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Francis Kurkdjian enthüllt die Kunstfertigkeit hinter Dior Sauvage Extrait

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Dior

Francis Kurkdjian enthüllt die Kunstfertigkeit hinter Dior Sauvage Extrait

Der Dior-Direktor für Parfumkreation erklärt, wie eine jahrhundertealte Technik aus der Kunstwelt die außergewöhnliche neue Duftkonzentration der Marke inspirierte …

Große Künstler haben schon immer die Kraft der Kontraste verstanden. Der Unterschied zwischen Licht und Schatten kann alles verändern – und einem Gemälde Tiefe, Dramatik und Charakter verleihen. Die italienischen Meister hatten einen Namen dafür: „Chiaroscuro“.

Bei Düften verhält es sich ganz ähnlich. Die einprägsamsten Düfte sind selten geradlinig. Und die erfolgreichsten – wie Dior Sauvage – leben von solchen Kontrasten. Was zunächst frisch wirkt, kann unter der Oberfläche etwas Wärmerem und Tieferem weichen. Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet oder zu einer anderen Zeit getragen, kann ein Duft völlig neue Facetten offenbaren.

Dieses künstlerische Verständnis war für Francis Kurkdjian, den Parfum-Kreationsdirektor von Dior, von entscheidender Bedeutung, als er mit der Entwicklung von Dior Sauvage Extrait beauftragt wurde – einer reichhaltigeren, intensiveren Interpretation eines der bekanntesten Düfte der Welt. „In nur etwas mehr als zehn Jahren“, sagt er, „ist Sauvage zum Archetyp des zeitgenössischen Herrendufts geworden. Er definiert, verkörpert und prägt seine Ära.“

Das machte die Aufgabe zu einer gewaltigen Herausforderung. Wie sollte Kurkdjian etwas, das bereits Millionen von Menschen vertraut ist – und von Männern auf der ganzen Welt tagtäglich getragen wird –, eine Seite abgewinnen, die noch nie jemand zuvor erlebt hatte?

Photo: Adam Whitehead for Christian Dior Parfums

Für den Parfümeur kam es nie infrage, ganz von vorn anzufangen. Warum auch? Sauvage ist nicht ohne Grund so erfolgreich. Daher studierte Kurkdjian jede einzelne Note und Nuance des Duftes, bis sich ihm das gesamte olfaktorische Bild klar erschloss. Dann machte er sich ans Werk — mit dem Ziel, diesen Erfolg weiter auszubauen und die Anziehungskraft des Duftes noch zu verstärken.

„Natürlich habe ich den charakteristischen Duft beibehalten“, sagt Kurkdjian über die belebende Frische der Bergamotte und die aromatische Wärme von Ambroxan, die weiterhin das Herzstück des Duftes bilden, „und ihn zugleich mit einem Hell-Dunkel-Effekt aus holzigen Noten in eine Sphäre von beispielloser Tiefe und Noblesse geführt.“

Da ist es wieder, dieses Wort – die Technik, mit der Maler und Porträtisten ihren Motiven Form, Substanz und räumliche Tiefe verleihen. Doch Kurkdjian, ein Künstler anderer Art, hat das Chiaroscuro bei der Kreation von Dior Sauvage Extrait mit Bedacht eingesetzt. Es mag die bislang höchste Konzentration dieser Duftkomposition sein, doch um sie zu vollenden, war Zurückhaltung gefragt – fast wie bei einer Kunstrestaurierung, bei der einem Meisterwerk neues Leben eingehaucht wird.

„Natürlich habe ich den charakteristischen Duft beibehalten …“

„Ein Extrait ist ganz einfach die höchste olfaktorische Form eines Duftes, die seine Quintessenz offenbart“, erklärt Kurkdjian. „Seine intensivste, konzentrierteste und zweifellos vollkommenste Form.“

Um diesen Gipfel der Parfümeriekunst zu erreichen, reift Sauvage Extrait 42 Tage lang, sodass der Duft seine volle Intensität entfalten kann, noch bevor er erstmals auf die Haut trifft. Das Ergebnis ist nicht einfach nur eine intensivere oder kraftvollere Interpretation von Sauvage, sondern eine charaktervollere, ausdrucksstärkere. Und genau hier kommt das Chiaroscuro wirklich zum Tragen.

Patchouli (Photo: Christian Dior Parfums)

Vetiver (Photo: Christian Dior Parfums)

Lavender (Photo: Christian Dior Parfums)

„Ich stellte mir einen Dialog zwischen dunklen und hellen Hölzern vor“, sagt Kurkdjian. Die dunklere Seite dieses olfaktorischen Zusammenspiels, so fügt er hinzu, entsteht durch indonesisches Patschuli und Atlaszeder, die gemeinsam ein duftendes Fundament voller Fülle und Struktur bilden. Virginiazeder und madagassisches Vetiver antworten darauf mit einem leichteren, frischeren Kontrapunkt und verleihen dem Dialog eine gewisse Klarheit.

„Und genau inmitten dieses Austauschs mischt sich vietnamesisches Oudholz ein“, fährt Kurkdjian fort, „lebendig, animalisch und betörend.“ Tatsächlich nimmt Oud seit Langem einen faszinierenden Platz in der Welt der Düfte ein. Selten und komplex, besitzt es eine einzigartige Präsenz – dunkel, sinnlich und harzig. Doch es kann überwältigend wirken und muss daher behutsam eingesetzt werden.

„Ich habe nicht zugelassen, dass es den Duft dominiert“, sagt Kurkdjian. „Stattdessen habe ich einen einzigartigen Raum geschaffen, in dem es seine Eleganz entfalten kann.“ Und Eleganz ist hier das entscheidende Wort. Für einen so intensiven, ausdrucksstarken Duft besitzt Sauvage Extrait eine bemerkenswerte Souveränität. Doch es bedurfte einiger Mühe, um ihm diese Anmut zu verleihen. „Ich betrachtete ihn wie ein Vollblut, das es zu zähmen galt“, sagt der Parfümeur. „Wie einen ‚wilden Mustang‘, den man bändigt, indem man ihn in diese kontrastreiche, holzige Komposition einfügt.“

Photo: Christian Dior Parfums

Doch das bedeutete nicht, dem Duft seinen instinktiven, elementaren Charakter zu nehmen. Kurkdjian wollte ihm weiterhin eine gewisse Schärfe verleihen. „Mein Ziel war es nicht, einen Duft zu kreieren, der allen gefällt“, sagt er, „sondern einen, der die Sinne anspricht. Und zwar, indem ich die edelsten, sorgfältig ausgewählten Zutaten ‚kuratiere‘ und bis aufs Äußerste konzentriere.“

Mit dem Stichwort Kuratieren kehren wir – einmal mehr – in die Welt der Kunst zurück, der sich Kurkdjian eindeutig verbunden fühlt. Die Parallele ist nachvollziehbar: So wie Galeristen und Hüter großer Werke entscheiden müssen, wie diese am besten präsentiert oder restauriert werden, hat auch der Parfümeur die Verantwortung für eine Ikone übernommen. Dabei weigerte er sich, auf Nummer sicher zu gehen. „Darin liegt der Luxus“, findet er, „dieses Risiko einzugehen.“

Das Risiko hat sich ausgezahlt. Dior hätte bei Sauvage Extrait leicht auf Nummer sicher gehen können – mit einer dezenten Anpassung, einer behutsamen Neupositionierung. Ebenso hätte man zu weit gehen und den charakteristischen Duft bis zur Unkenntlichkeit verändern können. Doch unter Kurkdjians kreativer Leitung erleben wir stattdessen eine Art Neuinterpretation – den Duft, den wir kennen, nur dunkler und opulenter.

Kurkdjian ist überzeugt, mit dieser neuen Interpretation von Sauvage „den wahren Geist von Dior definiert“ zu haben. Auf die Frage, was das bedeute, antwortet er ebenso selbstbewusst und bestimmt wie der Duft selbst: „Erbe und Kühnheit, Tradition und Respektlosigkeit.“

Dior Sauvage Extrait, 153 £ für 50 ml, dior.com

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