
André der Riese
Nur wenige Stunden bevor ein verheerender Brand das Chiltern Firehouse verwüstete, sprach der legendäre Hotelier André Balazs über Originalität, Hollywood und Neuanfänge
- Text von: Joseph Bullmore
- Fotografie: Greg Funnell

Nur wenige Stunden bevor ein verheerender Brand das Chiltern Firehouse verwüstete, sprach der legendäre Hotelier André Balazs über Originalität, Hollywood und Neuanfänge

Nur wenige Stunden bevor ein verheerender Brand das Chiltern Firehouse verwüstete, sprach der legendäre Hotelier André Balazs über Originalität, Hollywood und Neuanfänge
An einem ganz gewöhnlichen Donnerstagmorgen im Februar erkundeten der Fotograf Greg Funnell und ich im Chiltern Firehouse mögliche Aufnahmeorte für ein bevorstehendes Interview mit André Balazs, dem Eigentümer und Maestro des Hotels. Irgendwann führte man uns im zweiten Stock durch eine unscheinbare Tür und über eine hölzerne Wendeltreppe im Inneren eines hohen viktorianischen Backsteinturms hinauf. Oben angekommen, bot sich uns ein Panoramablick über London – oder zumindest über jene Teile Londons, die noch nicht von metallenen Wolkenkratzern und riesigen Bürogebäuden verdeckt waren. Dies war der alte Wachturm, von dem aus ein Späher der damaligen „Manchester Square Fire Station“ nach verräterischen Rauchschwaden Ausschau hielt, bevor er Alarm schlug. Wir bewunderten die Bleiarbeiten auf dem Dach, die allen anderen Menschen verborgen blieben: den Matcha-Liebhabern und Leica-Schwenkern unten in der Chiltern Street ebenso wie den Strippenziehern, amerikanischen Schauspielern und staunenden Touristen auf der Restaurantterrasse unter uns. Die Bleiarbeiten ahmten eine züngelnde Flamme nach, die sich von jeder Ecke der hübschen, rot gedeckten Giebel emporwand – ein kleiner architektonischer Scherz, eine Ironie, geschaffen einzig zum Vergnügen des Wächters im Turm. Ich bin mir sicher, dass Greg sagte: „So etwas baut heute keiner mehr“, während wir über Marylebone blickten. Dann stiegen wir die Treppe wieder hinab, und hinter uns wurde die Tür verschlossen. Wir ahnten nicht im Geringsten, dass wir mit ziemlicher Sicherheit die letzten Menschen sein würden, die je den Turm betreten, seinen ganz eigenen Blick auf genießen oder den kleinen, unter der Traufe verborgenen Scherz entdecken würden.
An einem ganz gewöhnlichen Donnerstagmorgen im Februar erkundeten der Fotograf Greg Funnell und ich im Chiltern Firehouse mögliche Aufnahmeorte für ein bevorstehendes Interview mit André Balazs, dem Eigentümer und Maestro des Hotels. Irgendwann führte man uns im zweiten Stock durch eine unscheinbare Tür und über eine hölzerne Wendeltreppe im Inneren eines hohen viktorianischen Backsteinturms hinauf. Oben angekommen, bot sich uns ein Panoramablick über London – oder zumindest über jene Teile Londons, die noch nicht von metallenen Wolkenkratzern und riesigen Bürogebäuden verdeckt waren. Dies war der alte Wachturm, von dem aus ein Späher der damaligen „Manchester Square Fire Station“ nach verräterischen Rauchschwaden Ausschau hielt, bevor er Alarm schlug. Wir bewunderten die Bleiarbeiten auf dem Dach, die allen anderen Menschen verborgen blieben: den Matcha-Liebhabern und Leica-Schwenkern unten in der Chiltern Street ebenso wie den Strippenziehern, amerikanischen Schauspielern und staunenden Touristen auf der Restaurantterrasse unter uns. Die Bleiarbeiten ahmten eine züngelnde Flamme nach, die sich von jeder Ecke der hübschen, rot gedeckten Giebel emporwand – ein kleiner architektonischer Scherz, eine Ironie, geschaffen einzig zum Vergnügen des Wächters im Turm. Ich bin mir sicher, dass Greg sagte: „So etwas baut heute keiner mehr“, während wir über Marylebone blickten. Dann stiegen wir die Treppe wieder hinab, und hinter uns wurde die Tür verschlossen. Wir ahnten nicht im Geringsten, dass wir mit ziemlicher Sicherheit die letzten Menschen sein würden, die je den Turm betreten, seinen ganz eigenen Blick auf genießen oder den kleinen, unter der Traufe verborgenen Scherz entdecken würden.
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