Indien gehören?

Keir Starmer — Premierminister des Vereinigten Königreichs

Auch wenn er es im Alltag vielleicht nicht spürt, bleibt der britische Premierminister Keir Starmer auf der Weltbühne eine äußerst einflussreiche Persönlichkeit — zum Teil dank Großbritanniens historischer Stellung und seiner „besonderen Beziehung“ zu den USA; vielleicht aber auch, weil er nach mehreren Jahren aberwitziger Unbeständigkeit und ausgesprochen unterdurchschnittlicher Regierungschefs für Beständigkeit und eine gewisse Geradlinigkeit steht. Seine Kritiker werden sagen, dass dies weniger Stabilität als vielmehr Schwerfälligkeit sei und Großbritannien deshalb langsam scheitere — seine Befürworter hingegen werden den Bruch durch den Brexit als Hauptgrund für die derzeitige Flaute anführen: eine Lage, aus der uns vielleicht nur Starmer mit juristischem Geschick behutsam herausmanövrieren kann.

Claudia Sheinbaum — Präsidentin von Mexiko

Sheinbaum ist ausgebildete Physikerin und daher daran gewöhnt, das unermesslich Große und das winzig Kleine zugleich zu betrachten – eine Fähigkeit, die sich in einem aufstrebenden Land mit 130 Millionen Einwohnern als nützlich erweisen könnte, das im Alltag dennoch mit grundlegenden Problemen zu kämpfen hat. Als erste Präsidentin des Landes überwacht Sheinbaum nun den Anstieg der Einnahmen aus ausgelagerten Dienstleistungen aus den nördlich gelegenen USA – und versucht zugleich auf pragmatische Weise, die Lage in einem Land zu verbessern, das sowohl von Kartellgewalt als auch von klimatischen Belastungen schwer getroffen wird.

Javier Milei — Präsident von Argentinien

2019 erschien der heutige Präsident Argentiniens auf der Comic-Con in Buenos Aires im schwarz-goldenen Kostüm seines Alter Egos: eines anarchokapitalistischen Superhelden namens „General Ancap“. Heute, einige Jahre später, führt der ehemalige Fernsehstar, der zum Politiker wurde, sein Land mit ähnlich radikaler Konsequenz – er beschneidet die Macht des Staates, kürzt Subventionen, gibt Wechselkurskontrollen frei und wirbt um die Zustimmung des IWF. Und obwohl die Inflation nach einer erschreckenden Phase mit dreistelligen Raten gesunken ist, leiden seine Bürger weiterhin unter erheblichen wirtschaftlichen Belastungen – während seine unverwechselbare Marke und sein Stil weltweit die Botschaft vermitteln, dass Exzentrik womöglich noch immer der entscheidende Erfolgsfaktor an den Wahlurnen unserer Zeit ist.

Ursula von der Leyen — Präsidentin der Europäischen Kommission

Die Königin der europäischen Macht scheint der Inbegriff einer bürokratischen Führungspersönlichkeit zu sein: regulierend, unauffällig, ruhig und von stiller Entschlossenheit. Unter ihrer Führung haben jedoch die in Brüssel ausgearbeiteten Vorschriften für digitale Märkte und KI sowie die Klimastandards weltweit Wirkung entfaltet – ein Beweis dafür, dass der europäische Staatenbund nach wie vor eine gewaltige Kraft im globalen Handel und in der internationalen Politik ist. Ihre jüngste Wiederwahl steht mit ihrer beständigen, umsichtigen und methodischen Art in starkem Kontrast zu den radikaleren Akteuren unserer Zeit auf der Weltbühne.

Benjamin Netanjahu — Ministerpräsident Israels

Inmitten des Krieges im Gazastreifen, des internationalen Drucks und der Proteste im eigenen Land stößt Netanjahus lange Amtszeit nun an die Grenzen der Belastbarkeit – sowohl persönlich als auch auf nationaler Ebene. Die Entscheidungen und die trotzige Haltung des israelischen Regierungschefs haben gefährliche Auswirkungen auf die gesamte Region, aber auch auf die Welt insgesamt – auf die Ölpreise, Fragen der Stabilität sowie Überlegungen zu Souveränität, Kontrolle und Menschlichkeit.

Tedros Adhanom Ghebreyesus — Generaldirektor der WHO

Die weltweite Coronavirus-Pandemie könnte rückblickend durchaus als das prägende Ereignis des frühen 21. Jahrhunderts gelten. Zumindest bis die nächste Pandemie kommt. Aus dieser Perspektive ist der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation vielleicht der wichtigste Akteur auf dem Planeten – Inhaber eines nahezu unmöglichen Amtes, das dennoch Entschlossenheit, eine solide Datengrundlage und letztlich Überzeugungskraft erfordert.

Greta Thunberg — Klimaaktivistin

Thunberg bleibt der feste und beständige menschliche Bezugspunkt im Klimadiskurs – ein geradezu unvorstellbarer Druck für einen Menschen ihres noch relativ jungen Alters. Mit ihrer kompromisslosen moralischen Klarheit und ihrer Weigerung, eine Verwässerung politischer Entscheidungen hinzunehmen, hat sich die Aktivistin bei verschiedenen Machthabern den Ruf einer Widersacherin eingehandelt. Doch angesichts der Tatsache, dass 2025 das heißeste jemals gemessene Jahr war, lässt sich kaum bestreiten, dass ihre Botschaft ernst genommen werden muss.

Zohran Mamdani — Bürgermeister von New York

Mamdanis Wahl zum Bürgermeister von New York war durchaus bemerkenswert – er ist der jüngste Amtsinhaber seit Menschengedenken; ein unberechenbarer Außenseiter, dessen Charisma, Energie und Klarheit dennoch den Zeitgeist in der wohl wichtigsten Stadt der Welt zu treffen schienen. Doch es war Mamdanis unerwarteter Bromance-Moment in Trumps Oval Office, der auf einen künftig noch größeren Einfluss hindeutete – vielleicht als Persönlichkeit von internationaler Bedeutung und als pragmatischer Brückenbauer über Parteigrenzen hinweg.

Elon Musk — Eigentümer von X, Tesla und SpaceX

Seine innige Beziehung zum Oval Office ist längst vorbei (auch wenn sich die Spannungen in dieser Hinsicht offenbar wieder etwas lösen), doch Musk bleibt eine einflussreiche Kraft auf der Weltbühne – als Wegbereiter der Elektromobilität, Spitzenreiter im neuen Wettlauf ins All und Herr über ein brodelndes soziales Netzwerk, das maßgeblich nach seinem Vorbild umgestaltet wurde (und zunehmend auch nach dem seiner KI-Schöpfung Grok.)

Sam Altman — CEO von OpenAI

Wie können Sie sicher sein, dass dieser Artikel nicht mit ChatGPT geschrieben wurde? Dass eine solche Frage überhaupt gestellt werden kann (und zunehmend nicht mehr beantwortet werden kann), ist der branchenführenden Arbeit von OpenAi zu verdanken, dem wohl einflussreichsten Akteur in dieser neuen Einflusswelle. Altmans ruhige (wenn auch leicht esoterische) Präsenz an der Spitze des KI-Bereichs wird daher für vieles in der Welt richtungsweisend sein — einer Welt, deren Systeme und Prozesse sich derzeit rasant verändern, ob uns das gefällt oder nicht.

Mark Zuckerberg — CEO von Meta

Facebook verändert den Verlauf von Wahlen; Instagram verändert die Form von Gesichtern. Es fällt schwer, sich jemanden vorzustellen, der die Welt im vergangenen Jahrzehnt stärker beeinflusst hat als Zuckerberg, dessen Unternehmen alles prägt (und zu Geld macht), von der öffentlichen Meinung zum aktuellen Zeitgeschehen bis hin zu Schönheitsidealen. Hier verbinden sich also Soft Power und Hard Power – und ihre tägliche Präsenz in unseren Hosentaschen macht sie umso mächtiger.

Jensen Huang — CEO von NVIDIA

Die Chips von NVIDIA sind zum Nadelöhr geworden, durch das der KI-Boom hindurchmuss: ein unerwarteter Status quo, der die Umsätze und die Bewertung des Unternehmens auf historische Höchststände getrieben und die Welt daran erinnert hat, dass Hardware letztlich die entscheidende Macht ist – oder zumindest der begrenzende Faktor. Huangs Unternehmensführung wird daher das kommende Jahrzehnt des Wachstums, der Technologie und sogar der Politik weltweit prägen – ein riesiges, wegweisendes Imperium, errichtet auf winzigen Siliziumsplittern.

Sundar Pichai — CEO von Google

Es scheint nur folgerichtig, dass das Unternehmen, dessen Name zum Synonym für die Internetsuche geworden ist, bei künstlicher Intelligenz eine führende Rolle hätte spielen müssen – doch in vielerlei Hinsicht hinkte Google auf diesem Gebiet hinterher. Dank Pichais nochmals verstärkter Bemühungen scheint die Gemini-Engine des Unternehmens jedoch zu einer wahrhaft prägenden Kraft für die Zukunft zu werden – während die Gegenwart (und die Art, wie wir sie wahrnehmen) fortwährend von den algorithmischen Feinjustierungen und den vielen weitreichenden Ausläufern des Google-Imperiums geprägt wird.

Satya Nadella — CEO von Microsoft

Unter Nadellas Führung hat Microsoft einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt, wobei er klugerweise auf Cloud-Computing setzte und den Siegeszug der KI begrüßte. In seiner Reife hat das ursprüngliche Technologieunternehmen nun seine Rolle gefunden: Statt auf Radikalität und Schlagzeilen setzt es auf pragmatische Entscheidungen, behutsame Integration und weitreichende Zusammenarbeit. Steht das „soft“ in Microsoft inzwischen für Soft Power?

Larry Fink — CEO von BlackRock

Bei Blackrock werden über 10 Billionen US-Dollar verwaltet – eine nahezu unvorstellbare Summe, die dem langjährigen CEO enormen Einfluss auf Märkte, Unternehmen und sogar die Regierungspolitik verschafft, von Klimafragen bis hin zu Big Tech. Fink hat nun auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos das Ruder übernommen – und ist damit faktisch der König unter Königen.

Dario Amodei – CEO von Anthropic

Ist Dario Amodei der gelassenste Mann im Raum? Während das Wettrüsten im Bereich der KI außer Kontrolle zu geraten droht, setzt sich der CEO von Anthropic mit nüchterner Besonnenheit für Systeme ein, die sich auf einer wesentlich menschlicheren Ebene bewegen – mit dem Schwerpunkt auf Natürlichkeit, Interpretierbarkeit und letztlich auf Sicherheitsvorkehrungen und Beschränkungen. Wie wichtig könnte sich eine solche Weltsicht in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren erweisen?

Alex Karp — CEO von Palantir

Palantirs Software hat inzwischen in sämtlichen Bereichen staatlicher Entscheidungsfindung Einzug gehalten – von der Militärlogistik über die Auswertung geheimdienstlicher Erkenntnisse bis hin zur Datenmodellierung. Karp, der Chef des Unternehmens, gilt als Querdenker und bisweilen als Exzentriker. Er inszeniert sich als eine Art Philosophenkönig des Überwachungszeitalters, den immer mehr Staats- und Regierungschefs für seine Analysen der dunklen Seiten des Staates zu Rate ziehen werden – auch wenn manche meinen, der Preis dafür sei der Verlust unserer Privatsphäre.

Lisa Su — CEO von AMD

Ein weiterer Chiphersteller, der nicht so sehr auf den KI-Zug aufgesprungen ist, sondern vielmehr die Gleise bereitgestellt hat, auf denen dieser nun dahinrast. Unter Su hat sich das Schicksal von AMD rasant gewandelt: Sie machte den Hardwarehersteller vom Außenseiter zu einem der wichtigsten Akteure – und ließ seinen Aktienkurs innerhalb weniger Jahre um mehr als das 50-Fache steigen. Als ausgebildete Ingenieurin weiß sie, wie wichtig es ist, Dinge von Grund auf aufzubauen und die Grundlagen richtig zu machen: Wenn Chipprototypen aus der Fabrik eintreffen, soll Su häufig persönlich ins Labor kommen, um sie genau zu prüfen.

Demis Hassabis — CEO von DeepMind

Während viele Technologie- und KI-Unternehmen fieberhaft nach Anwendungsmöglichkeiten (oder vielleicht Monetarisierungsmodellen) für künstliche Intelligenz suchen, gilt DeepMinds ganze Leidenschaft dem Wesen der Intelligenz selbst. Das hat das Unternehmen auf interessante und wichtige Pfade geführt – etwa zur Entwicklung eines Computers, der Menschen im Go schlagen konnte, dem komplexesten bekannten Spiel der Welt, und zur Erfindung von AlphaFold, einem KI-System, das Proteinstrukturen präzise vorhersagt und für das Hassabis 2024 mit einem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Taylor Swift — Singer-Songwriterin

Swifts jüngste Eras Tour war zweifellos eine Tour der Superlative: Als erste überhaupt erzielte sie mehr als 2 Milliarden US-Dollar an Ticketeinnahmen und zog weltweit über 10 Millionen Besucher an – Zahlen, die den bisherigen Rekord mühelos verdoppelten. Damit ist sie gewissermaßen ein eigener Wirtschaftszweig – während die anhaltende Faszination für ihr Privatleben (befeuert durch die rätselhaften, pointierten Texte ihrer Bestselleralben) ihr eine kulturelle Allgegenwart verleiht, die wie aus einer anderen Zeit wirkt.

Oprah Winfrey — Medienmanagerin und Philanthropin

Es zeugt vielleicht von Winfreys anhaltendem Einfluss (und auch von den Dingen, die Amerika wichtig sind) dass ihr Name bei fast jeder bedeutenden Wahl in den USA als mögliche Kandidatin ins Spiel gebracht wird. Ihre weitreichende Macht ist bemerkenswert – selbst heute, selbst in einer fragmentierten Welt. Ihre kulturelle Bedeutung weiß sie dabei oft geschickt in politischen oder aktivistischen Einfluss zu überführen und setzt sich für Anliegen ein, die von Bildung über Katastrophenhilfe bis hin zur Gleichberechtigung reichen.

Ed Sheeran — Singer-Songwriter

Der rothaarige Junge aus Suffolk könnte sich noch als Großbritanniens bester Export erweisen: ein Künstler, dessen Songs Hunderte Milliarden Mal gestreamt werden, dessen rekordverdächtige Tourneen nur von der unangefochtenen Swift übertroffen werden und dessen Texte auf wundersame Weise zugleich intim und universell bleiben. Als Songwriter für viele andere namhafte Künstler erreicht Sheeran mit seinem melodischen, einfühlsamen Einfluss jeden Tag Milliarden von Menschen.

Scarlett Johansson — Schauspielerin

Johansson wird häufig als bestverdienende Schauspielerin der Welt bezeichnet und hat ihren Status als Muse des Independent-Kinos geschickt genutzt, um zum Kassenschlager im allmächtigen Marvel-Universum zu werden. Doch es ist ihr weniger bekanntes Engagement abseits der Leinwand, das sie im Glanz Hollywoods hervorhebt — ein Einsatz, der sowohl den Rechten von Schauspieler:innen, Kreativschaffenden und Arbeitnehmer:innen (wie wichtig wird das im KI-Zeitalter sein?) als auch Fragen der Geschlechtergleichstellung gilt.

Charli XCX — Sängerin und Songwriterin

Einen kulturellen Moment zu prägen, ist eine Sache; eine völlig neue Farbe zu definieren, eine andere. Eine Zeit lang schien es, als würde die ganze Welt unter dem berauschenden, mitreißenden Einfluss des „Brat“-Stars tanzen, dessen Ehrlichkeit und Individualismus die Menschen in einer Ära algorithmischer Eintönigkeit tief berührten. Charli XCX, die sich nun neben der Musik zunehmend auch dem Film widmet, dürfte auf absehbare Zeit eine prägende (und erfreulich authentische) Kraft in der Kultur bleiben.

Rosalía — Singer-Songwriterin

Rosalía verbindet ihre Flamenco-Wurzeln mit urbanen und experimentellen Klängen. Ihre größte Stärke liegt darin, den Reichtum der spanischen Kultur einem weltweiten Publikum nahezubringen. Ihr jüngstes (unglaublich erfolgreiches) Album gilt als Höhepunkt nicht nur der lateinamerikanischen Musik, sondern der Popmusik insgesamt – experimentell und doch zugänglich, groß und weitläufig und zugleich persönlich. Ein Leuchtfeuer der Einzigartigkeit in einer kreativen Welt, die allzu oft auf Nummer sicher geht.

Kendrick Lamar — Rapper

Lamars spektakulärer Super-Bowl-Auftritt, der das Internet zum Beben brachte, festigte seinen Status als moderner König des Rap. Vorausgegangen war ein Sommer, in dem er kulturell allgegenwärtig war und uns alle an die seltsam verbindende Kraft eines Beefs erinnerte. Seiner Musik gelingt das seltene Kunststück, zugleich anspruchsvolle Literatur und mitreißende Popmusik zu sein – eingängig und ansteckend, nachhallend und tiefgründig und oft von politischer Bedeutung.

Miuccia Prada — Modedesignerin

Miuccia Prada, die vielleicht einflussreichste Stil-Ikone ihrer Zeit, hat mit ihrem unbestechlichen ästhetischen Gespür dafür gesorgt, dass Eleganz, Wärme und Lebendigkeit in der bisweilen allzu ernsten und strengen Welt der Laufstege fortbestehen. Als weltweit tonangebende Kraft für Trends und Geschmack – und damit auch dafür, wofür Menschen ihr hart verdientes Geld ausgeben – reicht ihr subtiler Einfluss bis in die höchsten und am schwersten greifbaren Sphären: das individuelle Empfinden von Status und sozialem Kapital und letztlich die Persönlichkeit.

Joe Rogan — Podcaster

Im Guten wie im Schlechten ist Rogan ein moderner Königsmacher, dessen unbestrittener Einfluss auf die weitverzweigte, brodelnde amerikanische Gedankenwelt ihn zu einer Figur gemacht hat, die Neugier und Anerkennung weckt – und häufig auch Kontroversen auslöst. Als weltweit konstant erfolgreichster Podcaster gilt Rogan vielen als Ein-Mann-Industrie: In seinen ausführlichen Gesprächen bietet er Menschen und ihren Ansichten eine Plattform und erzielt damit eine kulturelle Durchschlagskraft, mit der traditionelle Medien nur äußerst selten mithalten können.

David Attenborough — Naturforscher

Mit dieser weisen, altersvollen, unverwechselbaren Stimme scheint Attenborough bisweilen für den Planeten selbst zu sprechen – und sich dabei auf bewegende Weise für dessen Fortbestand einzusetzen. Seine bemerkenswerten Filme über die Natur und die Umwelt haben wie kaum etwas anderes sowohl das persönliche Bewusstsein als auch die Regierungspolitik geprägt – ergreifende und eindrucksvolle Verwirklichungen des bleibenden BBC-Credos: „informieren, bilden und unterhalten.

David Beckham — Ehemaliger Fußballspieler

Beckham war schon immer ein Meister der Selbstvermarktung. Seine unverwechselbare Persönlichkeit (und sein überwältigendes Talent) auf dem Platz ließen ihn für noch Größeres abseits des Spielfelds bestimmt erscheinen. Als eine Hälfte des wohl bedeutendsten britischen Promi-Paares ist er aus dem öffentlichen und kulturellen Leben nicht wegzudenken — und als Eigentümer von Inter Miami FC hat er maßgeblich zum Aufschwung des Fußballs in den USA beigetragen. Bei Marken beliebt und ohne Scheu, sich selbst zu vermarkten, ist Beckham wahrscheinlich der einflussreichste ehemalige Fußballer der Welt.

Lionel Messi — Fußballer

Werden die Geschichtsbücher Messi als den größten Fußballer aller Zeiten verzeichnen? Nach seinem bemerkenswerten Triumph bei der Weltmeisterschaft und angesichts seiner zum Bersten gefüllten Trophäensammlung beim FC Barcelona lässt sich seine Vormachtstellung nur schwer bestreiten (auch wenn ein Mann, wie wir noch sehen werden, dies ganz gewiss tun würde). Doch die Art und Weise, wie Messi spielt, scheint fast wichtiger zu sein als das, was er erreicht hat — der technisch versierteste und zauberhafteste Spieler aller Zeiten; ein unerschöpflich kreativer Ausnahmekönner, dessen geringe Körpergröße seine Stärke und nicht seine Schwäche war und dessen schiere Entschlossenheit und Energie ihn zu einem Spieler machen, dem man einfach zusehen muss. (Und wenn wir es rein kommerziell betrachten, ist er auch für Werbekunden und Marken schlicht unwiderstehlich.)

Cristiano Ronaldo — Fußballer

Kann es zwei Größte aller Zeiten geben? Die Debatte darüber, wer der größte Fußballer aller Zeiten ist, wird noch lange nach Ronaldos (und seines Rivalen Messi) Karriereende weitergehen – ein Beleg für die überwältigende Dominanz des Portugiesen in der beliebtesten Sportart der Welt. Seine Reichweite abseits des Platzes ist unterdessen im wahrsten Sinne des Wortes beispiellos: Er ist in den sozialen Medien nicht nur der Sportler mit den meisten Followern weltweit, sondern überhaupt die Person mit den meisten Followern.

LeBron James — Basketballspieler und Unternehmer

Sie nennen ihn King James – in jeder Hinsicht ein Gigant auf dem Spielfeld. LeBron ist ein geborener Gewinner und sammelt einen Meistertitel nach dem anderen – ebenso wie unternehmerische Erfolge, nicht zuletzt in der hart umkämpften Streamingbranche. Mit seiner eindringlichen Stimme prägt er Debatten über soziale Gerechtigkeit, Medienkonsum und Jugendinitiativen. So erweist er sich als wahrhaft königliche Persönlichkeit, deren Einfluss seine Zeit auf dem Spielfeld noch lange überdauern wird.

Simone Biles — Turnerin

Biles ist mit insgesamt über 40 Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen die erfolgreichste Turnerin der Geschichte. Ihr Einfluss zeigt sich nicht nur in den zahlreichen bahnbrechenden Elementen und Manövern, die nach ihr benannt wurden, sondern auch in ihrem entschiedenen und unermüdlichen Einsatz für psychische Gesundheit. Damit prägt sie als einflussreiche Persönlichkeit unser Verständnis der körperlichen wie auch der mentalen Grenzen des Menschen.

Serena Williams — Ehemalige Tennisspielerin

Dreiundzwanzig Grand-Slam-Titel im Einzel, 14 Titel im Damendoppel, vier olympische Goldmedaillen und den Rekord von 186 aufeinanderfolgenden Wochen an der Spitze der WTA-Weltrangliste – Serena (und wie alle wahrhaft Großen braucht sie nur diesen einen Namen) ist eine absolute Gigantin des Sports. Mit ihrer enormen Ausdauer und ihrem kraftvollen Aufschlag veränderte sie triumphal die Art, wie Tennis gespielt wird – aber auch, wie es wahrgenommen wird: mit unerschütterlichem Selbstvertrauen und leidenschaftlichem Kampfgeist. Inzwischen hat sie ihre Karriere beendet, doch zweifellos wird sie auch abseits des Platzes weiterhin einen Erfolg nach dem anderen feiern.

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