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17.04.2026
Issue No 12
By Gentleman's Journal

Die fünf denkwürdigsten Darstellungen von Tech-Gründern

  1. Amanda Seyfried als Elizabeth Holmes in The Dropout (2022)
  2. Jared Leto als Adam Neumann in WeCrashed (2022)
  3. Michael Fassbender als Steve Jobs (2015)
  4. Jay Baruchel als Mike Lazaridis in BlackBerry (2023)
  5. Jesse Eisenberg als Mark Zuckerberg in The Social Network (2010)
Joseph Bullmore
Words By Joseph Bullmore

Diese Woche überschlug sich das Internet vor Lob für Jeremy Strongs Verkörperung von Mark Zuckerberg im kommenden Film „The Social Reckoning“ – also eine echte gesellschaftliche Abrechnung, und zwar ausgerechnet in jenem Internet, das zu einem großen Teil Mark Zuckerberg gehört. Ein Meta-Moment für Meta also, falls Sie noch mitkommen – und nur ein Teil dieses zunehmend unheimlichen Gefühls, dass Geschichte in fiebriger Echtzeit stattfindet und nicht mit dem üblichen Abstand einiger ernüchternder Jahrzehnte. Die meisten Menschen sind bereits in ihren Achtzigern oder im Sarg, wenn ein Biopic über sie gedreht wird. Zuckerberg hatte schon vor seinem 42. Geburtstag zwei, was entweder bedeutet, dass er ein wirklich großartiger Kerl ist (siehe auch: Jesus im Kassenschlager „Die Bibel“), am Ende aber auch das Gegenteil bedeuten könnte – wobei wir uns mit unserem Urteil zurückhalten sollten, bis wir den dritten Film der Trilogie gesehen haben: „The Social Fallout“, in dem Timothee Chalamet einen Tech-Gründer spielt, der auf urkomische Weise versucht, sich mit einem KI-Headset durch eine nukleare Einöde zu navigieren.

Vorerst aber haben wir den großartigen Strong, der vor allem als der kokainaffine, in Loro Piana gekleidete Trauerkloß Kendall Roy aus Succession. bekannt ist. Matt Belloni von Puck postete neulich auf X: „Jeremy Strongs Mark Zuckerberg in The Social Reckoning könnte tatsächlich das Internet sprengen“ – was eigentlich eine ziemlich nützliche Schlusswendung wäre, denn das Internet entpuppt sich als ein wirklich scheußlicher Ort, wobei ich nicht ganz herausfinden kann, wessen Schuld das ist. Jedenfalls brachte mich das dazu, über die anderen wirklich denkwürdigen Darstellungen von Tech-Gründern auf unseren Bildschirmen nachzudenken. Bitte unbedingt liken und teilen!

1. Amanda Seyfried als Elizabeth Holmes in The Dropout (2022)

Seyfried traf in „The Dropout“ (alias: „There Won’t Be Blood“) die tiefe Stimme und den ausdruckslosen Blick von Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes perfekt. Später wies sie darauf hin, dass Holmes’ bizarre, bis ins Kleinste kalkulierte Persona maßgeblich zu ihrem enormen Erfolg beigetragen habe. „Was die Leute daran wirklich faszinierte, war, wie verstörend es wirkte. Und mit diesen Eigenschaften war sie lange Zeit erfolgreich“ – etwa mit dem seltsamen Rhythmus ihrer Stimme und ihrem Beharren darauf, ausschließlich schwarze Rollkragenpullover zu tragen (komplett von Steve Jobs abgekupfert). (Der in der Serie stammte offenbar von Gap.) Wie sich jedoch herausstellte, brauchte es etwas mehr als nur verstörende Marotten, um mit einem einzigen Tropfen Blut sämtliche Krankheiten zu heilen – und zum Glück setzt unsere Gesellschaft inzwischen wieder voll und ganz auf durch und durch ausgeglichene, bodenständige Persönlichkeiten (siehe: Elon Musk; Sam Altman).

Amanda Seyfried als Elizabeth Holmes in The Dropout (2022)

2. Jared Leto als Adam Neumann in WeCrashed (2022)

Eine faszinierende Charakterstudie über eine narzisstische, unterschwellig unheimliche Gestalt mit fragwürdigen Motiven und einer maßlos übersteigerten Vorstellung von den eigenen Talenten und dem eigenen Charme. Und die Passagen über Adam Neumann waren auch ziemlich gut.

Jared Leto als Adam Neumann in WeCrashed (2022)

3. Michael Fassbender als Steve Jobs (2015)

Warum kann man die Rückseite eines iPhones nicht einfach öffnen, wie bei einem guten alten 3310? Vielleicht, damit man nicht sieht, dass das Innenleben eigentlich ziemlich gewöhnlich ist. Aaron Sorkins „Steve Jobs“ (der Film) hat Steve Jobs (den Menschen) gewissermaßen aufgeschraubt, ohne Steve Jobs (den Mythos) dabei irgendwie zu schmälern. Der Film verlegt die Handlung in die Momente hinter der Bühne – und zwar buchstäblich –, während Jobs sich auf drei entscheidende Apple-Präsentationen in den Jahren 1984, 1988 und 1997 vorbereitet. Fassbender verkörpert den charismatischen Gründer brillant und deutet dessen Ruf vom Messias zum, nun ja, ziemlich ungezogenen Jungen um. Doch trotz all dieser Schwächen fängt seine Darstellung auch Jobs’ seltsame, bis heute anhaltende Faszination ein – die eines Menschen, der im Gegensatz zu den vielen Gründern, die sich später nach seinem Vorbild formten, zumindest tatsächlich anders dachte.

Michael Fassbender als Steve Jobs (2015)

4. Jay Baruchel als Mike Lazaridis in BlackBerry (2023)

Auf dem Höhepunkt des Erfolgs von BlackBerry im Jahr 2007 hatten die Mobiltelefone des Unternehmens einen Marktanteil von 45 %. Heute liegt dieser Wert natürlich bei 0 %, und kaum etwas zeichnet diesen rasanten Aufstieg und Fall besser nach als der Film „BlackBerry“ aus dem Jahr 2023. Darin spielt Baruchel Laziridis mit jener schwindelerregenden Mischung aus Verschrobenheit, Genialität, blindem Glauben und schierer Chuzpe, von der man allmählich erkennt, dass sie so viele Ikarusfiguren der Tech-Welt verbindet. Vor allem aber denkt man dabei: Wow, ich hätte wirklich gern ein BlackBerry.

Jay Baruchel als Mike Lazaridis in BlackBerry (2023)

5. Jesse Eisenberg als Mark Zuckerberg in The Social Network (2010)

Noch immer der Goldstandard für die Darstellung von Tech-Gründern. Aaron Sorkins pointiertes Drehbuch. Eisenbergs Maschinengewehr-Redeweise. Diese getragenen, melodischen Synthesizerklänge in Trent Reznors Filmmusik. Doch der beste Moment in Zuckerbergs Entstehungsgeschichte (die heute fast schon auf rührende Weise nostalgisch wirkt – ich sehe sie mir gern auf Langstreckenflügen an) kommt gleich zu Beginn in jener Barszene, mit Rooney Maras abschließenden Worten. Sie bereiten auf brillante Weise alles vor, was im Film folgt – und auch das, was wir heute erleben.

„Du wirst wahrscheinlich ein sehr erfolgreicher Computermensch werden“, sagt sie. „Aber du wirst dein Leben lang glauben, dass Mädchen dich nicht mögen, weil du ein Nerd bist. Und ich möchte, dass du eines weißt, und das sage ich dir aus tiefstem Herzen: Das wird nicht der Grund sein. Sondern weil du ein Arschloch bist.“

Jesse Eisenberg als Mark Zuckerberg in The Social Network (2010)