
Die besten Taucheruhren, die Sie jetzt kaufen können
Klaftertief: Diese Zeitmesser sind laut unserem Uhrenexperten wie gemacht für die Sommersaison
- Text von: Alex Doak
Werden Sie jemals wirklich wissen müssen, wie spät es auf den Azoren ist, während Sie im azurblauen Flachwasser Samoas treiben? Omega scheint davon überzeugt zu sein und präsentiert daher die beeindruckende neue Seamaster Planet Ocean 600M Worldtimer für 14.000 £. Sie ist ein schwarzes Keramik-Tauchboot fürs Handgelenk, das nicht nur 24 Zeitzonen anzeigt, sondern auch mit beinahe beiläufiger Souveränität Tiefen erfasst, deren Druck normalerweise Ihre inneren Organe zerquetschen würde.
Als jemand, der eine abgrundtiefe Angst vor offenem Wasser „hegt“ (danke dafür), wird meine Antwort ungeachtet jeder halbphilosophischen Debatte über Taucheruhren immer „Nein“ lauten. Doch als Besitzer von fünf oder sechs Zeitmessern, die der ISO 6425 entsprechen, kann auch ich einräumen, dass die Frage müßig ist. Genauso, wie Sie diesen Supersportwagen niemals auf 200 mph beschleunigen oder jene Skibrille nie einer UV-Strahlung wie auf dem Mount Everest aussetzen werden, ist es höchst unwahrscheinlich, dass Sie mit Ihrer geliebten Rolex Submariner, Omega Seamaster, Blancpain Fifty Fathoms oder unergründlich (nochmals danke) erschwinglichen Seiko Prospex weltweit Abgründe ausloten. Es ist einfach ungemein beruhigend, sich einen schicken Zeitmesser ums Handgelenk zu schnallen, der den morgendlichen Hundespaziergang im Wolkenbruch ebenso übersteht wie einen stilvollen Tag am Strand samt Sundowner am frühen Abend.
From top, clockwise: OMEGA Seamaster Planet Ocean 600M Worldtimer, £14,000, omegawatches.com; LONGINES Legend Diver 39mm £3,150, longines.com TUDOR Pelagos Ultra, £5,070, tudorwatch.com BLANCPAIN Fifty Fathoms Automatique, £16,800, blancpain.com
Die Fifty Fathoms Automatique – jetzt in poliertem Edelstahl – legte den Grundstein für die moderne Taucheruhr, wie wir sie heute kennen, vor allem dank ihrer einseitig drehbaren Lünette. Einseitig bedeutet hier „gegen den Uhrzeigersinn“, sodass ein kurzes Streifen an einem Riff sie nicht in die andere Richtung verstellt und den Eindruck erweckt, in der Atemluftflasche sei noch mehr Sauerstoff als tatsächlich vorhanden.
Longines ging in den Sechzigern in Sachen doppelte Absicherung mit der heutigen Neuauflage der Legend Diver noch einen Schritt weiter: Ihr innenliegender Lünettenring lässt sich ausschließlich über eine zweite verschraubte Krone bei zwei Uhr bedienen. Beide Kronen sind kreuzschraffiert, was auf Super-Compressor-Dichtungen hindeutet – vermutlich unnötig, doch in der neuen Ausführung mit 39 Millimetern Durchmesser und terrakottafarbenem Zifferblatt ist dies ein zusätzliches Retrodetail, das ebenso charmant wie beruhigend wirkt. (Selbst wenn Sie nach besagten Sundownern nur die Schwimmhilfe Ihres Kleinkinds aus dem Wasser holen.)
Bei Tudors Pelagos Ultra ist angesichts der 1.000-Meter-Markierung auf dem Zifferblatt eher das Gegenteil der Fall. Mit Titangehäuse, Heliumauslassventil (falls Sie regelmäßig längere, unter Druck stattfindende „Sättigungstauchgänge“ unternehmen) und höchster Präzision selbst in Gegenwart stark magnetischer Werkzeuge auf kommerziellen Bohrinseln ... kann man mit Fug und Recht behaupten, dass Rolex’ „kleiner Bruder“ längst erwachsen geworden ist und neue Maßstäbe für moderne Taucheruhren setzt.
Und was ist mit der ebenso traditionsreichen Marke Breitling, die ihren Sitz von der Tudor-Zentrale aus ein Stück talaufwärts in La Chaux-de-Fonds hat? Die Stadt liegt möglicherweise höher als jede andere Stadt Europas, doch die neue Superocean Heritage 42 mm zeigt – ähnlich wie die Fliegeruhren des Herstellers – in einem hermetisch abgedichteten Gehäuse, wie die besten Schweizer Uhren seit jeher die extremsten Winkel der Erde bereisen, obwohl sie in den grünen Ausläufern des Juragebirges gefertigt werden.
Genau dort würde sich Ihr Korrespondent stets lieber aufhalten als unter den Wellen. Dabei trägt er, zugegebenermaßen, seine eigene, heiß geliebte Longines Legend Diver aus dem Jahr 2007.
Dieser Artikel stammt aus der Sommerausgabe 2025 des Gentleman's Journal, über die Sie hier mehr erfahren können.
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