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29.05.2026
Issue No 18
By Gentleman's Journal

Die fünf dreistesten Schneeballsysteme der Geschichte

  1. Charles Ponzi — 1920er-Jahre
  2. Bernie Madoff – 1980er- bis 2000er-Jahre
  3. Allen Stanford — 1980s to 2000s
  4. Lou Pearlman — 1990er- bis 2000er-Jahre
  5. Ruja Ignatova — 2010er-Jahre
Joseph Bullmore
Words By Joseph Bullmore

I have just finished reading the FT’s excellent recent story on Gérard Lhéritier, the French manuscript dealer who raised a $1 billion fund based on selling shares in priceless literary artefacts — before the whole thing was unravelled as an (allegedly) fraudulent Ponzi scheme in 2025. What was notable about Lhéritier (besides the strange footnote that he also won France’s biggest ever EuroMillions jackpot in 2007) was how much of a fixture of polite Parisian society he was: a well-tailored, patrician presence who was a respected sponsor of the National Library of France. It reminded me of something a friend who works in finance once explained to me: that a good proportion (maybe even the majority) of Ponzi schemes go entirely undetected. That, statistically speaking, at least a few of the most respected financiers and fund managers in the game must surely at some point have employed Ponzi-esque practices — taking from Peter to pay Paul, essentially — before landing the plane at the last minute and legitimising their business entirely. When you put it like that, it can sound almost acceptable — just another ‘fake it till you make it’ element of our modern hustle culture. (And besides, ‘Ponzi’ sounds so chic and Italianate. “Oh, this tie? It’s vintage Ponzi…” ) But setting up a Ponzi scheme is the easy bit. You promise handsome returns, and foolhardy investors give you their money accordingly, and then you pay them out based on the deposits of further, later foolhardy investors, and the wheel turns. The problem, of course, is getting out. Here are five of the most notable fraudsters who didn’t.

1. Charles Ponzi — 1920er-Jahre

So good, he put his name on it! Ponzi was by no means the first practitioner of the swindle (an example appears in Charles Dickens’ Little Dorrit, in fact.) But he was perhaps the most brazen. In 1920, a wannabe financier called Charles Ponzi, operating in Boston, promised clients a 50% profit within 45 days of investment or a 100% profit within 90 days. He was inundated with business. At one point, more than 75% of the city’s police force had put their savings with him, and the government feared his fund’s collapse could pull down the entire Boston banking market. At his peak, he was making $1 million a day — or over $16 million in 2026 dollars. Shortly after this high it all came tumbling down, and Ponzi was soon sent to federal prison. At the end of his life, he was unrepentant. “Even if they never got anything for it, it was cheap at that price. Without malice, I had given them the best show that was ever staged in their territory since the landing of the Pilgrims! It was easily worth fifteen million bucks just to watch me put the thing over…”

Charles Ponzi — 1920er-Jahre

2. Bernie Madoff – 1980er- bis 2000er-Jahre

Madoff gehörte zur Wall-Street-Elite — der ehemalige NASDAQ-Vorsitzende mit belgischen Slippern; der vernünftige Graubart in einer Welt umtriebiger Wölfe. Tatsächlich liebten ihn die Anleger gerade deshalb, weil er so langweilig wirkte. Sein Angebot war, zumindest im Nachhinein betrachtet, beinahe lächerlich einfach: Jahr für Jahr stabile, geradezu unheimlich gleichmäßige Renditen, unabhängig davon, wie sich die übrigen Märkte entwickelten. In Wirklichkeit wurde jedoch so gut wie gar nichts investiert. Die Kundengelder wurden auf ein gewöhnliches Bankkonto bei Chase eingezahlt und ein wenig hin- und hergeschoben, während gefälschte Kontoauszüge — gedruckt auf alten IBM-Rechnern, die in einem verborgenen Stockwerk seines riesigen Gebäudes standen — die Illusion gewinnbringender Geschäfte erzeugten. Das System brach während der Finanzkrise 2008 zusammen, als die allgemeine Nervosität an den Märkten viele Kunden dazu veranlasste, ihr Geld gleichzeitig abzuziehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Madoff Kontoguthaben in Höhe von rund 65 Milliarden US-Dollar erfunden und damit das größte Schneeballsystem der Geschichte geschaffen. Als seine Söhne ihn im September jenes Jahres schließlich anzeigten, sagte Madoff zu ihnen: „Es ist eine einzige große Lüge.“ Er wurde zu 150 Jahren Haft in einem Bundesgefängnis verurteilt, wo er 2021 starb.

Bernie Madoff – 1980er- bis 2000er-Jahre

3. Allen Stanford — 1980s to 2000s

It’s ironic that Allen Stanford was such a huge cricket fan (at one point, just before the end, he had an international tournament named after him) — that sport with fair play and integrity at its core. Operating out of Antigua, Stanford styled himself as sort of playboy guru, convincing investors that his private offshore bank offered impossibly safe, high-yield certificates of deposit that consistently outperformed the market. He raised more than $7 billion with this pitch — most of which went to financing his lavish lifestyle and executing a few moody property deals. Things unraveled quickly in 2009, just after the global financial crisis. At Stanford’s trial, prosecutors described the scheme as “a massive fraud wrapped in velvet.” He was sentenced to 110 years in federal prison in Florida, and will be eligible for release in 2105.

Allen Stanford — 1980s to 2000s

4. Lou Pearlman — 1990er- bis 2000er-Jahre

Lou Pearlman verdiente sein erstes richtiges Geld mit Werbezeppelinen. An einem schlechten Tag hätte er selbst als einer durchgehen können. Pearlman, ein gewaltiger, aufgedunsener Mogul mit einer Zigarre wie ein Schlagstock, wurde als Entdecker beziehungsweise Erfinder der Backstreet Boys und von *NSYNC einer breiten Öffentlichkeit bekannt; mit ihren millionenfach verkauften Platin-Alben brachten sie ihm Millionen ein. Gleichzeitig betrieb er jedoch ein äußerst verschachteltes Schneeballsystem, bei dem die Anleger glaubten, sich an Fluggesellschaften, Reiseunternehmen und Werbeimperien zu beteiligen. Tatsächlich existierten die meisten dieser Firmen kaum. Die große Ironie bestand darin, dass Pearlman sein Ansehen in der Popwelt nutzte, um Banken und Investoren dazu zu bringen, ihm Hunderte Millionen zu überlassen – während er zugleich ausgerechnet die Boybands, denen er seinen Ruhm verdankte, massiv unterbezahlte. Als der Betrug 2006 schließlich aufflog, deckten die Ermittler Verluste von mehr als 300 Millionen Dollar auf und bezeichneten sein Imperium im Wesentlichen als „ein gigantisches Hütchenspiel mit Soundtrack“. Pearlman floh aus den USA, wurde jedoch in Indonesien gefasst und später zu 25 Jahren Haft in einem Bundesgefängnis verurteilt. Dort starb er 2016.

Lou Pearlman — 1990er- bis 2000er-Jahre

5. Ruja Ignatova — 2010er-Jahre

Ignatova bezeichnete sich gern als „Krypto-Königin“ und trat auch entsprechend auf: Bei staatsbankettähnlichen Veranstaltungen predigte sie in samtenen Ballkleidern vor ihren ergebenen Anhängern. Ihre zentrale Behauptung lautete, dass ihr neu geschaffener OneCoin Bitcoin schon bald im Wert übertreffen und dabei eine neue Weltfinanzordnung schaffen werde. Millionen ganz normaler Menschen investierten mehr als 4 Milliarden US-Dollar in ein System, das schon bald als ziemlich simples Schneeballsystem entlarvt wurde. OneCoin verfügte nicht einmal über eine eigene Blockchain. Auf dem Höhepunkt des Hypes kündigten Ignatovas sektenartig ergebene Anhänger ihre Jobs, räumten ihre Sparkonten leer und drängten ihre Verwandten, ebenfalls auf den Zug aufzuspringen. Das Ganze brach so schnell zusammen, wie es bei solchen Machenschaften immer der Fall ist. Als die Behörden ihr 2017 dicht auf den Fersen waren, bestieg Ignatova einen Flug von Sofia nach Athen – und verschwand spurlos. Seitdem wurde sie nicht mehr gesehen; derzeit führt das FBI sie auf seiner Liste der meistgesuchten Flüchtigen.

Ruja Ignatova — 2010er-Jahre