
Cobra Kai's Lewis Tan on dressing like his disco dad
Der Schauspieler erzählt, wie er bei der Amiri-Show auf der Pariser Modewoche die Vergangenheit seines Vaters als Disco-Champion aufleben ließ.
- Text von: Zak Maoui
Der amerikanische Modedesigner Mike Amiri präsentierte während der Paris Fashion Week seine neueste Kollektion für sein gleichnamiges Label, die eine Hommage an den beseelten Glamour der 1960er- und 70er-Jahre war. Markante Schultern trafen auf eine verführerische Farbpalette aus Bernstein, Rubinrot, Amethyst und Schokoladenbraun, die an den Stil von The Nice Guys erinnerte, dazu gab es große, das Gesicht verdeckende Sonnenbrillen.
Es war eine Kollektion, die nicht nur die Modewelt für Amiri begeisterte (auf X oder Twitter lässt sich die positive Resonanz auf die neueste Kreation der zehn Jahre alten Marke verfolgen), sondern auch die Stars in der ersten Reihe – allen voran Lewis Tan.
Der Cobra Kai Schauspieler besuchte die Show, die am Donnerstag der Pariser Modewoche den begehrten Abendslot bekommen hatte, und hätte davon kaum begeisterter sein können. Besonders diese Kollektion, aus der auch sein Look stammt, spricht ihn an. „Ich finde es toll, wie die Marke ihren Stil weiterentwickelt“, erzählte mir Tan am Telefon, eine Stunde nach seiner Landung in London. Zuvor hatte er sich in Thailand aufgehalten und dort für eine noch nicht bekannt gegebene Rolle Muay Thai trainiert. „Ich bin ein großer Fan der Siebziger, und für mich versprüht die Kollektion genau dieses Flair – allerdings mit einem kleinen Twist.“
Seine angeborene Liebe zu den späten Sechzigern und frühen Siebzigern hat ihren Ursprung in seiner Kindheit. Mit gerade einmal 37 Jahren hat Tan die Jahrzehnte, auf die sich die Amiri-Kollektion Herbst/Winter 2025 bezieht, zwar nicht selbst erlebt, doch wie er sagt, war diese Ära in seinem Elternhaus dennoch allgegenwärtig. „Die meisten kennen meinen Vater [den Schauspieler und Kampfsportler Phil Tan] als Kampfsportweltmeister, aber tatsächlich war er der erste chinesische Meister im Disco-Tanz in London“, erzählt er. „Daher bin ich mit dieser Art von Musik aufgewachsen. Earth, Wind and Fire, Abba, Soul und Disco liefen bei uns zu Hause ständig, weshalb ich mich zu diesem Stil hingezogen fühle.“
Für die Show trug Tan einen kamelfarbenen, zweireihigen Wollmantel mit Details am Revers, dazu einen Cardigan mit Amiri-Monogramm und einen weißen Rollkragenpullover sowie eine weit geschnittene schwarze Hose und Stiefel mit eckiger Spitze. Im Kern war der Look von den Siebzigerjahren geprägt, im Design jedoch zeitgemäß. „Stil entwickelt sich, wenn man sich selbst und die Art, wie man sich ausdrücken möchte, immer besser versteht“, erklärt er und bezeichnet das Outfit in Farbe und Form als sehr typisch für ihn. „Dieses Verständnis kann sich entweder minimalistisch oder auffälliger ausdrücken. Persönlicher Stil bedeutet für mich, dass man bei jemandem und seiner Art, sich zu kleiden, einfach sagen kann: ‚Oh, das ist so typisch für diese Person.‘ Wenn man das für sich erschließt, erreicht man ein höheres Niveau.“
Tan hegt eine große Liebe zur Mode. Zwar besitzt er selbst eine minimalistische Capsule Wardrobe (er pendelt zwischen London und Los Angeles und hat in beiden Wohnungen identische, etwa 60 Zentimeter breite Kleiderschränke), doch ihn fasziniert die Beziehung zwischen Film und Mode. Da er in einigen der größten Actionthriller mitgewirkt hat, von Cobra Kai bis Mortal Kombat, hat er bereits so einige Kostüme getragen. „Filme haben einen großen Einfluss auf mein Leben, und ich sehe, wie sehr sie die Mode prägen“, erklärt er. „Ich sehe, wie wichtig Mode für Kultur und Selbstausdruck ist. Audrey Hepburns Outfits wurden zum Inbegriff von Vogue und Chanel. Film und Mode beeinflussen sich gegenseitig enorm.“
Bei der Auswahl seiner eigenen Kostüme für seine Filme ist Tan äußerst akribisch. „Für die Woo Assassin“-Serie von Netflix haben wir die Kleidung sorgfältig ausgewählt. Gucci entwarf für mich einige coole Schmuckstücke nach Maß, die die Persönlichkeit der Figur widerspiegelten. Ich liebe Texturen und Lagenlooks und die Art, wie das Licht von den verschiedenen Materialien reflektiert wird. Ich bitte das Team dann, mich aufzunehmen, und bewege mich ein wenig, nur um zu sehen, wie das Outfit das Licht reflektiert. Ich liebe Cary Grants Zitat seines Vaters über das Tragen eines Anzugs.“ Das besagte Zitat lautet: „Man soll Sie sehen und nicht den Anzug. Der sollte zweitrangig sein.“
Da Mortal Combat 2 diesen Sommer in die Kinos kommt und Copperhead – „meine bisherige Lieblingsarbeit“ –, ein dramatischer Spionagethriller mit jeder Menge Action und Lucien Laviscount und Hannah John Cayman in den Hauptrollen, ebenfalls bevorsteht, wird Tan in naher Zukunft reichlich Gelegenheit haben, sich für Pressetermine herauszuputzen. Wir haben so eine Ahnung, dass er dabei Amiri im Stil der Siebziger tragen könnte.
Fotografie: Pip Bourdillon
Styling: Olga Timofejeva
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