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Der Aufstieg des „Lifestyle-Typen“

Von San Francisco bis Seoul ist eine neue Schicht von Männern entstanden. So wie Hunde ihren Besitzern ähnlich werden, gleicht diese internationale Kohorte zunehmend ihren Konsumgewohnheiten.

Vor nicht allzu langer Zeit saß ich mit einem Freund in der Rooftop-Bar eines Hotels in Barcelona. Ein Mann schlenderte vorbei, mit dunklem Designer-Dreitagebart, einer Sonnenbrille von Jacques Marie Mage und Loro Piana Summer Walks. Über seiner Schulter hing eine Bottega Veneta-Wochenendtasche mit dem charakteristischen Flechtmuster, in seinen Ohren steckten weiße AirPods. Ein dunkelblaues Hemd war bis zum Brustbein aufgeknöpft; eine Rolex saß locker an seinem Handgelenk. Als er sicher außer Hörweite war, sah mich mein Kumpel verschwörerisch an und raunte: „Lifestyle-Typ!“

Ich hatte den Begriff noch nie gehört, wusste aber, was er meinte. Von San Francisco bis Seoul ist eine neue Schicht von Männern entstanden. Nennen wir sie Lifestyle-Typen. So wie Hunde ihren Besitzern immer ähnlicher werden, gleicht diese internationale Gruppe zunehmend ihren Konsumgewohnheiten. Ich hatte keine Ahnung, woher er kam oder welche Sprachen er sprach, konnte aber einige fundierte Vermutungen anstellen. Er las die Financial Times, besaß ein iPhone und mochte Techno, aber auch Hip-Hop. Er nutzte Spotify, Netflix, Amazon, Apple, Instagram und möglicherweise Twitter. Er hatte Chef’s Table und Money Heist gesehen oder kannte die Serien zumindest. Er verfolgte Fußball. Wirtschaftspodcasts waren ihm nicht fremd. Vor Kurzem hatte er sich von Skinny-Fit-Hosen verabschiedet und war zu einem bequemeren, weiteren Schnitt übergegangen. Im vergangenen Jahr hatte er erwogen, sich ein Paar Adidas Sambas zu kaufen. Er besaß vermutlich einige Basics von Uniqlo und Oberbekleidung von The North Face oder Arc’teryx. Er trank Tequila, aber auch Naturwein. Er praktizierte intermittierendes Fasten. Er trieb Sport und lief regelmäßig mindestens zehn Kilometer. Zu Hause hatte er ein integriertes Lautsprechersystem, und seine Gedanken über Uhren beschränkten sich nicht auf die an seinem Handgelenk.