
Im Blickpunkt: Omega Seamaster
Doppelnull Sieben? Eher doppeltes „Wow“ und uhrmacherischer Himmel, denn Omegas Seamaster bleibt fest hinter feindlichen Linien
- Text von: Alex Doak
„Ich kleidete ihn in viele blaue Hemden“, erinnert sich die Oscar-prämierte Kostümbildnerin Lindy Hemming, „daher passte das Blau der Seamaster perfekt. Und natürlich passte Blau auch zu Commander Bonds Vergangenheit bei der Marine.“
Hemmings Wahl der Armbanduhr für Pierce Brosnans Debüt als 007 im Jahr 1995 in GoldenEye war perfekt. Laut Vesper Lynd in der peinlichen Speisewagenszene in Casino Royale (2006) sogar „wunderschön“ – wobei sie unbekümmert annimmt, Brosnans Nachfolger Daniel Craig trage eine Uhr, die eher zu „ehemaligen SAS-Typen mit charmantem Lächeln und teuren Uhren“ passe. (Mit anderen Worten: James Bonds traditioneller Wahl, der Submariner von Rolex.)
So perfekt Omegas Profi-Taucheruhr auch zu den funkelnden Augen der Herren Brosnan und Craig passte, ist die Seamaster doch tatsächlich die Standardausrüstung für die ranghöchsten britischen Marineoffiziere. Doch nach Bonds scheinbar explosivem Ableben in No Time to Die (2021) – Spoilerwarnung! – scheint die traditionsreiche Bieler Uhrenmanufaktur nicht allzu nostalgisch zu sein, wenn es darum geht, seinen treuen Zeitmesser weiterzuentwickeln. Von Blau über Stahlgrau bis hin zu ganz neuen Gefilden.
Tatsächlich präsentiert sich die überraschende Neuerscheinung für den Winter 2024 ausgesprochen reduziert: eine „#nodate“-Version der Seamaster Diver 300M von 1993 – um den Kult-Hashtag aufzugreifen, den Fans von Longines, Omegas Schwestermarke innerhalb der Swatch Group, und deren Retro-Neuauflage der Legend Diver geprägt haben.
Die allererste dieser neuen Ausführungen wurde bereits im vergangenen Sommer am Handgelenk von Daniel Craig gesichtet, der bei den Olympischen Spielen in Paris eine schwarze Edelstahlversion trug. Dieser erste Auftritt löste im Internet mehr als nur beträchtliches Aufsehen aus – insbesondere, weil sich die Seamaster damit von den in den vergangenen Jahren zunehmend vertraut gewordenen drehbaren Keramiklünetten verabschiedete.
Stattdessen wird – inspiriert von der Seamaster Diver 300M aus No Time to Die – eine laserabgetragene Titanlünette mit einer besonders griffigen, „punktierten“ Textur kühn mit gewölbtem Saphirglas kombiniert, was jeder Uhr eine nostalgisch-futuristische Ästhetik verleiht.
Die Milanaise-Armbänder setzen dem Ganzen die martialische Krone auf. Ein Rüstungsgeflecht nach Mailänder Art, wenn man es ganz genau nehmen will – aber andererseits hat James Bond den Spitzfindigkeiten von Q ja auch nie allzu viel Beachtung geschenkt, oder?
Dieser Artikel stammt aus der Sommerausgabe 2025 des Gentleman's Journal. Mehr dazu erfahren Sie hier.
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